Energiecoaching: Bis zu 200 Euro im Jahr sparen

Kostenlose Initiative „DoppelPlus“ berät Haushalte in Klima- und Energiefragen. Verstärkung in Osttirol gesucht!

Licht ausschalten, unbenützte Ladekabel aus der Steckdose ziehen, den Geschirrspüler nicht halbvoll in Betrieb nehmen –  viele Energiespartipps sind den meisten Menschen bekannt, umgesetzt wurden sie in der Vergangenheit von einigen mehr, von manchen weniger. Strom und Wärme schienen bis zu diesem Jahr eben unbegrenzt verfügbar. Wenn schon nicht der Klimawandel, dann zeigen nun die explodierenden Energiepreise, dass Strom- und Energiesparen Sinn macht: Nicht nur für's Klima, sondern vor allem auch für die eigene Geldbörse.

Wie sich Strom- und Energiespartipps in den Alltag integrieren lassen, zeigt die Initiative „DoppelPlus“, welche vom Land Tirol gefördert wird und Mieter:innen kostenlos zur Verfügung steht. „Als wir im Jahr 2017 starteten, richtete sich unser Projekt an einkommensschwache Haushalte, die schon vor der Energiekrise auf Stromsparen angewiesen waren“, erklärt Johanna Nagiller, Projektleiterin der Klima- und Energiecoaching-Initiative „DoppelPlus“. Inzwischen habe man das Projekt ausgeweitet, nun können sämtliche Mieter:innen –  unabhängig von ihrem Haushaltsbudget – das Coaching-Angebot von „DoppelPlus“ anfordern.

Johanna Nagiller und Vera Jäger von „DoppelPlus“ wissen, wie Geldbörse und Klima gleichzeitig geschont werden. Fotos: Dolomitenstadt/Huber

Der Vorteil eines Klima- und Energiecoachings ist, dass nicht einfach nur Energiespartipps aufgelistet werden, sondern zwei ehrenamtliche „DoppelPlus“-Coaches vorbeikommen und die Mieter:innen in den eigenen vier Wänden beraten. So werden individuelle Stromsparpotenziale erkannt und es wird auf persönliche Rückfragen eingegangen.

„Nach einem unserer Coachings sparen die Haushalte etwa 200 Euro im Jahr und der CO2-Ausstoß wird um 650 Kilogramm reduziert.“

Johanna Nagiller, Projektleiterin „DoppelPlus“

„Viele Menschen glauben, dass sie beim Energiesparen alte Gewohnheiten aufgeben und sich selbst einschränken müssen“, schmunzelt Vera Jäger, sie ist seit 2018 als ehrenamtliche Mitarbeiterin Teil des Projektes. „Das ist allerdings überhaupt nicht so, wir wollen den Menschen möglichst viele Tipps mitgeben, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen.“ Die Tipps helfen zum Teil sogar, die Lebensqualität zu steigern, anstatt diese einzuschränken, während gleichzeitig das Haushaltsbudget entlastet und das Klima geschont wird: „Nach einem unserer Coachings sparen die Haushalte etwa 200 Euro im Jahr und der CO2-Ausstoß wird um 650 Kilogramm reduziert“, rechnet Projektleiterin Johanna Nagiller vor.

Der Fokus der Beratung liegt auf der „kleinen Geldbörse“: „Ein Geräteneukauf beispielsweise birgt zwar Einsparungspotenzial, macht aber nicht für alle Haushalte Sinn, weil eine Neuanschaffung immer mit Zusatzkosten verbunden ist“, erklärt Nagiller. Generell empfehle man nicht unbedingt einen Neukauf, so lange ein Gerät funktionstüchtig ist: „Ein funktionierendes Gerät zu entsorgen, ist für den Klimaschutz ebenfalls nicht förderlich.“ Dasselbe empfehlen die „DoppelPlus“-Coaches für die Beleuchtung: „Alte Glühbirnen und Halogenlampen sollte man erst gegen LED-Lampen ersetzen, wenn sie nicht mehr funktionieren, ansonsten hält sich der Preis des Neukaufes mit dem Potenzial der Stromeinsparung die Waage“, erklärt Vera Jäger.

Mehr Entlastung erziele man, wenn man die Geräte bewusst einsetzt: Lieber einmal weniger oft waschen und dafür die Waschmaschine beim nächsten Waschgang bis oben hin füllen. „Gerade für Alltagskleidung ist es oft ausreichend, nur mit 30 Grad zu waschen“, erklärt Jäger. Zwischendurch sollte aber mit 60 Grad gewaschen werden – etwa Handtücher und Bettwäsche: „Das verhindert, dass sich ein Biofilm aus Mikroorganismen in der Waschmaschine bildet.“ Der Geschirrspüler sollte nur in Betrieb genommen werden, wenn er gut gefüllt ist: „Das ist energiesparender, als das Geschirr von Hand zu spülen.“ Auch der Kühlschrank läuft energieschonender, wenn mehr Lebensmittel darin gelagert werden: „Besonders Flüssigkeiten speichern enorm viel Kälte, die, wenn der Kühlschrank halb leer ist, einfach in den Raum entweichen würde, wenn man die Kühlschranktür öffnet,“ erklärt Nagiller. So könne man auch den Biervorrat mit gutem Gewissen im Kühlschrank lagern, wenn dieser ansonsten nicht gefüllt ist, meint sie mit einem Augenzwinkern.

Jeder Haushalt bietet individuelle Möglichkeiten, Strom zu sparen: Den Geschirrspüler gut zu füllen und ungenützte Ladekabel auszustecken mag für den einen logisch sein, für den anderen eine Überraschung.

Die Coaches beraten die Haushalte neben Energie- und Stromfragen in den Bereichen Abfallvermeidung und Mülltrennung, Mobilität und nachhaltige Ernährung. „Auch in diesen Lebensbereichen gibt es oft ein enormes Einsparungspotenzial, welches das Klima schont und das Haushaltsbudget entlastet“, verrät Vera Jäger.

Als die Ehrenamtliche von dem Projekt „DoppelPlus“ zum ersten Mal etwas gehört hatte, war klar, dass sie sich engagieren würde. „Ich hab mir gedacht: Das ist es!“ Mit vielen Klimaschutz- und Energiesparthemen sei sie ganz selbstverständlich aufgewachsen: „Wir haben daheim immer schon Müll getrennt, haben versucht Ressourcen einzusparen, wo es möglich war, usw.“, erklärt sie. Später habe sie gemerkt, dass das in den meisten Haushalten keine Selbstverständlichkeit ist und nach einem ehrenamtlichen Engagement habe sie sich zu diesem Zeitpunkt schon länger umgesehen.

Wer sich am Projekt „DoppelPlus“ ebenfalls als ehrenamtlicher Coach beteiligen möchte, hat die Möglichkeit, sich zur nächsten Ausbildung im November anzumelden. „Die Ausbildung findet an zwei Halbtagen statt, zusätzlich wird ein Teil der Theorie im Selbststudium erworben“, erklärt Projektleiterin Johanna Nagiller und freut sich über Interessierte: „In Osttirol gibt es derzeit nur einen ehrenamtlichen Mitarbeiter im Einsatz, wir freuen uns über Verstärkung in Lienz!“

All jene, die weniger tief in die Materie eintauchen möchten, allerdings an einem Coaching im eigenen Haushalt interessiert sind, haben online die Möglichkeit, das kostenlose Angebot zu beantragen und so nicht nur ihrer Geldtasche, sondern gleichzeitig dem Klima etwas Gutes zu tun.

Anna Maria Huber studiert in Innsbruck, schreibt nicht nur für dolomitenstadt.at sondern auch für die Straßenzeitung 20er und betreut unser Redaktionsbüro in der Landeshauptstadt. Annas Stärken sind penible Recherchen und die Fähigkeit, komplexe Inhalte in klare und verständliche Artikel zu verwandeln.

14 Postings

Zahlen-lügen-nicht..

Oh, 200 Euro I'm Jahr gespart. 🤔🤣

 
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    senf

    Du lachst?

    Die eingesparten 200 Euro reichen immerhin für ein zusätzliches Wochenende in Grado🤔 🤣 🤣

    Isch doch so, oder?

     
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MPS

https://youtu.be/6fyicjb_-sk

 
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Elisabeth

Es gibt noch eine ganz tolle Möglichkeit, beim Kochen Energie und Zeit zu sparen. Früher als Kochkiste bekannt, gibt es nun den schicken "Wonderbag" im Weltladen Lienz in der Rosengasse zu kaufen. Eine dicke Isolierschicht um einen Topf, lässt diese nach kurzem Aufkochen am Herd, selbstständig weiter garen. Ohne, dass etwas anbrennt. Am Morgen in den "Wonderbag", zu Mittag heiß essen. z.B. Erdäpfel kochen, Reis, u.vm. Mit dem Kauf unterstützt man dazu arme Familien in Südafrika, die sich Holz zum Kochen noch weniger leisten können.

 
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    gnom

    Über manche Daumen nach unten kann ich mich nichteinmal mehr wundern.......Was ist schlecht an einer Methode bei der man Zeit und Energie spart und zusätzlich noch jemanden in einer armen Region unterstützt? https://www.kochen-mit-wonderbag.de/

     
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      Godmensch

      ich wundere mich nur mehr über welchen Blödsinn wir hir noch weiter diskutieren werden. Vielleicht helfen ja 2 Jacken besser gegen Kälte als 1 Wolldecke oder soll ich meine Thermosflasche mit Tee auch als Wärmeflasche verwenden usw. Mir reichts jetzt. Ich buche mir eine nachhaltige Kreuzfahrt mit einigen 10.000 PS Dieselmotoren. Bye bye

       
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iwases@

Zwei Fragen noch, bevor ich mich kalt duschen geh (um damit meinen CO2-Ausstoß um mehr als 650 Kilogramm zu reduzieren): Wie hoch sind die Steuerbelastungen auf Kerosin? Und: Wieviel Energie verbraucht ein Kreuzfahrtsschiff noch einmal am Tag?

 
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    senf

    iwases a et

     
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Bergtirol1

... Solange es sich die "großen" auf unserer schönen Welt noch leisten können von a nach b zur x-beliebigen Zeit zu kommen, wird das mit dem "Spargedanken"doch eher mikrig aussehen!! Sicherlich ist jeder einzelne von uns ein wichtiger Teil des Ganzen, dennoch wirkt es so als würde jeder einzelne von uns mit einer Zahnbürste den Boden schrubben - - - nicht aussichtslos aber seeeeeehr mühsam 👍

 
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Godmensch

...... bin schon gonz deppert von dem ganzen "energie sparen, natur, klimaschutz-neutral, die welt retten jetzt, nachhaltig usw. Wieviel kW braucht es nochmal um ein E-Auto aufzuladen 🤦‍♂️

 
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    Migranten Kind

    Energieeffizienz eines Elektro Autos ist dreimal höher wie beim Verbrennungsmotor. Vielleicht sollten sie hilfe beim Energie sparen in Anspruch nehmen .

    Weiss nicht was die Kommentare alle sollen , hauptsächlich geht es doch um eine Hilfe . Muss ja keiner von euch in Anspruch nehmen . Ich hatte mal vor 8 Jahren Energieberater ( Sportkamerad von mir ) in der Wohnung , war super und seit dem habe ich bei der Tiwag 50% weniger verbrauch als der Durchschnitt ( meiner Haushaltsgrösse) . Weiteres habe ich auch viel weniger Verbrauch bei Heizkosten pro Quadratmeter als der Rest im Wohnhaus. War auch gleich in der Beratung dabei .

     
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    karli8

    ja der entscheidende Unterschied, es geht um Energie.... E-Autos benötigten Strom - ja soweit richtig - aber sie Wandeln vom eingesetzten Energieinhalt ca. 80% in Bewegungsenergie um (um das Fahrzeug tatsächlich zu bewegen) und ca. 20% in Wärme, welche nur marginal im Fahrzeug genutzt werden kann. Bei Verbrennungsmotoren sind wir hier mehr oder weniger beim umgekehrten Verhältnis (80% Abwärme, 20% Bewegung). Allein dadurch ergbit sich ein enormes Energiesparpotential --> darum geht es, denn das müssen ansonsten irgendwie herstellen/transportieren/umwandeln.... Energiesparen und auf klimaschutz setzen hilft zum Beispiel uns in Tirol unabhängiger vom Tourismus zu werden - wir "exportieren" derzeit 2 Milliarden € für Energieimporte. Wenn wir diesen Anteil in Tirol herstellen/gewinnen dann bleibt diese Wertschöpfung bei uns erhalten und wir gewinnen zusätzlich an Unabhängigkeit von globalen Vorgängen (welchen zum Beispiel gerade den Preis nach oben treiben).

     
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      wolf_c

      ... trotzdem braucht - egal ob Strom oder Öl - am meisten Energie das Fahrzeug selbst; ein Fußgänger braucht am wenigsten(Energie, außer er sitzt im Auto), ein Kinderwagenschieber schon etwas mehr ...

       
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    TW-WU

    Aufgrund des wesentlich besseren wirkungsgrad des emotors, benötigt ein eauto tatsächlich wesentlich weniger energie. Umgerechnet auf den co2-verbrauch auf 100km: Diesel: 6,36 * 2,65 = 16,9 Kilogramm Benziner: 7,88 * 2,37 = 18,7 Kilogramm E-Auto: 16,31 * 0,47 = 7,6 Kilogramm.

    https://www.wiwo.de/technologie/mobilitaet/blick-ins-archiv-hajeks-high-voltage-1-nachgerechnet-wann-elektroautos-sauberer-sind-als-verbrenner/25218614.html

     
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