Pflege: Landesregierung legte eigenes Paket vor

Fünf Maßnahmen und 27 Millionen Euro sollen Engpass bei Pflegepersonal beseitigen.

Die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung hat ein eigenes Pflegepaket vorgestellt, das die bundesweiten Pflegemaßnahmen ergänzen und erweitern soll. Die fünf zusätzlichen Tiroler Pflegepaket-Maßnahmen umfassen unter anderem weitere 27 Millionen Euro von 2022 bis 2024 für die Pflege sowie eine finanzielle Vorleistung über 22 Millionen Euro bei den vom Bund zur Verfügung gestellten 44 Millionen Euro für die „Gehaltsverbesserung“ beim Pflegepersonal.

Die 27 Mio. Euro an Mehrbudget aus dem Landestopf sollen für „mehr Geld in der und für die Pflege sorgen“, betonte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Völs bei Innsbruck. Eine „Vorleistung“ des Landes über 22 Millionen Euro sei zudem vor allem auch deshalb notwendig, weil der erste Teil des für die Jahre 2022 und 2023 zur Verfügung gestellten Budgets von 44 Mio. Euro vom Bund erst im Frühjahr 2023 fließen soll, erklärte Platter. Mit besagtem Geldfluss, der im Juli-Landtag noch endgültig abgesegnet werden muss, soll das Geld „noch im Jahr 2022“ auf den Konten des Pflegepersonals ankommen, so der Landeshauptmann.

„Mit diesen Maßnahmen ist es aber natürlich nicht zu Ende, wir müssen auch schauen, ob wir im Prozess noch Sachen adaptieren müssen“, strich Platter heraus. „Das Pflegepersonal soll sich jedenfalls dauerhaft auf uns verlassen können“, sagte der Landeschef und versprach im gleichen Atemzug Maßnahmen über das Jahr 2024 hinaus.

Bei der Pflege-Ausbildung will man zudem auf Differenzierung setzen. „Es soll drei verschiedene Wege in die Pflege geben, etwa eine dreieinhalb Jahre dauernde Pflegeschule“, strich Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) heraus. Bei der Kinderbetreuung wolle man zudem die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter gut im Blick haben und insgesamt vier Mio. Euro investieren, fügte Leja hinzu. Insgesamt soll damit eine „Attraktivierung der Ausbildung“ erreicht werden.

Mit den fünf zusätzlichen Pflegepaket-Punkten, die darüber hinaus noch etwa eine Einrichtung einer Landes-Stabsstelle für Pflegeentwicklung und sechs Millionen Euro für die Unterstützung für pflegende Angehörige beinhaltet, wolle man zeitnah „Antworten auf die Fragen von Menschen aus der Pflege geben“, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne). Man habe aktuell mit diesem „großen Paket“ sowohl Pflegende als auch Gepflegte im Fokus, so Felipe.

Dem schloss sich auch der ebenfalls anwesende Geschäftsleiter der Gesundheitsdienste Völs, Mischa Todeschini, an und fügte, adressiert an seine Pflege-Kollegen, hinzu, dass es jetzt auch „um das praktische Umsetzen geht“. In Tirol war es zuletzt mehrfach zu Protesten im Pflege- und Gesundheitsbereich gekommen, beispielsweise am 12. Mai, dem „Tag der Pflege“, an dem rund 1.300 Personen in Innsbruck auf die Straße gingen.

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