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In Osttirol geretteter Hirsch ist wohlauf

2020 befreiten Jäger in Kartitsch einen Hirsch aus den Schneemassen. Aktuelle Bilder zeigen das kerngesunde Tier.

Nach massiven Niederschlägen im Dezember 2020 türmte sich der Schnee in Osttirol meterhoch. Die weiße Pracht setzte nicht nur den Einsatzkräften zu, die dicke Schneeschicht brachte auch das Wild an seine Grenzen. Damals verirrte sich ein prächtiger fünfjähriger Hirsch ins Tal und blieb beim Klammerwirt in Kartitsch im Schnee stecken. Das erschöpfte Wildtier konnte sich selbst nicht mehr befreien und drohte zu verenden.

Nach intensiven Diskussionen innerhalb der Kartitscher Jägerschaft entschied der Besitzer des Gasthauses, Josef Klammer, den Hirsch mit einigen engagierten Jägern auf eigene Faust und Kosten zu retten. Klammer kontaktierte den örtlichen Tierarzt Heinrich Rauchegger. Gemeinsam wurde das Risiko einer Narkose unter solch schwierigen Bedingungen besprochen.

Nachdem die Entscheidung getroffen war, wurde der Hirsch fixiert. „Wir haben ihn mit schonenden Injektionen narkotisiert“, erklärt Rauchegger. Anschließend wurde das betäubte Tier mit einem Augenschutz aus den Schneemassen befreit, von den Jägern auf dem Parkplatz des Gasthofes befördert und dort mit einer blauen Ohrmarke gekennzeichnet.

Der Hirsch wurde in die Schaufel eines Traktors gebettet und trotz hochgradiger Lawinengefahr an den Rand eines Wintereinstandes für Rotwild gebracht. Nach diesem Erlebnis wurde der Hirsch monatelang nicht mehr gesehen, auch auf Wildkameras im gesamten Jagdgebiet um Kartitsch fehlte jede Spur von ihm.

„Im Frühjahr 2021 wurde uns dann zu unserem Erstaunen ein Foto aus einer Nachbargemeinde zugesandt, das den besagten Hirsch in sehr gutem Zustand an einer Rotwildfütterung zeigt“, so Rauchegger. Seither wurde der Hirsch immer wieder abgelichtet, zuletzt trabte das Tier im Dezember 2022 Robert Mössler vor die Linse.

Zwei Jahre nach der Rettung: Der Hirsch futtert in einer Nachbargemeinde. Fotos: Robert Mössler

Die Freude über den Erfolg dieser besonderen Rettungsaktion ist bei allen Mitwirkenden groß. „Am Ende dieser Geschichte fällt mir dazu noch ein passendes Zitat ein: 'Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende'“, so der Tierarzt.

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3 Postings

Warum
vor 2 Jahren

eine schöne geschichte, da sieht man das jäger auch haupsächlich Heger und Pfleger sind 1-2-3

 
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chiller336
vor 2 Jahren

schöne geschichte - bleibt zu hoffen, dass der gemarkte hirsch überlebt und nicht auch von einem "waidmann" erlegt wird wie kürzlich das albinotier oder ein ebenfalls gemarktes tier

 
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so ist es vielleicht
vor 2 Jahren

Immer ein gutes Gefühl, wenn man sogar langfristig helfen konnte!

 
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