Zunehmende Wetterextreme und auftauender Permafrost setzen den alpinen Wegen in Österreich immer stärker zu und stellen den Alpenverein vor enorme Herausforderungen. Erstmals gab es heuer Unterstützung aus den Niederlanden. Organisiert vom Niederländischen Kletter- und Bergsportverein (NKBV) reisten Ehrenamtliche nach Österreich, um gemeinsam mit heimischen Alpenvereinssektionen in der Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol Wege zu sanieren.
Der Alpenverein erhofft sich davon eine Signalwirkung, um auch hierzulande wieder mehr Menschen für die wichtige Aufgabe als Wegewarte zu gewinnen. Denn neue Ehrenamtliche zu finden, werde zunehmend schwieriger, erklärt der Verein in einer Medienaussendung. Die Initiative der Niederländer sei deshalb ein schönes Zeichen der Solidarität.
Inspiration und Erfahrungsaustausch
„Das Projekt war eine Win-Win-Situation: Die Helfer aus den Niederlanden lernten die Wegeinstandhaltung kennen, sammelten wertvolle Erfahrungen und verbrachten eine schöne und bereichernde Zeit. Gleichzeitig ist für den Alpenverein jede helfende Hand sehr willkommen“, erklärt Marco Gabl, Projektverantwortlicher im Alpenverein. Der Aspekt des voneinander Lernens und des Erfahrungsaustausches sei besonders wichtig.

„Wir wissen, dass es immer schwieriger wird, Wege instand zu halten. Deshalb wollten wir bei der Wegearbeit mit anpacken und den Österreichischen Alpenverein unterstützen. Gleichzeitig war es unser Wunsch, etwas zurückzugeben, schließlich nutzen wir diese Wege auch”, erläutert Tim van der Linden vom NKBV, der selbst eine Woche lang bei der Wegearbeit mithalf. „Für uns war es erstaunlich, wie viel Arbeit in den Wegen steckt und wie viel Aufwand tatsächlich nötig ist, um die Wege zu erhalten. Oft nimmt man das als selbstverständlich hin.“
Insgesamt fünf Teams mit jeweils vier bis zehn Ehrenamtlichen aus den Niederlanden arbeiteten jeweils eine Woche lang Seite an Seite mit Verantwortlichen der Alpenvereinssektionen Obergailtal-Lesachtal, Steyr, Lungau und Hall in Tirol.
Klimawandel und Ehrenamt als Herausforderung
Ein Ziel des Projekts war es, den Ehrenamtlichen die Folgen des Klimawandels unmittelbar vor Augen zu halten. Denn zunehmende Wetterextreme und auftauender Permafrost erschweren die Wegearbeit massiv. Immer öfter ist nicht mehr eine Sanierung, sondern nur eine Verlegung der Wege die sinnvollste Lösung.
Die Hilfe der Niederländer bleibt ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wegearbeit ist körperlich fordernd und zeitaufwändig. Deshalb nimmt die Zahl der ehrenamtlichen Wegwarte ab. Wichtig ist für den Alpenverein deshalb die Signalwirkung des Projekts das zeige, wie wichtig und bereichernd ehrenamtliches Engagement in der Wegearbeit ist. Der Alpenverein wünscht sich, dass möglichst viele Menschen dadurch motiviert werden, sich zu beteiligen. Die Niederländer werden jedenfalls im nächsten Jahr wiederkommen.
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