Ein Bahn-„Jahrhundertprojekt“ ist am Freitag mit Festakten in Graz und Klagenfurt feierlich in Betrieb gegangen. Um 11.00 Uhr startete der erste Zug durch den neuen Koralmtunnel. Am Nachmittag gibt es Sonderfahrten, am Sonntag folgt der Regelbetrieb der Koralmbahn. Zu Ansprachen und Sonderfahrten kamen u. a. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Kanzler Christian Stocker (ÖVP) und die Landeshauptleute Peter Kaiser und Mario Kunasek.
Die Zugtaufe des ersten offiziell durch den Koralmtunnel brausenden Railjets übernahm kurz vor der Abfahrt von Graz Bundespräsident Van der Bellen. Beim offiziellen Opening am Hauptbahnhof der steirischen Landeshauptstadt sagte Van der Bellen unter anderem: „Ein 6-Milliarden-Euro-Projekt findet einen guten Abschluss. Die Eisenbahn hat im 19. Jahrhundert Europa revolutioniert, brachte und bringt Regionen zusammen. Jetzt sind die beiden Städte verbunden wie Bezirke in Wien. Mit der Koralmbahn setzen wir diese Erfolgsgeschichte fort.“
„Schöner Tag für die Republik und die Länder“
Bundeskanzler Stocker sprach von einem schönen Tag für die beiden Zentralräume, die beiden Bundesländer und die Republik. „Man ist nun doppelt so schnell wie mit dem Pkw. Von der Koralmbahn werden viele Impulse ausgehen“, so der Kanzler. SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler betonte die Beschäftigungseffekte und die Verbesserungen für Pendler und den Arbeitsmarkt. Es sei auch ein guter Tag für die Bahnindustrie, nicht nur für die Länder.






Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ): „Ein Jahrhundertprojekt. Und ein Zeichen, wie gut wir funktionieren von der Bundesebene bis zu den Gemeinden.“ Er wolle sich bei den zehntausenden Arbeitern bedanken, die das geschafft haben. Eric von Breska, Direktor in der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der EU-Kommission, zeigte sich „sehr, sehr stolz“. Denn die Koralmbahn sei ein zentraler Baustein des Trans-Europäischen Verkehrsnetzes, von Polen bis an die Adria.
ÖBB-Chef Matthä: „Wie cool kann das sein“
ÖBB-CEO Andreas Matthä sprach von einem eisenbahnhistorischen Moment, zwischen zwei Städten, die noch nie eine direkte Verbindung hatten. „Da verspürt man ein gewisses Kribbeln. Wie cool kann das denn sein“, sagte der ÖBB-Chef, bevor er sich bei der Politik und den beteiligten Arbeitern, Technikern und Planern bedankte.
„Heute ist ein riesengroßer historischer Tag für die Steiermark und Kärnten. Wir wachsen enger zusammen - nicht nur geografisch, sondern auch menschlich“, betonte FPÖ-Landeshauptmann Mario Kunasek. Für Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) beginnt mit der Koralmbahn der „Stern des Südens zu leuchten. Eine am Donnerstag eröffnete Ausstellung in Klagenfurt trägt den Titel „Aufbruch’“. Das sei es tatsächlich, mit neuen Chancen für beide Länder. Die Grazer KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr sprach ihren „Riesenrespekt“ für die Ingenieurs- und die Arbeitsleistung aus. Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider hatte eine „Riesenfreude“. Diese Verbindung bringe nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch neue Impulse für Kultur und Gesellschaft.
„Zug fährt ein“ um 11.38 Uhr
„Zug fährt ein“, hieß es um 11.38 Uhr am Klagenfurter Hauptbahnhof. Einige Schaulustige hatten sich schon zuvor am Bahnhof und am Vorplatz der nebelverhangenen Kärntner Landeshauptstadt eingefunden. ÖBB-Mitarbeiterinnen verteilten gebrandete Trinkflaschen und ein kleines „Koralmbahn-Wörterbuch Kärntnerisch-Steirisch“. Die Passagiere der Premierenfahrt wurden von einer Trachtengruppe, der Villacher Bauerngman, empfangen und zum Tänzchen am Bahnsteig aufgefordert.
Mit den ausgestiegenen Passagieren füllte sich dann auch der Bahnhofsvorplatz in Klagenfurt für die Feierlichkeiten. Die Moderatorin fragte den Bundespräsidenten, wie die Fahrt denn war. Van der Bellen hatte offenbar auf die Uhr gesehen: „Zu kurz!“ Avisiert wäre die Fahrt mit 41 Minuten Fahrtzeit ab 11.00 Uhr gewesen. Bundeskanzler Stocker lobte die neue Bahnstrecke als technische Meisterleistung. Die neue Verbindung lasse die Menschen näher zusammenrücken, gut für Österreich und die beiden Bundesländer. Vizekanzler Babler: „Das ist ein richtiger Meilenstein.“ Landeshauptmann Kaiser bat um Applaus für Planer und Arbeiter und Amtskollege Kunasek dankte den „Vätern und Müttern“ des Projekts, namentlich den Amtsvorgängern Waltraud Klasnik und Jörg Haider.
Die Hochleistungsstrecke ermöglicht Höchstgeschwindigkeiten zwischen Graz und Klagenfurt durch den 33 Kilometer langen Koralmtunnel mit bis zu 250 km/h, im Betrieb wird die Geschwindigkeit um die 230 km/h liegen. Der Tunnel wurde von 2008 bis 2024 errichtet und seither ausgiebig getestet. Die kürzeste Fahrzeit zwischen den Landeshauptstädten beträgt nun 41 Minuten für knapp 140 Kilometer. Die ÖBB sprachen deshalb in einer Aussendung davon, dass man sich in 41 Minuten „rüberbeamen“ könne. Die Fahrzeit Klagenfurt-Wien beträgt nun knapp über drei Stunden. Das wird sich mit der Inbetriebnahme des Semmeringbasistunnels 2030 weiter um eine halbe Stunde verkürzen - auf knapp über zweieinhalb Stunden. Zwischen Graz und Wien fährt man dann mit dem Railjet eine Stunde und 50 Minuten.
13 Postings
Das find ich ja amüsant. Jetzt stellen sich die Vertreter der Parteien, die dieses Projekt jahrelang verzögert haben und verhindern wollten, hin und verkünden laut: Europa schaut auf uns - WIR haben Großes geschafft! Heuchler in Maßanzügen!
Nicht zu vergessen neben all diesen Politikern, und damals teilweise Verhinderer, ohne einen Jörg Haider gäbe es diese Bahn nicht. Man mag dazu stehen wie man möchte, und man kann nur hoffen das diese Politiker die sich jetzt brüsten , ermöglichen, das es auch durchgehende nach Lienz geben wird.
Und ohne das von haider verursachte hypo-desaster (bis benko die grösste pleite österreichs) könnte man sich sogar noch zwei zusätzliche koralmtunnel bauen...!
... und wie günstig es erst über Marburg gewesen wär, so is halt a bissl a Luxus, Gratulation an die Tunnelbaulobbies der Kartells ...
Wozu sollte man drei Koralmtunnels brauchen?
Diese Fragen kann man sich leicht selbst beantworten, der Tiroler Landeshauptmann ist hier nicht nötig. Ein kurzer Blick auf die ÖBB Seite genügt.
Es fahren täglich zwei Direktzüge von Lienz nach Wien (via Graz natürlich) und auch in die andere Richtung. Und ja, Sitzplätze kann man reservieren.
Und dann fahren noch etliche Züge mit Umstieg in Villach oder Spittal. Man kann sich also über das Angebot nicht beschweren.
Wollen wir hoffen, dass auch die Westbahn bis nach Lienz fahren wird.
danke, endlich!
Und wie geht es dann von Klagenfurt nach Lienz? Welche Züge werden dort eingesetzt, die gleichen alten, schmutzigen Dinger wie bisher, oder fährt der moderne Zug weiter oder werden gar Busse verwendet? Wird man von Wien nach Lienz einen Sitzplatz reservieren können? Fragen über Fragen, die auch der Tiroler Herr Landeshauptmann für seine Osttiroler Bürger bei der ÖBB stellen sollte!
LienzBezirk is Provinz, weil hinter Spittal, nix modern, Kolonie halt, nit amal a Autobahn, dafür Rohstoff für Energiekonzern, Transit für Stromspekulation und billig Arbeiten
...und diese Antwort hilft jetzt @Medan wie? Hauptsache wieder was geschrieben. Ob sinnvoll oder nicht sei dahingestellt. 🤦
Die Direktzüge sind Railjets, müssen sie auch sein, da die Intercitys zu langsam für die neue Koralmbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke sind). Es werden nun Railjets von der Weststrecke abgezogen und auf der Südstrecke eingesetzt. Die Weststrecke bekommt dann stattdessen Doppelstockzüge die sie von der DB zugekauft haben.
Also ja, die Situation war die letzten 2-3 Jahre katastrophal, die verranzten Intercitys sollten mit der Eröffnung der Koralmbahn nun aber wirklich (hoffentlich) Geschichte sein.
Weiters gibt es fast jede Stunde eine Verbindung Wien-Lienz mit Umstieg in Villach auf die S-Bahn. Gesamtfahrtzeit 5h16 vs.6h10 bisher, das ist also was den Takt und Fahrtzeit angeht eine massive Verbesserung. Man ist nicht nur auf die 1-2 Direktverbindungen angewiesen.
Ebenfalls ist erfreulich, dass die Direktzüge nun um 16 Uhr in Wien abfahren, man somit recht gut am Abend noch direkt nach Lienz kommt (vorallem für in Wien berüfstätige interessant).
@Median: mach dir keine sorgen, die neuen zuggarnituren aus chinesien sind dann mit wasserbetten, tv, intanet, speisewagen, schminkkaschtln und fahradabteilen zu sonderpreisen für besonders anspruchsvolle osttiroler ausgestattet. dahoam glangt dann a federkern-lärchenpritsche mit kaltwasser im zimma, aber das muss ja nicht jeder in der provinz wissen. tsss ...
Es fahren nicht nur alte Garnituren nach Lienz Osttirol sondern auch Moderne Garnituren wie der City Jet also ist das nicht die ganze Wahrheit möchte ich sagen Der City Jet fährt jeden Stunde und hält an jeder Station über diesen Zug kann man sich nicht beschweren er fährt zwischen Lienz und Friesach in Kärnten Ciao Walter
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