40 Sanitäter und Sanitäterinnen übten gemeinsam mit hundert Feuerwehrlern und mehreren Notärzten den Katastropheneinsatz. Alle Fotos: Rotes Kreuz/Inmann

40 Sanitäter und Sanitäterinnen übten gemeinsam mit hundert Feuerwehrlern und mehreren Notärzten den Katastropheneinsatz. Alle Fotos: Rotes Kreuz/Inmann

Das Rote Kreuz simulierte mit Partnern zwei Ernstfälle

Die realitätsnahe Übung war zugleich praktische Prüfung für neue Einsatzleiter.

Aus einer Grillerei unter Freunden wird eine Feuerexplosion mit Schwerverletzten. Durch einen technischen Defekt wird aus einer Schulung ein Kampf ums Überleben. Es sind dramatische Szenen, die sich am Samstag, den 15. Oktober in Kienburg und Matrei abspielten.

Bei dem „Großeinsatz“ handelte es sich um eine Übung zur Ausbildung von Mitarbeiter:innen der Sondereinsatzgruppe (SEG) des Roten Kreuzes Osttirol. Rund 40 Sanitäter:innen und weitere hundert Einsatzkräfte – Notärzte, Krisenintervention, Wasserrettung Osttirol, Feuerwehr Huben, Feuerwehr Virgen und Feuerwehr Matrei – probten den Ernstfall, also den Umgang mit Gerät und Material, das Betreiben einer Sanitätshilfestelle sowie die Patientenversorgung bei einem Massenanfall von Verletzten. Dieser Übung, die für die Einsatzleiter des Roten Kreuzes zugleich eine praktische Prüfung war – gingen in den Wochen zuvor eine theoretische SEG-Grundausbildung und eine Führungs- und Spezialistenausbildung voraus.

Die „Unfallopfer“, gespielt von Freunden des Roten Kreuzes und Mitarbeitern der iDM, wurden im Vorfeld durch darauf spezialisierte „Rot-Kreuz-Realistiker“ mit Kunstblut und Farbe geschminkt und entsprechend ihrem Verletzungsmuster instruiert.

Szenario 1: Am Flussufer der Isel in Kienburg werfen Jugendliche einer ausgelassenen Feier eine Spraydose ins Lagerfeuer. Es kommt zu einer Verpuffung. Durch Funkenflug gerät der angrenzende Auwald in Brand. Drei Jugendliche, die direkt am Lagerfeuer gesessen hatten, erleiden schwere Brandverletzungen. Aufgrund herumfliegender Glassplitter werden weitere Personen leicht bis mittelschwer verletzt. Aus Panik stürzen drei Jugendliche in die Isel und werden von den Fluten mitgerissen. Wasserrettung, Feuerwehr Huben, rund 40 Sanitäter und drei Notärzte verhindern Schlimmeres, retten und versorgen die Verletzten.

Szenario 2: In einer Halle am Gelände der iDM in Matrei löst ein technischer Defekt einen Brand aus. Im Gebäude befinden sich 20 Mitarbeiter. Durch den Brandmelder gerät ein Staplerfahrer in Panik und fährt gegen die Brandschutztür, viel Rauch verbreitet sich im Stiegenhaus, eine Flucht ist nicht mehr möglich. Einige Angestellte im ersten Stock versuchen, sich über den Balkon zu retten, dabei stürzt eine Person rund sechs Meter in die Tiefe.

Innerhalb weniger Minuten nach der Alarmierung trafen bei der Übung die Einsatzkräfte ein. Die Feuerwehr Matrei barg die teils bewusstlosen Personen mittels Drehleiter und Atemschutzmasken. Sanitäter kümmerten sich um die Patienten, die hauptsächlich unter Verbrennungen und Inhalationstraumata litten.

Bezirksstellenleiter Egon Kleinlercher, Bezirksrettungskommandant Herbert Girstmair, Bezirksrotkreuzarzt Franz Krösslhuber und Bürgermeister Raimund Steiner waren persönlich vor Ort, um sich von der Qualität der Übungen zu überzeugen. Für die Einsatzübung hauptverantwortlich war Franz Köll, Mitarbeiter im Bezirksrettungskommando. Am Abend nach erfolgreich absolvierter Übung erhielten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Sondereinsatzgruppe ihre Dekrete, unter ihnen auch zwei neue Einsatzleiter: Alexandra Bstieler aus Virgen und Stefan Mariacher aus Prägraten absolvierten die praktische Prüfung mit Erfolg.

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