"Upcycling" an der Uni Innsbruck: Aus Jubiläumsbannern wurden von der Lebenshilfe und der ibis acam Bildungs GmbH Taschen und Beutel hergestellt, welche nun verkauft werden. Alle Fotos: Dolomitenstadt/Huber

"Upcycling" an der Uni Innsbruck: Aus Jubiläumsbannern wurden von der Lebenshilfe und der ibis acam Bildungs GmbH Taschen und Beutel hergestellt, welche nun verkauft werden. Alle Fotos: Dolomitenstadt/Huber

Uni Innsbruck: Taschen aus Jubiläumsbannern

Ein rundum nachhaltiges Jubiläum war das Ziel. Nun wurden auch die letzten Reste „ge-upcycelt“.

„Unser 350-Jahr-Jubiläum nachhaltig zu gestalten war eines unserer Hauptanliegen, sowohl inhaltlich als auch in der Abwicklung“, erklärt Tilmann Märk, Rektor der Uni Innsbruck. Im Jahr 2019 fanden anlässlich des Jubiläums zahlreiche Events und Veranstaltungen statt, die mit Fahnen, Bannern und anderen Werbematerialien aus Planen und Mesh beworben wurden. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Tirol und der ibis acam Bildungs GmbH wurden diese „letzten Reste“ der Jubiläumsfeierlichkeiten wiederverwertet und zu Taschen, Turnbeuteln, Geldbörsen und Federpenalen „ge-upcycelt“.

„Oft wird in Sonntagsreden nur von Nachhaltigkeit gepredigt, darum freue ich mich umso mehr, dass wir hier ins Tun gekommen sind“, zeigt sich Rektor Märk mit dem Projekt zufrieden und unterstreicht, dass die Universität Innsbruck auch in vielen anderen Bereichen die Nachhaltigkeit mitdenkt – nicht nur in der Forschung, sondern beispielsweise auch bei der Gebäudesanierung.

Freuen sich über die gelungene Zusammenarbeit: Evelyn Troppmair, Projektkoordinatorin der ibis acam Bildungs GmbH, Rektor Tilmann Märk und Georg Willeit, Geschäftsführer der Lebenshilfe Tirol. 

Insgesamt wurden knapp 650 Unikate aus rund 10.000m2 Stoffen und Planen von Hand gefertigt. Die Hälfte davon schneiderten die Jugendlichen des VIA AusbildungsFit der ibis acam Bildungs GmbH. Die Einrichtung bietet jungen Erwachsenen, die den Übergang von der Schule in den Beruf nicht aus eigener Kraft schaffen, eine engmaschige Unterstützung an. „Nachhaltigkeit und Upcycling sind für uns sehr wichtige Themen, die wir auch sonst mit den jungen Menschen auf verschiedenste Weisen bearbeiten“, erklärt Evelyn Troppmair, Projektkoordinatorin der ibis acam Bildungs GmbH. Gleichzeitig seien Kooperationen mit anderen Institutionen immer sehr spannend, um deren Inhalte anlassbezogen zu vermitteln. „So war in diesem Projekt die Universität Inhalt spannender Diskussionen und Lerneinheiten zu Fragen wie ,Was macht man da?‘, ,Arbeiten? Da kann man doch nur studieren‘, oder ,350 Jahre – die gibt’s schon so lange?‘“, erzählt Troppmair von ihrer Arbeit mit den Jugendlichen.

Die zweite Hälfte der Taschen wurde der Lebenshilfe Tirol am Arbeitsstandort Sillside – einer von drei Standorten in Innsbruck – gefertigt. „Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zu geben, selbst zu Akteuren für eine solidarischere, gerechtere und ökologisch nachhaltigere Welt zu werden, das ist eines der Ziele, die wir mit der Lebenshilfe verfolgen“, erklärt Georg Willeit, Geschäftsführer der Lebenshilfe Tirol. „Außerdem sind es Endprodukte, die man sieht, die lässig sind und gern getragen werden. Das hat noch einmal einen anderen Wert, als wenn unsere Klient:innen beispielsweise Autoventile konfigurieren, die niemand sieht.“

Sichtbar werden die handgefertigten Taschen in den kommenden Wochen und weit darüber hinaus in ganz Innsbruck sein: Die Upcycling-Produkte können von 11. bis zum 13. Oktober beim Uni-Pop-Up-Store am Campus Innrain erworben werden. Der Erlös aus dem Verkauf kommt zur Gänze der Lebenshilfe Tirol und der ibis acam Bildungs GmbH zugute.

Anna Maria Huber studiert in Innsbruck, schreibt nicht nur für dolomitenstadt.at sondern auch für die Straßenzeitung 20er und betreut unser Redaktionsbüro in der Landeshauptstadt. Annas Stärken sind penible Recherchen und die Fähigkeit, komplexe Inhalte in klare und verständliche Artikel zu verwandeln.

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