Krampus trinkt Hafermilch, Bauern schäumen

Die Tirol Werbung muss nach Protesten der Landwirtschaftskammer eine Videokampagne stoppen. Mit Video!

„Ruafn Sie wegen dem Percht an?“, fragt die Frauenstimme am anderen Ende der Leitung. Im Headquarter der Tirol Werbung laufen am Dienstag die Telefone heiß. Doch was war passiert? Etwa ein Imageschaden à la Ischgl? Ja, wenn es nach der Landwirtschaftskammer geht. Deren Präsident Josef Hechenberger ist angesichts eines Imageclips der Tirol Werbung außer sich und wittert einen „Affront gegen die Tiroler Landwirtschaft“.

Auslöser für den Frust der Bauern ist ein hippes Heißgetränk. In einem aktuellen Werbespot für Tirol bestellt ein Krampus einen Latte Macchiato und macht dabei – aus der Sicht Hechenbergers – einen unverzeihlichen Fehler: Der wilde Geselle lässt den Kaffee mit Hafermilch aufschäumen! „Ich vermisse hier ganz klar die Sensibilität gegenüber der heimischen Landwirtschaft. Es kann doch nicht sein, dass in einem Werbevideo für Tirol, das die traditionelle Gastfreundschaft hochhält, ,Hafermilch‘ und nicht die ureigene, echte Tiroler Milch vorkommt“, so der Kammerboss.

Hechenberger intervenierte und forderte die Tirol Werbung auf, den Werbeauftritt „zu hinterfragen“ – mit Erfolg. Nur kurz nach der Zusage, uns aktuelle Infos und den Spot zu schicken, zog die Tiroler Werbeorganisation das Video kurzerhand zurück und löschte es von allen Plattformen. Ein Kniefall vor den Bauern? Wie uns die Tirol Werbung mitteilt, wolle man keine Irritationen auslösen: „Weder in der von uns sehr geschätzten Landwirtschaft, noch auf Seiten der Konsument:innen.“

Die Kampagne wird pausiert und die Ausspielung des Werbeclips im deutschsprachigen Raum gestoppt. Die Tirol Werbung will das Video überarbeiten, indem aus der verwendeten Bezeichnung „Hafermilch“ die „Milch“ gestrichen wird. „Die publizierten Spots werden heruntergenommen, bis wir über eine alternative, überarbeitete Version ohne die kritische Benennung als ‚Milch‘ verfügen“, so die Begründung. Schließlich wolle man ja keine Werbung für Pflanzendrinks machen.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

26 Postings

griasenk

Na was soll man dazu sagen ;-) Ich habe vor langer Zeit mal gelernt, das Negativwerbung auch Werbung ist. Mission completed!! Ich halte es da mit Muscicapa, vollkommen richtig. Griasenk

 
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Biker

Wenigen ist bewusst das hier gezielt manipuliert wird. Ohne die Hafermilch und die Entrüstung der Bauern wäre der Clip nur einer von vielen.

Die Werbestrategen im Hintergrund sind verzückt vom Echo der Entrüstung!

 
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ros

Wenn man sich über eine Milchalternative so viel aufregen muss, dann weiß man, dass die Lobby dahinter riesig ist. Werden laktoseintolerante Krampuse von Herrn Hechenberger respektiert geschweige denn Bauern, die Hafer anbauen?

 
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Omo

Seitwann trinkt a Krampus Milch? Aaah geh, wer glabt denn sowas?

 
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chiller336

der tiroler hafermilchskandal, was sagt man dazu ...... ich frag mich mehr und mehr: degeneriert die menschheit schon so vakant? ich wünsche mir die zeiten, wo ich noch als kind die warme kuhmilch vom bauern gholt hab und während dem heimgehn den einen oder anderen schluck gnommen hab. und ich meine damit nicht die zeiten wegen der kuhmilch, sondern die zeiten, wo das milch- und andere themen noch kein weltbewegendes problem war. und? heut trinkt man halt hafermilch, wenns die leute wollen und der krampus seinen macchiato gern damit trinkt. wo ist das problem? das auge für die wirklichen probleme - energieverteuerung, fernwärmeverteuerung, lebensmittelverteuerung, inflation etc pp - ist mittlerweile blind, man hängt sich an soo einem schmarren auf? möglicherweise is der hirnfresserwurm im heiligen land nordtirol mitsamt all seinen götzen wie tirol milch, tourismus und was weiss ich noch oder wieder höchst aktiv. vielleicht wars gar nicht corona, sondern einfach die verblödung mancher köpfe??

 
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MWN

Die Landwirtschaftsckammer ist offenbar wirklich von großen Problemen gepeinigt. Als nächstes wird sich wohl irgendein Schitzenckommandant über den Latte Mackckiato aufregen.

 
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bb

Ein absolut gelungener Werbespot - danke für's Schäumen und diesen Artikel. Sonst wär mir der Film entgangen.... :)

 
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multi 1

Die Osttiroler Krampuse haben e lieber einen Latte mit Gerstenschaum. Bissl mehr Humor in dieser Zeit.

 
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steuerzahler

Bin ich froh, daß ich meinen Kaffee immer schwarz trinke und Werbung, egal von welchem Sender, konsequent abdrehe. Der Schwachsinn, der in den Werbesendungen verzapft wird, dient lediglich zur Gehirnwäsche. Informationen zu einem Produkt gibt es schon lange nicht mehr. Die Aufregung von einem Kämmerer ist überflüssig. Ich trinke keine Hafermilch und auch wenn die Werbung angepasst wird, wird sie mich nicht erreichen.

 
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bobbilein

ich finde den spot großartig, er wurde übrigens bei den cannes corporate media & tv awards in der kategorie tourismusfilm regional mit einem "silbernen delfin" ausgezeichnet. schade, dass die tirol werbung vor der landwirtschaftskammer einknickt u. den werbefilm pausiert, anderseits wirkt hier aber ohnehin der streisand-effekt.

 
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Muscicapa

Echt, wirklich? Oder hat die Tirolwerbung den Protest selbst organisiert, damit das Video mehr Aufmerksamkeit bekommt. Schade nur, dass es keine aufschäumbare heimische Hafermilch gibt, mit der man einen guten Latte Macchiato machen könnte. Das wär eine lohnendere Aufgabe für die Landwirtschaftskammer...

 
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hoerzuOT

Zum Glück hat Tirol keine anderen Probleme.

 
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Efeu

Also wirklich LÄCHERLICH wie sich so manche über diesen, wie ich finde, gelungenen, in Optik und Qualität ansprechenden Werbefilm aufregen können. Er verbindet Tradition und Moderne in einem, wie es sein soll. Er spricht zusätzlich eine neue Zielgruppe an, die ja, wie vermutlich durch einen Tourismuswerbefilm gewünscht, nach Tirol gelockt werden soll. Es wird ja nicht im Grunde die Hafermilch sondern die Tradition der Krampusse und die tiroler Gastfreundschaft beworben und die Fähigkeit tolle, kreative Werbung zu produzieren. Da hat also "Goliath" (die heimische Milchlandwirtschaft) wohl Angst vor David (Planzliche Milchalternativen, die übrigens auch schon mit heimisch angebautem Getreide in Österreich produziert werden).

 
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    bergfex

    Laut den Bauernvertretern sollte wohl "TIROL MILCH" gesagt werden. Tirol-Milch hat mit Tirol null zu tun, also Aufregung umsonst. 90% der Tirol-Milch Käufer glauben immer noch sie trinken Milch aus Tirol und diese würde auch in Tirol verarbeitet.

     
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bobbilein

dass für die "ureigene, echte milch" die kuh schwanger werden und ein kalb gebären muss, ihr dann das junge weggenommen wird, damit wir menschen die milch, die von der natur eigentlich für das kalb bestimmt ist, trinken können, sollte der eigentliche skandal sein!

danke, krampus!

 
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    turboschatten

    @bobbilein: ... selten so einen aufgelegten BLÖDSINN gehört - im Biologieunterricht wohl länger gefehlt, oder ist sonst was "schief gelaufen"...?????

     
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      bobbilein

      stimmt, was ich vergessen habe: sobald die milchleistung der mutterkuh abfällt, steht die nächste zwangsbesamung an.

      das kalb, das von der mutter getrennt wurde, bekommt meist eine ersatznahrung.

       
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      Efeu

      Ahh Turboschatten: Dann sind Sie, was das betrifft wohl auf dem Schulniveau-Biologieunterricht stehen geblieben, wo wir als Kinder sicher nicht lernten das tatsächlich der Großteil der österreichischen Milchkühe den Großteil ihres Lebens in Anbindehaltung in den Ställen verbringen, (Für eine Milchkuh mit durchschnittlicher Lebenserwartung von 5 Jahren, die ab einem Alter von 6 Monaten angebunden werden darf, bedeutet das beispielsweise zirka 1.600 Tage Leben mit einem Strick oder einer Kette um den Hals) oft schon als Kalb schmerzhaft enthornt wurden, eventl. noch der Schwanz während der Anbindehaltung zusätzlich nach oben gebunden wird, sie tatsächlich künstlich besamt werden (was Sie gerne im Internet recherchieren können und dazu viele, landwirtschaftliche, tierärztliche usw. Berichte diesbezüglich finden werden wo dies als "Standard" bezeichnet wird), die Kälber (sofern nicht Mutterkuhhaltung) sofort nach der Geburt weggenommen werden, mit Ersatzmilch gefüttert, und dann sehr, sehr oft per qualvollem Tiertransporter wo weiß wo hin geliefert werden, (auch tiroler Kälber wurden schon z.B in spanischen und libanesischen Schlachthöfen, dank Ohrmarke erkennbar identifiziert und: es war keine Wohlfühlfahrt die diese Kälber bis dorthin hinter sich hatten). Würden die Kälber bei der Mutter gelassen würden diese ja die "wertvolle" Milch trinken, die ja für uns Menschen bestimmt sein soll und Geld bringt. Lassen Sie sich nicht durch die romantischen Bilder aus der Werbung wo Kühe dauernd auf der Weide stehen oder die Tiere die sie bei uns in Österreich im Freien stehen sehen nicht glauben machen lassen dass dies der Großteil und die Norm ist. Bzw. durch den prozentuell geringen Anteil derer LandwirtInnen die es vielleicht nicht so betreiben und denen weniger Tierqual noch am Herzen liegt. das ist ABER nicht der Standard in Österreich!! Also, Turboschatten: Ich bin zwar keine Lehrerin aber diesbezüglich muss ich Ihnen was den Biologieunterricht betrifft wohl doch noch mal zu einer Wiederholungsrunde raten bzw. könnten Sie Ihre Informationsquellen mal wieder aktualisieren.

       
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      SCHWARZER Hannes

      Ach ja, wir haben ja vergessen, dass die Milchproduktion gleich die Weinvermehrung von Kanaa funktioniert. Dafür brauchen wir das klare Tiroler Bergwasser, jetzt kapier' ich's auch!

       
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    unholdenbank

    Die Kuh "wird nicht schwanger", sie wird gezielt mittels eines Röhrchens und eines langen Handschuhes mit dem Samen eines weit entfernten Zuchtbullens (https://www.youtube.com/watch?v=ic2dpIawga0) "geschwängert" (https://www.youtube.com/watch?v=pwxaEv0s7w4) - ja auch das ist Teil des Skandals. Und dann "sind wir Tirol Milch, weil's woah isch". Diese Milch wird dann aus "Kostengründen" nach Wels bzw. Wörgl mittels LKW transportiert und wieder mittels LKW zurück zum "Verbraucher" geführt. Auch das sollte die Tirol Werbung verbalisieren. Sie hält aber lieber den Schein (besser gesagt die Lüge) von der rührenden Almwirtschaft aufrecht. Felix Mitterer hatte doch recht! Und @turboschatten: Da ist wohl bei Ihnen etwas schief gelaufen - weil genauso, wie @bobbilein das beschrieben hat, ist es. Da haben wohl Sie länger im Biologieunterricht gefehlt. Außerdem haben Sie diesen "BLÖDSINN" vermutlich nicht gehört, sondern eher gelesen!

     
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      jakob3

      Bei uns z.B. kommen die Kühe MIT DEM STIER im Sommer auf die Alm und werden dort "geschwängert" und wir sind sicher nicht die Einzigen in Osttirol die das so handhaben😉

       
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      unholdenbank

      Dann, @jakob3 sind Sie und Ihre Rinder zu beneiden, Hut ab. Aber wahrscheinlich sind Sie einer der Wenigen, wenn nicht doch der Einzige. Beim Großteil der Rinderzüchter werden Kühe mit der Röhrchenpumpe geschwängert, oder können Sie hieb- und stichfeste Zahlen dazu nennen (Aber bitte nicht aus dem Raiffeisenbereich - die glaubt eh kein denkender Mensch mehr)

       
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MagdaLe

Man kann auch alles ein bissl übertreiben. Anscheinend fühlt man sich von der Hafermilch so bedroht, dass man gleich "schäumen" muss.

Seit einigen Jahren trinke ich aus gesundheitlichen Gründen keine Kuhmilch mehr und ich bin froh, dass es mit Hafermilch eine heimische Option zu Mandelmilch, Reismilch und Co. gibt. Und das sollte man gar nicht als Konkurrenz zu Kuhmilch sehen sondern als Chance. Aber lieber schimpft man vorsichtshalber mal.

 
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    r.ingruber

    Bei mir schäumt immer nur das Getränk.

     
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      iwases@

      Bei Ihnen schäumt wohl eher etwas "Gerstiges" als ein Latte Macchiato, oder täusche ich mich? "Hopfen und Malz - Gott erhalt's!" 😉

       
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    Efeu

    Genau!

     
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