Ihr Dolo Plus Vorteil:
Diesen Artikel jetzt anhören

PSZ Osttirol: Über 1.000 Gespräche im ersten Jahr

Zwischenbilanz mit Landesrätin Pawlata. Kostenlose Beratungsstelle für psychische Gesundheit wird gut angenommen.

„Die Zahl der Belastungs- und Angststörungen nimmt tendenziell zu“, betonte Michael Wolf, Geschäftsführer der Tiroler Psychosozialen Zentren (PSZ), bei einem Pressegespräch in Lienz am heutigen Welttag für psychische Gesundheit. Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es in Osttirol mit dem PSZ eine Beratungsstellen für Menschen mit psychischen und psychosozialen Belastungen.

Beim Tag der offenen Tür war auch die zuständige Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ) vor Ort. „Es ist enorm wichtig, dass es solche Stellen zum Andocken gibt. Ein großer Vorteil dieser Einrichtung ist definitiv der niederschwellige Zugang“, so Pawlata, die dem vierköpfigen Team am Standort Lienz „ein großes Lob“ aussprach.

Das Quartett wurde seit der Gründung im Juli 2022 von rund 300 Personen aufgesucht, mit denen insgesamt über 1.000 Gespräche geführt wurden. Die Sorgen, die Betroffene plagen, sind vielfältig. „Ein großes Thema ist die Einsamkeit im Alter, aber auch Liebesprobleme spielen eine Rolle“, so Standortleiter Hans Schantl.

V.l.: Michael Wolf (Geschäftsführer der Psychosozialen Zentren Tirols), Soziallandesrätin Eva Pawlata und Hans Schantl, Leiter des PSZ Osttirol. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

„Es ist sehr wichtig, rasch und möglichst unkompliziert in die Beratung und Abklärung zu kommen, weil dann auch die Prognose besser ist“, betonte Wolf. Laut Statistik ist jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens von einer psychischen Krankheit betroffen. Über eigene Krisen zu sprechen, sei laut Wolf aber noch vielerorts tabu: „Hier kommen die Psychosozialen Zentren ins Spiel. Wir nehmen uns Zeit und klären in einem ersten Schritt die Ausgangslage, sind für entlastende Gespräche da und bieten Raum, um Handlungsstrategien zu entwickeln.“

In ganz Tirol gibt es fünf Psychosoziale Zentren. Sie sind Erstanlaufstellen und unterstützen Betroffene und Angehörige – von der Suche nach geeigneten Hilfen bis hin zur Eingliederung in psychosoziale Angebote. Insgesamt wurden allein im Jahr 2023 in allen Tiroler PSZ mehr als 4.600 Gespräche mit rund 1.700 Personen geführt. Die Psychosozialen Zentren Tirol werden vom Land Tirol jährlich mit insgesamt rund 2,4 Millionen Euro gefördert.

„Der Tag der psychischen Gesundheit soll einmal mehr deutlich machen, dass es keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit gibt. Es kann jede und jeden von uns treffen, in eine psychische Ausnahmesituation zu geraten – doch niemand muss damit alleine fertigwerden. Es freut mich, dass die Beratungsstelle in Lienz von der Bevölkerung gut angenommen wird“, so Pawlata. Im Audiointerview spricht die Landesrätin über den Stellenwert der PSZ und weitere Maßnahmen:


Ein Erstberatungstermin kann nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung unter 050 500 oder www.psz.tirol vereinbart werden. Die Beratungsstelle Osttirol in der Maximilianstraße 20 ist von Montag bis Freitag jeweils von 9.00 bis 14.00 Uhr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mobile Pflege: VAGET Osttirol hilft in der Krise

Sechsköpfiges Team bricht Stigmatisierung auf und bietet mobile Hilfe bei psychischen Erkrankungen im Alter.

3

Ein Posting

isnitwahr
vor 9 Monaten

ich hatte vor vielen Jahren aufgrund einer schweren Erkrankung und hintereinander 2 tragischen Ereignissen in der Familie ziemlich heftige psychische Probleme. Leider ist es bei Erkrankungen des Geistes und der Seele immer noch so, dass man das gern negiert, weil Erkrankungen, die nicht körperlicher Art sind, Schwäche bedeuten und Schwäche zu zeigen nicht in die heutige Zeit passt, das war auch bei mir nicht anders. Eine liebe Freundin, übrigens eine Diplomkrankenpflergerin, hat mich dann letztendlich dazu gebracht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Psychotherapie zu machen ist kein Klacks, sondern war - zumindest in meinem Fall - echt harte Arbeit, denn da kamen Dinge zum Vorschein, mit denen ich mich lieber nicht mehr beschäftigen wollte. Nichts desto trotz habe ich mich dem gestellt und mit Hilfe der Psychologin alles be- und dann verarbeitet und bin gestärkter denn je aus der Therapie herausgegangen. Den endgültigen Schritt zur Therapie hatte ich getan, weil meine Freundin zu mir gesagt hat, dass "sich seinen Problemen und Ängsten zu stellen wesentlich mehr Mut und Kraft benötigt, als alles immer noch tiefer zu vergraben und sich einzureden, dass eh alles in Ordnung ist". Heute bin unglaublich stolz, diesen Weg gegangen zu sein und ich spreche offen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis darüber, dass meine Seele sehr krank war, aber mit Hilfe der Psychotherapie wieder vollkommen gesund ist. Ich kann nur jedem raten, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn Seele oder Geist krank sind, wir tun es ja bei körperlichen Beschwerden auch.

 
0
5
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren