Die Regioflink-Busse vermitteln einen Vorgeschmack auf das kommende Design der VVT-Flotte. Nur neu angeschaffte Fahrzeuge werden so gestaltet, wird betont. Es gibt keine Umfärbungen. Foto: VVT

Die Regioflink-Busse vermitteln einen Vorgeschmack auf das kommende Design der VVT-Flotte. Nur neu angeschaffte Fahrzeuge werden so gestaltet, wird betont. Es gibt keine Umfärbungen. Foto: VVT

VVT kontert auf Kritik: Kein Regiobus wird umgefärbt

Eine dringliche Anfrage der Liste Fritz zielt für den Verkehrsverbund Tirol am Thema vorbei.

Für den Novemberlandtag kündigt die Liste Fritz eine dringliche Anfrage zu einer „sündteuren Umfärbeaktion“ des Verkehrsverbunds Tirol (VVT) an. Laut Fritz-Mandatar Markus Sint sei geplant, „mehr als 600 Regiobusse neu zu beschriften und komplett umzufärben.“ Sint schätzt die Kosten dafür auf 1,5 Millionen Euro und spricht von „100 Prozent Steuergeldverschwendung eines zu 100 Prozent im Eigentum des Landes stehenden Unternehmens“ und einem „noch unter Schwarz-Grün ausgeheckten Schildbürgerstreich“.

Auf Nachfrage von dolomitenstadt.at zeichnet der VVT ein etwas anderes Bild von der geplanten Designoffensive. „Der Verkehrsverbund Tirol wird keinen einzigen Regiobus umfärben“, betont Geschäftsführer Alexander Jug und verweist auf eine geplante Ausweitung des Angebots und damit verbunden die Frage der Wiedererkennbarkeit. Anfang des Jahres wurden beispielsweise der Bike-Sharing-Dienst „Regiorad“, und das On-Demand-Shuttle „Regioflink“ eingeführt.

Der Anfang des Jahres eingeführte Bike-Sharing-Dienst „Regiorad“ vermittelt einen Eindruck, wie das Design der Agentur Circus Schritt für Schritt auf alle Verkehrsmittel des VVT ausgeweitet werden kann. Foto: VVT

Im Zuge der Ausweitung der Produktpalette wurde beschlossen, allen Leistungen des Verkehrsunternehmens künftig ein einheitliches – und recht buntes – Design zu geben. Die Betonung liegt dabei auf künftig. Während Regiorad und Regioflink Anfang 2022 gleich in der neuen Optik eingeführt wurden, erhält die Regiobusflotte laut VVT erst nach und nach ein neues Aussehen. „Nur neu bestellte Fahrzeuge werden im neuen Design angeschafft. Alte Busse betrifft die Umstellung nicht. Das Design wird bei allen Neuausschreibungen berücksichtigt“, erklärt Jug.

„Wir wollen für alle Menschen in Tirol eine starke, wiedererkennbare Mobilitätswelt erschaffen und eine nahtlose Angebotskette vom Rad, zum Bus, zur Bahn, zum On-Demand-Verkehr, zum Sammeltaxi bis zu Mobilitätsstationen und Haltestellen schaffen. Immer wieder gab es Fragen dazu, welche Verkehrsmittel mit einem VVT-Ticket benutzt werden dürfen. Es war höchste Zeit unseren Fahrgästen und ihren Bedürfnissen zuzuhören. Das neue Design verbindet alle unterschiedlichen Dienste.“

Im Sommer 2021 – vor Einführung der neuen Services – lobte der VVT deshalb gemeinsam mit dem Designforum Tirol Weissraum einen internationalen Gestaltungswettbewerb aus. Eine Wettbewerbsvorgabe war, dass keine alten Busse umgefärbt, sondern nur neu beschaffte Fahrzeuge im neuen Design bestellt werden. Eingebunden wurden Expert:innen aus der Designbranche und auch aus der Industrie. Als Sieger ging das Designbüro Circus hervor, dessen aus Osttirol stammender Gründer und Inhaber Andreas Schett nicht nur in der Designwelt sondern auch als Musiker und Leiter der legendären ‚Musicbanda Franui‘ Rang und Namen hat.

Für Birgit Schmoltner, Kommunikationschefin des VVT, sind die durchwegs positiven Reaktionen aus der Design-Community ein erster Beleg für das Gelingen der visuellen Transformation des Unternehmens: „Das neue Flotten-Design des VVT wurde von designaustria zum Leuchtturm-Projekt gekürt.“

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschafter arbeitete Jahrzehnte als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er mit seiner Familie im Jahr 2000 nach Lienz zurückkehrte und dort 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief.

3 Postings

Leon Wolf

Wenn es denn wenigstens ein schönes neues Design wäre... Man sollte lieber auf andere Dinge schauen. Auf Osttirol bezogen: Stadtbusliniennetz erweitern, bei allen Linien soll es längere Betriebszeiten und besseren Takt geben, vorallem im Lienzer Talboden. Haltestellen sollten Kundenfreundlicher werden, eine günstige Jahreskarte für den Bezirk Lienz. Das würde bestimmt helfen. Andere Farben eher nicht...

 
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regnerps

Es ist schön das der VVT keine anderen Sorgen hat als das Design der Busse zu ändern jetzt wo sich alle Menschen auf die Farbe Gelb eingestellt haben müssen einige Taugenichts beim VVT wieder alles ändern da Frage ich mich schon ob da beim VVT noch alles OK ist.Wen ein Bus in der Farbe Gelb kommt weiß jeder ob jung oder alt das ist mein Linienbus außerdem hat die Farbe einen gewissen sicherheits efekt da sie sich aus der Masse herausheben.Ich würde es begrüßen wenn die Busse so bleiben wie sie sind also Gelb und sofort als VVT Bus erkennbar.Die Herrschaften beim VVT sollten sich stattdessen darum kümmern das alle Haltestellen mit einer Sitzgelegenheit und Wettergeschütz sind und eine Info wann der nächste Bus kommt.Auch wäre es wichtig gewisse Linien nur mit E-Busse zu betreiben besonders in den Städten und wo braucht größe Busse oder würde das auch mit einen kleinen gehen(Stadtbus Lienz).

 
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    unholdenbank

    Stimme voll zu !!!! Warum muss man immer irgendwelche Designfuzzies mit Aufträgen versorgen. Die haben eh schon genug verbrochen ohne die Welt maßgeblich zu verbessern oder zumindest nicht zu verschlechtern. Aber immer weiter so im Turbowirbel abwärts.

     
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