Stadt Lienz hilft Kaufleuten bei Weihnachtsbeleuchtung

Ein Lagerraum und Mithilfe bei der Montage sind zugesagt. Zeitliche Einschränkung angedacht.

In einem dramatisch klingenden Appell wandte sich die Waffenhändlerin Katrin Jäger (ÖVP), die ihr Geschäft in der Messinggasse betreibt, bei der Gemeinderatssitzung am 7. September an die Stadtverwaltung mit der Bitte, die Innenstadt-Kaufleute doch bei der Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung zu unterstützen. Die tausenden Lämpchen, die in der Lienzer Altstadt mehrere Wochen für Weihnachtsstimmung sorgen, wurden von den Kaufleute-Vereinen angekauft und vor zwei Jahren mit Unterstützung des TVBO auf energiesparende LEDs umgestellt. 

Auch die Stromrechnung übernehmen die Geschäftsleute. Allerdings wünscht man sich Unterstützung bei der Lagerung der Lampen und auch bei deren Montage. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik sagte beides zu, einen geeigneten Raum werde man finden und auch einen Mitarbeiter der Stadt als Assistent für das ausführende Elektrounternehmen abstellen. Der Gemeinderat segnete diese Unterstützung einstimmig ab.

Es werde Licht! Die Lienzer Kaufleuteschaft möchte trotz Energiekrise und Teuerung keinesfalls auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten. Die Stadt sichert Unterstützung zu. Foto: Brunner Images

Auf wenig Gegenliebe stieß ein Vorschlag von MFG-Mandatarin Christl Laßnig, die angesichts explodierender Energiepreise samt Teuerungswelle vorschlug, doch einmal auf die Beleuchtung zu verzichten und das Geld stattdessen für soziale Zwecke zu verwenden. Es seien keine öffentlichen Mittel, erläuterte Blanik, und daher sei das Geld auch nicht beliebig zu widmen. Gemeinderätin Jäger zeichnete ein stockdunkles Bild für den Fall, dass die Stadt nicht in weihnachtlichem Licht erstrahlt: „Dann sind wir tot.“ 

Grün-Mandatar Kienzl, der im Gemeinderat als Vertreter von Gerlinde Kieberl einen durchaus gelungenen Einstand feierte, erkundigte sich nach Einsparungsmöglichkeiten etwa durch eine Zeitsteuerung. Alles schon da, betonte die Bürgermeisterin, die Stadt fahre die Straßenbeleuchtung bereits jetzt ab 22.00 Uhr auf 75 Prozent zurück und Kaufleute-Sprecherin Jäger versicherte, dass die Geschäfte ihre Auslagenbeleuchtung und eventuell auch die allgemeine Weihnachtsbeleuchtung zeitlich etwas einschränken könnten. 

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschafter arbeitete Jahrzehnte als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er mit seiner Familie im Jahr 2000 nach Lienz zurückkehrte und dort 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief.

5 Postings

Elisabeth

In den letzten Jahren ist es oft vorgekommen, dass die Weihnachtsbeleuchtung Ende Jänner schon am späten Nachmittag gebrannt hat, und am Zettersfeld noch die Sonne leuchtete. Als fleißige Stromsparerin war das nicht angenehm zu sehen.

 
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miraculix

Die Tradition, in der WEIHNACHTSzeit die Straßen und Plätze festlich zu beleuchten, wird die Problematik der knappen Energie nicht wesentlich anheizen. Möchte mir hier ausdücklich dem Vorschlag von @bb anschließen: Vom ersten Adventwochenende bis Dreikönig wäre ein passender Teil des Jahres und würde 50% der bisherigen Betriebszeiten einsparen. Mit einer zusätzlichen Einschränkung des täglichen Betriebs wäre noch um einiges mehr möglich.

Nebenbei: In einem durchschnittlichen Haushalt entfallen auf die Beleuchtung etwa 3% des Gesamtenergieverbrauchs. Natürlich lässt sich auch hier etwas einsparen, aber wirkungsvoller wären sicher schon kleine Änderungen bei der Raumwärme und bei der Mobilität, denn diesen beiden "Tortenstücke" fallen mit jeweils mehr als 30% deutlich größer aus ...

 
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    SCHWARZER Hannes

    Damit man weiß, wovon gesprochen wird: Beleuchtung Obere Altstadt: Letzte Novemberwoche bis Lichtmeß (02. Feber), täglich von 15:00 - 22:00 in Betrieb: Kosten ca. 500.- p.a. ! 95% der Kosten verursacht die Montage, Wartung und Demontage, sowie die Lagerung der Beleuchtung. Da kann und wird die Stadt helfen, indem die Beleuchtung in Lagerräumen der Stadt gelagert wird, bzw. ein Mitarbeiter bei Montage und Demontage hilft.

     
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      miraculix

      Danke für die Fakten. Nachdem schon jetzt (9. September) in den Geschäften die Lebkuchen eingeräumt werden und spätestens in 2 Wochen auch die "Nikoläuse" aus den Regalen lächeln werden, fände ich es trotzdem gut, wenn die Weihnachtsbeleuchtung mit dem Dreikönigstag beendet würde. Die Kosten für die Lagerräume würden dadurch sicher auch nicht anwachsen ... ;-)

       
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bb

Zeitliche Beschränkung fände ich sehr gut - auch für das gestresste Auge: vom ersten Advent-Wochenende bis Dreikönig, und nicht wie zuletzt "gefühlt" den ganzen Winter lang.

 
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