In diesem Waldstück zwischen Oberlienz und Ainet wurden bisher 50.000 Baumsetzlinge gepflanzt, davon 60 Prozent Mischbaumarten. Foto: Land Tirol/Brandhuber

In diesem Waldstück zwischen Oberlienz und Ainet wurden bisher 50.000 Baumsetzlinge gepflanzt, davon 60 Prozent Mischbaumarten. Foto: Land Tirol/Brandhuber

„Wir sind sechs Tage pro Woche nonstop im Einsatz.“

Die Borkenkäferplage treibt die Förster in Osttirol an die Grenzen der Belastbarkeit. Thomas Strieder erzählt.

Mit einer Million Kubikmeter befallenem Holz rechnen die Experten in Osttirol angesichts der explodierenden Borkenkäferplage im heurigen Jahr. Zwischen Oberlienz und Ainet war eine 20 Hektar große Fläche befallen. Alleine in diesem Abschnitt wurden 50.000 klimafitte Bäume gesetzt und 40.000 Holzpflöcke in den Waldboden gerammt.

Eine schweißtreibende Arbeit, die auch Landesforstdirektor Josef Fuchs Respekt abringt: „Die Pflöcke in dieses steile Gelände zu tragen und dort in den Boden zu schlagen ist eine enorme Kraftanstrengung. Für diese Arbeit wurden hier mit schwerer Handarbeit 2,5 Kilometer lange Steige angelegt.“

Ohne diesen unermüdlichen Einsatz wäre der Kampf gegen den Schädling wohl längst verloren. Durch das rasche Eingreifen – wie jüngst in Oberlienz – bildet sich sofort eine Bodenvegetation. Die Pflöcke beruhigen den Schneedruck und entlasten den Hang. Um die Wälder wieder klimafit zu machen, werden in Tirol zwei Millionen Pflanzen aufgeforstet, davon 950.000 allein im Bezirk Lienz. 

Im Krisenmodus werden die Osttiroler Förster mittlerweile von rund 100 Kolleg:innen aus Nordtirol unterstützt. Mit vereinten Kräften versuchen sie, den Käfer im Zaum zu halten. Thomas Strieder ist Waldaufseher der Gemeinde Ainet und steht nahezu täglich im Wald. Mit seinen Teams drängt er den Schädling zurück und forstet den Wald wieder auf. Wir haben uns beim Lokalaugenschein am Daberbach mit dem Förster unterhalten.

Thomas Strieder ist Waldaufseher der Gemeinde Ainet. Momentan verbringt er sechs Tage pro Woche im Wald. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Die Wiederaufforstung ist aufwändig. Wie anstrengend ist die Arbeit im steilen Gelände?

Die körperliche Anstrengung betrifft vor allem unsere Arbeiter:innen. Bei uns sind mehrere Subfirmen im Einsatz, die seit Jahren Pflegearbeit im Wald leisten. Klar ist: Das Tragen und Platzieren der Pflöcke ist eine irrsinnig anstrengende Arbeit. Wir nutzen nach Möglichkeit technische Hilfsmittel. Im unteren Bereich hier am Daberbach haben wir eine Seilbahn eingesetzt, weiter oben mussten wir sogar einen Hubschrauber anfordern. Es ist unmöglich, tausende Pflöcke über mehrere hundert Höhenmeter auf dem Rücken nach oben zu schleppen.

Wie viele Tage hast du heuer schon im Wald verbracht. Oder sollten wir besser fragen: Wie viele nicht?

Ja, das ist einfacher (lacht). Wir befinden uns noch in der Hauptsaison. Im Frühjahr und Sommer sind wir sechs Tage pro Woche nonstop im Einsatz. Für die Aufforstung gibt es ein gewisses Zeitfenster, weshalb die Männer dann jede Woche von Montag bis Samstag im Wald schuften.

Woran erkennt man eigentlich einen vom Borkenkäfer befallenen Baum?

Das kann man auch als Laie relativ einfach herausfinden. Rund um den Stamm sammelt sich unten das sogenannte Bohrmehl der Käfer an. Ist dieses braune Pulver zu sehen, ist der Baum befallen.

Im Bild gut zu erkennen: Das Bohrmehl der Borkenkäfer am Fuße des Baumes. Foto: Strieder

Der Käferbefall ist heuer trotz all der Anstrengungen explodiert. Blickst du dennoch optimistisch in die Zukunft?

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

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Gamsbock

"Wir sind sechs Tage pro Woche nonstop im Einsatz." Glaube nicht, dass das der Waldaufseher so gesagt hat. Sonst müsste die Arbeiterkammer oder Gewerkschaft mal Nachschau halten.

 
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    vl_danebm

    wen das jemand von der feuerwehr, der rettung, der polizei, des bundesheeres, team österreich, usw liest muss er doch lachen. ma kim bitte des isch a arbeit was oanfach so schnell wie möglich erledigt wean muas. muas... nochmal. muss sorry muas.

    kann a sein dasi vl danebm lig

     
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    isnitwahr

    er hat ja nicht gesagt, immer dieselben Leute unterwegs sind. Ich finde es viel wichtiger, den Leuten ein Dankeschön und zwar ein ganz Großes zu sagen, der Job im Wald ist ja, wie man weiß, nicht ganz ungefährlich! Also, von meiner Seite herzlichst DANKE!!!!

     
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Gertrude

Einfach nur ein großes Danke an alle.

 
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