Ermittlungen gegen Angestellte in Kufsteiner Pflegeheim

Staatsanwaltschaft vermutet Fälle von Vernachlässigung und gewerbsmäßigem Betrug.

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft hat am Montag angekündigt, im Kufsteiner Pflegeheim Zell wegen Vernachlässigung und gewerbsmäßigen Betrugs Ermittlungen einzuleiten. Dies sagte Staatsanwaltssprecher Hansjörg Mayr der APA am Vormittag. Mitarbeiter werden verdächtigt, Arbeitszeit- und Pflegenachweise gefälscht zu haben. Gegen wie viele Personen die Behörde vorgehen wolle, sei aber noch unklar, so Mayr.

Vergangenen Montag wurden nach Aufkommen der Vorwürfe jedenfalls drei Mitarbeiter fristlos entlassen. Konkret wird ihnen vorgeworfen, dass einige schon weit vor Dienstschluss nach Hause gegangen sein sollen. Ein Mitarbeiter, der länger blieb, soll dann für sie ausgestempelt haben. In einem Bericht an den Stadtsenat hieß es, dass Pfleger ihre Klienten „dafür etwa schon um 15.00 Uhr ins Bett gebracht und mit Grießbrei abgefüttert“ hätten. Bürgermeister Martin Krumschnabel sprach von einem „System“. Es könnte bereits seit mehreren Jahren bestanden haben.

Zudem sollen Pflegenachweise gefälscht worden sein. Damit gemeint ist laut dem Bericht etwa, dass Blutdruckwerte ohne Messung eingetragen wurden und Bewohner hygienisch unzureichend versorgt worden sein sollen. Die Beschuldigten zeigten sich zur Arbeitszeitfälschung geständig – zur Vernachlässigung jedoch nicht.

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