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Schellhorn: Drei statt neun Bundesländer?

Ein Gedankenspiel des pinken Staatssekretärs bringt die Tiroler ÖVP in Rage: „Völlig entbehrlich.“

Aus der Tiroler ÖVP gibt es scharfe Kritik an NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn. Der Grund: Dieser hatte gegenüber dem „Standard“ unter anderem angemerkt, dass er sich drei statt neun Bundesländer vorstellen könne. „Ich nehme Schellhorn mit seinen Aussagen nicht immer ganz ernst“, sagte ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf bei einer Pressekonferenz am Montag. Zuvor hatte er Schellhorns Überlegungen „völlig entbehrlich“ genannt.

Diese würden nur zur „Verunsicherung in der Bevölkerung führen.“ Der NEOS-Staatssekretär sollte sich einmal vor Augen führen, „wer die Republik Österreich gegründet hat“, richtete Wolf dem Salzburger aus. Auch Wolfs Koalitionspartnerin, Tirols SPÖ-Klubchefin Elisabeth Fleischanderl, meinte bei dem Pressegespräch im Innsbrucker Landhaus, dass man die Aussagen des NEOS-Politikers nicht so ernst nehmen könne bzw. sollte.

Der Staatssekretär für Deregulierung und Entbürokratisierung hatte davon gesprochen, dass er die Bundesländer zwar nicht abschaffen wolle, aber: „Drei statt neun Bundesländern, das kann ich mir vorstellen. Das könnte die Wirtschaftskammer jetzt vormachen, wie das mit drei Regionen funktionieren könnte.“

Josef Schellhorn, Staatssekretär für Deregulierung und Entbürokratisierung, fragt sich, ob wir all die Bundesländer überhaupt brauchen? Foto: APA Images/Hochmuth

Wer glaube, Österreich ließe sich mit drei Bundesländern effizienter regieren, der verkenne völlig, „was unser Föderalismus und das Subsidiaritätsprinzip täglich leistet“, erwiderte indes ÖVP-Klubobmann Wolf: „Es braucht keine Experimente am Reißbrett, sondern funktionierende Strukturen vor Ort.“ Schellhorns „öffentliche Gedankenspiele und Fantasieprojekte“ würden „in diesen besonders herausfordernden Zeiten zur Unzeit“ kommen: „Bundesländer-Zusammenlegungen wird es mit uns als Tirol-Partei ganz sicher nicht geben.“

Kritik an Schellhorn auch seitens der ÖVP Niederösterreich

Auch von der ÖVP Niederösterreich hatte es zuvor Kritik an Schellhorns Bundesländer-Aussage und ein Nein zu Zusammenlegungen gegeben. „Wenn einem keine Reformideen mehr einfallen, dann zeigt man mit dem Finger auf die Bundesländer - das ist das Motto der NEOS seit ihrer Gründung. Mit Staatssekretär Schellhorn hat die pinke Grundhaltung augenscheinlich nun ihren Höhepunkt erreicht“, sagte Klubchef Kurt Hackl in einer Aussendung.

Die Bundesländer „garantieren bürgernahe Entscheidungen“, betonte Hackl weiters. Österreich brauche Strukturreformen, die Abschaffung von Bundesländern wäre jedoch „fatal“, denn: „Auf diesem Fundament baut unsere Republik erfolgreich auf.“

Tiroler Klubchefs für rasche Klarheit bei Bund-Länder-Kompetenzverteilung

Abseits der Kritik an NEOS-Politiker Schellhorn machten in Tirol aber sowohl Wolf als auch Fleischanderl klar, dass sie in gewissen Bereichen für eine neue und effizientere Kompetenzverteilung bzw. Entflechtung der Zuständigkeiten zwischen Bund und Bundesländern eintreten würden. Die von der Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS ins Leben gerufene „Reformpartnerschaft“ sollte möglichst zeitnah zu ersten konkreten Ergebnissen kommen.

„Es ist bei manchen Dingen nicht sehr sinnvoll, wie wir momentan aufgestellt sind“, betonte Wolf. Er würde sich etwa bei Gesundheit und Bildung eine „klare Kompetenzzuordnung“ wünschen. Dadurch könne man in schwierigen budgetären Zeiten wie diesen „Einsparungen und Effizienzsteigerungen“ erzielen. „Es darf keine Tabus geben. Gerade die jetzt vorhandenen geteilten Zuständigkeiten machen ja alles so schwierig. Man sollte mehr Klarheit schaffen“, sprach der schwarze Klubchef die Bereiche Gesundheit und Schule an. Koalitionspartnerin Fleischanderl meinte, dass es jetzt langsam Zeit sei, dass die Arbeitsgruppen „Ergebnisse liefern“. „Jetzt wo die Budgets knapp sind“, wären solche Kompetenzbereinigungen ein „Gebot der Stunde.“

18 Postings

Stadtner
vor 2 Monaten

Das war schon einmal im Österreichkonvent 2003 im Gespräch, ist keine neue Erfindung vom Schellhorn. Wir haben 20 Jahre weiter gewurschtelt und aus dem Konvent wurde so gut wie nichts umgesetzt. Es waren schlussendlich die Landeshauptleute, die Bürgermeister, die Kammern, bestimmte Parteien usw. dagegen, dass sich was ändert. Wer ist jetzt, der jammert es geht sich hinten und vorne nicht aus? Die Landeshauptleute, die Bürgermeister, die Regierung bestimmte Parteien und rufen nach Reformen die abr sie nicht berühren sollen. Herr Wolf ist schon do lange in der Politik dass er sich daran erinnern könnte. Seine Partei war einer der Hauptbremser. Wir haben wegen Politikern wie Wolf 20 Jahre verloren.

 
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Meister Eder
vor 2 Monaten

Wir brauchen keine Pfuscherei bei den Bundesländern, wir brauchen wieder einen Goldstandard, das heißt Mit Goldhinterlegter Währung oder anderem knappen Geld!!! Solange der Staat Geld drucken kann wird sich nichts ändern!!!

 
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    KneidlMitKetchup
    vor 2 Monaten

    Wie man von einer Zusammenlegung der Bundesländer auf die Abschaffung des Goldstandards kommt, ist mir auch interessant... Aber ja... Lieber Herr Meister Eder, da würde mich interessieren... Sie sind wahrscheinlich der größte Bitcoin- und Goldfan in unserer Region, oder? Die kann man ja nicht beliebig reproduzieren😉 Ich kann Sie aber beruhigen: Keine Währung der Welt ist heute mit Gold hinterlegt.

     
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    Meister Eder
    vor einem Monat

    Warum diskutiert man denn ob Drei Bundesländer genügen? Weil wir einsparen müssen was Jahrelang mit vollen Händen beim Fenster rausgeworfen wurde. Könnte man den € nicht beliebig herstellen, sondern nur dass ausgeben was wirklich vorhanden ist. Setzen sie sich mal hin und überlegen sich was alles effizienter laufen würde wenn Geld nicht einfach aus dem nichts erschaffen werden könnte.

     
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Domenik Ebner
vor 2 Monaten

Endlich geht´s mal in die richtige Richtung - der österreichische Förderalismus wird - wenn wir das nicht endlich in den Griff bekommen - unser wirtschaftlicher Sargnagel werden. Wir sehen bereits jetzt, der Standort Österreich verliert kontinuierlich an Attraktivität für Investoren & Unternehmer - und am Ende des Tages sind es die Jobs in der Wirtschaft, die unseren Wohlstand erhalten. Ich glaub es ist wichtig, dass das mal in die Köpfe hinein geht. (Stichwort: Bürokratie, Kosten des Systems,...)

Der Rest der Bundesländer ist viel Folklore - das kanns auch weiterhin geben - aber nicht zu dem "Preis" den wir heute zahlen und uns damit selbst lähmen. Verwaltungsregion West/Ost/Mitte klingt wunder - und in Osttirol machma das gleiche mit Region West / Nord / Zentralraum. Dorfkaiser dürfen ja wohl weiterhin ausrücken - hätten aber nimma so viel Einfluss vor Ort.

 
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    KneidlMitKetchup
    vor 2 Monaten

    Herr Ebner, Sie haben es erkannt!

     
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Ist es so
vor 2 Monaten

Man will ja nicht mal Gemeinden zusammenlegen, wie soll das mit Bundesländer funktionieren? Unser teures Föderalismussystem wird weiter geführt, bis der gesamte Staat pleite geht, dafür sorgen die Parteienmitglieder schon, man möchte doch seine Posten nicht verlieren, auch wenn wir uns das schon lange nimmer leisten können.

 
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gscheidheit
vor 2 Monaten

Sepp, was machst du?

 
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Haberg21
vor 2 Monaten

Hiatz tut's den komplett durch!!!!!

 
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Koal
vor 2 Monaten

Gewisse Politiker leiden leider an enormen Realtitätsverlust !!!

 
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Miwa
vor 2 Monaten

Drehen wir’s einmal um: "Ich nehme Jakob Wolf mit seinen Aussagen nicht immer ganz ernst". Denn: Graz ist die neue Hauptstadt von Osttirol, ein Zug darf nicht von Lienz nach Innsbruck fahren (trotz Euregio!), die Sportvereine (Eishockey, Fußball, …) sind den Kärntner Verbänden zugeteilt, Kärntner Patienten belegen das Krankenhaus in Lienz, usw. Das wäre doch ein (1) optimales Bundesland im Süden?

 
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brummi123
vor 2 Monaten

Haben unsere Politiker keine anderen Probleme mehr???

 
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ehklar
vor 2 Monaten

Wozu überhaupt noch die Bundesländer? Förderalistisches Kleinklein kostet nur enorm viel Geld. Es gibt weltweit ja mehr als genug Städte, die mehr Einwohner haben, als Österreich. Wozu brauchen wir 9 unterschiedliche Jugendschutz-, Jagdgesetze etc???

 
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hallo
vor 2 Monaten

Österreich: 9 Mio Einwohner, 84.000km2 ***** Bayern: 13 Mio Einwohner, 71.000km2. Österreich hat 9 Bundesländer die in Bezirke getielt sind und Bayern 7 Regierungskreise. Also darf durchaus nachgedacht werden. Aber für sture Tiroler (siehe Postings oben) ist das nicht erlaubt.

 
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lia
vor 2 Monaten

entbehrlich. sieht man ja bei der eu, was monstereinheiten bewirken.

 
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observador
vor 2 Monaten

Ich bin ja für 10 Bundesländer. Osttirol hat sich das schön langsam mal verdient... ;)

 
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Joe B. Tolliver
vor 2 Monaten

Schellhorn hat Recht, geht aber nicht weit genug. Es würde vollkommen ausreichen wenn es den Bund gibt. Und natürlich Tirol.

 
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    msalcher
    vor 2 Monaten

    Sehnsucht nach der DDR?

     
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