Ein Blick in die Lebenswelten junger Menschen

Für eine Studie wurden 6.300 Jugendliche aus Tirol, Südtirol und dem Trentino befragt.

90 Prozent der Jugendlichen Südtirols, Tirols und des Trentino sehen ihrer Zukunft positiv entgegen. Das ergab die Studie „Lebenswelten junger Menschen in der Europaregion.“ 6.300 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren haben im Jahr 2020 Auskunft über ihre Lebenswelt gegeben. Befragt wurden die Jugendlichen zu ihren Haltungen und Meinungen zu sieben zentralen und gesellschaftsrelevanten Themenfeldern. Diese umfassten neben Schule, Freizeitbeschäftigung oder Sport auch die Wertevorstellungen, Zukunftsaussichten oder religiöse Anschauungen der Befragten.

Die Studie wurde im Rahmen eines Euregio-Projekts mit den pädagogischen Hochschulen in Tirol, dem Südtiroler Landesinstitut für Statistik (ASTAT) und der Bildungsdirektion des Trentino ausgearbeitet. Die Ergebnisse wurden in dieser Woche in Innsbruck präsentiert.„Es freut mich, dass 90 Prozent der befragten jungen Menschen ihrer Zukunft positiv entgegensehen, sich aber dennoch Gedanken über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und vor allem auch über demokratische Werte machen“, betonte Jugendlandesrat Anton Mattle.

90 Prozent der Jugendlichen Südtirols, Tirols und des Trentino sehen ihrer Zukunft positiv entgegen. Foto: Unsplash/Simon Waage

In den Zeitraum der Erhebung fiel auch die Corona-Pandemie. „Der Alltag der Jugendlichen hat sich während der Zeitspanne der Erhebung stark verändert. Deshalb spielte auch die Diskussion um gelebte Demokratie eine größere Rolle“, so Mattle. Knapp die Hälfte der befragten Jugendlichen in der Euregio ist demnach zufrieden mit der in ihrem Land gelebten Demokratie. Die jungen Menschen nehmen die Schule als Ort wahr, an dem demokratische Werte gelten und vermittelt werden.

In diesem Umfeld fühlen sich die Jugendlichen offenbar wohl: 80 Prozent gaben an, gute Freunde in der Schule zu haben. „Auffällig ist die Offenheit bei sozialen Fragen. Die Jugendlichen haben ihrer eigenen Einschätzung nach kaum Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderung und 85 Prozent stimmen der Aussage eher zu, dass im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen jede und jeder profitieren könne“, erklärten die Studienautor:innen. 69 Prozent der 14-16-Jährigen stimmten eher oder ganz der Frage zu, dass man Flüchtlingen helfen und diese im eigenen Land willkommen heißen soll.

38 Prozent der Jugendlichen gaben an, oft oder häufig über den Sinn des Lebens nachzudenken, die religiöse Überzeugung schien dabei eher weniger eine Rolle zu spielen. Die allgemeine Gesundheitswahrnehmung der 14- bis 16-Jährigen fiel überwiegend positiv aus. Fast ein Drittel der Befragten beschrieb den eigenen Gesundheitszustand als ausgezeichnet. „Das könnte auch damit zusammenhängen, dass Sport für 69 Prozent der Buben und 55 Prozent der Mädchen zu den oft ausgeführten Freizeitaktivitäten gehört“, so die Autor:innen.

Pro Tag haben 14- bis 16-Jährige zwischen drei und sechs Stunden Freizeit. Diese verbringen über 80 Prozent der Jugendlichen oft im Internet, wobei soziale Netzwerke und damit der Kontakt zu Freund:innen eine wichtige Rolle spielen. Nur etwa ein Viertel der Jugendlichen engagiert sich hingegen oft in einem Verein oder gab an, in der Freizeit an Projekten mitzuwirken. Ergänzend zur Studie wurde eine „Lebenswelten-Broschüre“ veröffentlicht.

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