Kärnten Werbung bekommt im Jänner neuen Chef

Entscheidung fiel nach längerem Tauziehen nicht einstimmig. Wirtschaftskammer bedauert.

Nach längerem Tauziehen ist am Freitag die Geschäftsführerposition bei der Kärnten Werbung mit Klaus Ehrenbrandtner neu besetzt worden. Die Entscheidung der Eigentümer Kärntner Beteiligungsverwaltung (KBV), Wirtschafts- und Arbeiterkammer fiel nicht einstimmig. Der bisherige Geschäftsführer Christian Kresse war seit 2010 Geschäftsführer. Ehrenbrandtner übernimmt im Jänner 2023 die Funktion.

Kresse habe sich „sehr bemüht“, die Pandemiejahre „sehr gut gemeistert“, attestierte Aufsichtsratschef Martin Payer in einer Aussendung. „Mit dem neuen Geschäftsführer soll es jetzt aber auch gelingen, neue Strategien zu entwickeln, um den Standort Kärnten im Benchmark-Vergleich mit den anderen Tourismusländern nach vorne zu bringen und die notwendigen Nächtigungszahlen für eine nachhaltige touristische Wertschöpfung im Interesse der Kärntner Wirtschaft entsprechend zu steigern.“

„Mir ist eine ganzheitliche Tourismusentwicklung wichtig“, unterstreicht der neue Chef der Kärntenwerbung, Klaus Ehrenbrandtner. Foto: Helga Rader

Ehrenbrandtner arbeitete viele Jahre für die Österreich Werbung. Aktuell ist er laut Aussendung Berater der Trigon Entwicklungsberatung mit Schwerpunkt auf Tourismus-, Standort- und Organisationsentwicklung und arbeitet außerdem an der Fachhochschule Kärnten. „Mir ist eine ganzheitliche Tourismusentwicklung wichtig, die einen sichtbaren Beitrag zur positiven Entwicklung des Lebensraumes in Kärnten beiträgt“, wird der neue Kärnten-Werbung-Geschäftsführer zitiert.

Die Wirtschaftskammer drückte in einer Aussendung umgehend ihr Bedauern über die Personalentscheidung aus. Sie sei ein „fragwürdiges Signal an die Tourismuswirtschaft“, meinte Spartenobmann Josef Petritsch. Das Land habe die Abberufung Kresses mit seiner 60-Prozent-Mehrheit gegen die Miteigentümer Wirtschafts- und Arbeiterkammer (30 und 10 Prozent) durchgesetzt. Petritsch: „Es fehlt mir das Verständnis, warum sich die Politik über die klar geäußerte Skepsis aller Tourismusverbände sowie namhafter Kärntner Unternehmerinnen und Unternehmer hinwegsetzt.“ Die Wirtschaftskammer möchte, dass die Tourismusverbände an der Kärnten Werbung beteiligt werden.

Die SPÖ kündigte in einer Aussendung anderes an, nämlich dass die Tourismusverbände künftig einen Sitz im Aufsichtsrat der Kärntner Beteiligungsverwaltung erhalten sollen. Klubobmann Herwig Seiser: „Wir werden veranlassen, dass die Geschäftsführung der KBV künftig den Aufsichtsrat zu konsultieren hat, bevor Handlungen in jenen Unternehmen gesetzt werden, an denen die KBV Beteiligungen hält.“

Angesichts des Konflikts meldeten sich auch die Oppositionsparteien zu Wort. Die FPÖ plädierte für mehr Mitsprache für Regionen und Tourismusbetriebe. Das Team Kärnten forderte umgekehrt, den Einfluss der Politik auf die Kärnten Werbung zurückzudrängen – bis hin zu einer Privatisierung.

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