Ein Bild aus vergangenen Zeiten. Die Wacker-Tage im Profifußball scheinen gezählt zu sein. Fotos: APA/Adelsberger

Ein Bild aus vergangenen Zeiten. Die Wacker-Tage im Profifußball scheinen gezählt zu sein. Fotos: APA/Adelsberger

Wacker Innsbruck: Traditionsklub am Scheideweg

Kein Geld, keine Lizenz und keine Aussicht auf Rettung: Der Verein steht vor dem Aus.

Am Mittwoch hatte der Tiroler Traditionsverein FC Wacker Innsbruck sein „Entscheidungsspiel“. Ort des Geschehens war nicht das Grün im Tivoli-Stadion, sondern der grüne Tisch. Der Verein ist in finanzielle Schieflage geraten, zwei Jahrzehnte nach dem Konkurs des FC Tirol steht der zehnfache Meister erneut vor dem finanziellen Ruin.

Der Lizenz-Antrag für die kommende Spielzeit wurde deshalb am Mittwoch, 27. April, vom Senat 5 der Bundesliga in zweiter Instanz abgelehnt. Ein schwarzer Tag für den Tiroler Fußball. Für Wacker wird die Luft immer dünner, die Verantwortlichen können noch das Ständig Neutrale Schiedsgericht anrufen, das dann bis Mitte Mai eine Entscheidung fällen wird.

Hier dürfen jedoch keine Unterlagen mehr nachgereicht werden. Der Lizenzentzug gilt für viele Beobachter mittlerweile als unabwendbar. Damit einher ginge wohl auch der Konkurs der „Wacker-GmbH“, sprich der Profi-Abteilung der Innsbrucker. Medienberichten zufolge wird der Verein mit Ende des Geschäftsjahres ein Minus von 970.000 Euro aufweisen.

Ein Archivbild aus der Saison 2019. Damals musste Wacker den Abstieg in die zweite Liga hinnehmen.

Laut Tiroler Tageszeitung soll der Traditionsklub seit Mai 2021 keine Zahlungen mehr an den Betreiber des Stadions, die Olympiaworld, getätigt haben. Weil auch Spielergehälter ausstehen, haben die Wacker-Profis – mit einer Ausnahme – dem Verein ein Ultimatum gestellt, das nun verstrichen ist. Am Mittwoch haben mehrere Spieler das arbeitsrechtliche Tischtuch zerschnitten. Clemens Hubmann, Raphael Gallé, Fabio Markelic und Darijo Grujcic haben den Verein über den vorzeitigen Austritt aus dem Dienstverhältnis informiert. Am Mittwochabend setzte auch Abwehrtalent Florian Kopp diesen Schritt.

Vorbehaltlich der Entscheidung des Schiedsgerichts hängt die Frage, wo Wacker Innsbruck in der kommenden Saison spielt, vom „Überleben“ des Verein ab. So wäre ein Platz in der Regionalliga und der mit einem etwaigen Lizenzentzug verbundene Gang in den Amateurbereich möglich. In einer Stellungnahme auf der Vereinshomepage erklärt Wacker-Präsident Kevin Radi: „Wir prüfen aktuell alle Möglichkeiten. Sofern es uns gelingt Lösungen zu erarbeiten, werden wir selbstverständlich versuchen, diese dem Schiedsgericht vorzulegen und so die Zulassung für die zweite Spielklasse zu erwirken. Gleichzeitig werden richtungsweisende Entscheidungen getroffen, damit der Verein im Fall der Fälle eine Zukunft in der Regionalliga hätte.“

Heute Abend gastieren die Schwarzgrünen in der Raiffeisen Arena in Pasching beim FC Juniors OÖ. Das Farmteam des Bundesligisten LASK Linz scheidet am Ende der Saison freiwillig aus der zweiten Liga aus und geht in den Amateurbereich zurück. Ähnliches könnte dem FCW blühen. Vor dem Ankick um 18.30 Uhr müssen die Innsbrucker klären, welche Spieler für diese Partie noch zur Verfügung stehen. „Wir geben nicht auf und werden bis zum letzten Tag alles unternehmen, um den Fortbestand des FC Wacker Innsbruck zu sichern“, so Radi.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

Ein Posting

karlheinz

Einfach schade um den einst so stolzen (!) Verein. War immer ein großer Fan von denen. Leider blieben in letzter Zeit die Erfolge aus und es kam wie es kommen musste. Nochmals: SCHADE ! Den Verbliebenen wünsche ich mehr Vereinsglück in Zukunft.

 
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