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Für die Herstellung von „Laborfleisch“ sind Stammzellen notwendig, die aus dem Muskelgewebe eines lebenden Tieres gewonnen werden. Foto: iStock/AnnaStock

Für die Herstellung von „Laborfleisch“ sind Stammzellen notwendig, die aus dem Muskelgewebe eines lebenden Tieres gewonnen werden. Foto: iStock/AnnaStock

Mehrheit der Bevölkerung für Zulassung von „Laborfleisch“

42 Prozent würden das „kultivierte Fleisch“ auch probieren. Höchste Zustimmung bei Unter-35-Jährigen.

63 Prozent der Menschen in Österreich sind für eine Zulassung von sogenanntem Laborfleisch, sofern es für sicher befunden wurde. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Online-Umfrage im Auftrag des Thinktanks Good Food Institute Europe* durch YouGov. Generell sei das Interesse an „nachhaltigeren“ Ernährungsformen groß: 59 Prozent finden, dass zu viele tierische Produkte konsumiert werden. 47 Prozent wünschen sich Alternativen zu Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten.

30 Prozent der gut 1.000 Befragten gaben an, dass sie selbst in den nächsten zwei Jahren mehr pflanzliche Fleischalternativen konsumieren wollen, 28 Prozent mehr pflanzliche Milchalternativen. 60 Prozent finden, „dass die Politik die Benachteiligung von pflanzlichen Milchalternativen bei der Mehrwertsteuer“ beenden müsse.

59 Prozent berichteten, dass sie auch schon von im Labor produziertem Fleisch gehört hätten. 42 Prozent würden „Laborfleisch“ zumindest einmal probieren. Von den Unter-35-Jährigen und Flexitariern - sogenannte flexible Vegetarier, die Fleisch aus Massenproduktion ablehnen - sagte das jeweils sogar mehr als die Hälfte. 66 Prozent finden, dass „kultiviertes Fleisch“ auch in Österreich hergestellt werden soll, wenn es auf den Markt kommt, damit die heimische Wirtschaft profitieren kann. „Diese Position wird in allen Wählergruppen geteilt“, hieß es im Bericht zur Umfrage.

„Kultiviertes Fleisch muss ein gründliches, mehrstufiges Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor es auf den europäischen Markt kommt“, sagte Ivo Rzegotta, Senior Public Affairs Manager beim Good Food Institute Europe. Die Ergebnisse würden zeigen, „dass die Österreicher keine ideologisch aufgeladenen Debatten wollen, sondern dass sie es den Menschen überlassen wollen, ob sie kultiviertes Fleisch essen oder nicht“.

Für die Herstellung von „Laborfleisch“ sind Stammzellen notwendig, die aus dem Muskelgewebe eines lebenden Tieres gewonnen werden. Im Labor werden die Zellen in einem Behälter mit einer Nährlösung angereichert. Um sie zu vermehren, ist außerdem ein sogenanntes Wachstumsserum notwendig. Dabei handelte es sich bei den bisher häufig angewendeten Technologien um Blut, das Kälber-Föten entnommen wird. Bei der Gewinnung stirbt sowohl der Fötus als auch das Muttertier. Es wird aber auch bereits mit Methoden geforscht, die ohne dieses fetale Kälberserum auskommen.

Wenn genügend Zellen herangewachsen sind, wird das Endprodukt durch einen Fleischwolf oder mithilfe eines 3D-Druckers geformt. Daraus entstehen dann etwa Burger-Patties oder Nuggets. Als erstes Land in der EU hat Italien im vergangenen Juli für ein Verbot von Lebensmitteln aus Zellkulturen gestimmt. Das ließ die Debatte in Europa aufflammen.

Interesse an einer Änderung der Konsumgewohnheiten besteht in Österreich aber auch abseits von „Laborfleisch“, legt die Umfrage nahe: „46 Prozent der Befragten sagen, dass sie in den nächsten zwei Jahren weniger tierische Produkte konsumieren wollen.“ Dabei geht es vor allem um pflanzliche Optionen zu Fleisch oder Milchprodukten. 53 Prozent hoffen, dass Landwirte dabei unterstützt werden, auf einen höheren Anteil von pflanzlichen Lebensmitteln umzustellen. 50 Prozent wollen den Anteil von pflanzlichen Produkten in öffentlichen Kantinen erhöht sehen, zum Beispiel in Schulen und Krankenhäusern.


* Für die Umfrage wurden via YouGov laut Auftraggeber Good Food Institute Europe im Februar 2024 insgesamt 1.026 Menschen in Österreich befragt, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahren.

13 Postings

holzknecht
vor 3 Monaten

Leider steckt hinter diesen weltfremden Vorgängen nur der Wunsch einer riesigen Industrie Lobby sich von ihr abhängig zu machen. Ich bin auch dafür weniger Fleisch zu konsumieren, aber bewusst zu guter einheimischer Qualität zu greifen

 
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    standard
    vor 3 Monaten

    Wenn ich 2 Häuser neben einem Massentierhaltungsbetrieb wohne, dann ist das Fleisch auch heimisch, aber noch lange nicht (halbwegs) mit Tierwohl produziert.

     
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      Ketschap
      vor 3 Monaten

      @standard Nur weil Sie Vegetarier sind, brauchens nit jedn Ihre Meinung mitgeben. Weniger Fleisch gut und Recht, wenn ich aber bei meinem Nachbar einkaufe, wo es den Tieren sichtlich sehr gut geht, mach ich mir recht wenig Gedanken darüber. Aber es kehren ja e 84% der Veganer zum Fleisch zurück, demnach auch nicht das wahre.

       
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Franz Brugger
vor 3 Monaten

Weniger Fleischkonsum erscheint sinnvoll, tut vor allem auch der eigenen Gesundheit gut. Zudem wird die Umwelt geschont, weniger Rodungen für Futteranbau, etc.)

Aber, warum will man dann Fleisch im Labor herstellen? Wäre es nicht sinnvoller, mehr pflanzliche Lebensmittel zu sich zu nehmen?

 
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    isnitwahr
    vor 3 Monaten

    habe ich mir auch grad gedacht, so wie bei einigen veganen Nahrungsmitteln, da wird ein chemischer Cocktail fabriziert, der dann wie ein echtes Schnitzel schmecken soll - ich verstehe es nicht..

     
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    ruhigblut
    vor 3 Monaten

    Diesen gepantschten "Müll" würd ich nicht mal einem Hund zum fressen geben, ohne Angst vor gesundheitlichen Folgen. Und sonst bin ich da ganz der Meinung vom Franz Brugger. Für was einen Fake herstellen ? Gibt ja genügend Alternativen.

     
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      standard
      vor 3 Monaten

      @ruhigblut Aber von Fleisch haben sie keine Angst. Von der WHO wird verarbeitetes Fleisch als krebserregend und unverarbeitetes als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

       
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      isnitwahr
      vor 3 Monaten

      @standard, es komnt daraufan welches Fleisch, wie die Tiere gelebt haben und wieviel man konsumiert! ich kenne Leute, die essen TÄGLICH Fleisch + dazu noch hoch verarbeitetes Fleisch = Wurst - woher es komnt, ist egal - schrecklich. ein gutes Stück Biofleisch von einem heimischen Tier hie und da ist sicher kein Problem. Eine heimische Fleischerei hat einen tollen Leitsatz: "eßt weniger Fleisch, aber dafür qualitätvolles!" Wer komplett vegan ißt, muss halt auch wieder einiges substituieren, wie z.B. Vitamin B12, und das wird eben auch wieder chemisch hergestellt. Nur Laborfleisch - da bin ich persönlich sehr skeptisch!

       
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      ruhigblut
      vor 3 Monaten

      @ standard.....ich bin ja nicht für hemmungslosen Fleischgenuß. Wie oben erwähnt gibt es ja genügend Alternativen. Hie und da ein gutes Stück Fleisch dürfte die Menschheit allerdings nicht ins Verderben stürzen. Ich traue mich aber zu wetten, dass so ziemlich jedes echte Fleisch diesem "gepantschte Zeug" in jeder Hinsicht um längen überlegen ist!...Aber es kann ja jeder halten wie es ihm beliebt. Ich für meinen Fall, werde diese Chemiekeule nicht in meinen Körper lassen.:-)

       
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      standard
      vor 3 Monaten

      @isnitwahr Nur weil man das Fleisch in der heimischen Fleischerhei kauft, heißt noch lange nicht, dass es auch aus der Region kommt (und wenn es nicht BIO ist, auch nicht, dass die Tiere "gut" gehalten wurden". Das ist falsch. Bei einer ausgewogenen veganen Ernähungweise kann man sich problemlos auch ohne Zusätze gesund ernähren.

       
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Obelisk
vor 3 Monaten

Tut mir leid. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Mehrheit das will.

 
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    Tilda
    vor 3 Monaten

    Ich auch nicht! So eine Auftragsstudie kann doch leicht gefälscht werden. Je nach politischen/wirtschaftlichen Interessen ...

     
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    standard
    vor 3 Monaten

    Das ist Ihre MEINUNG. - Fakten und Meinungen unterscheiden sich manchmal anscheinend.

     
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