Österreichs Justizanstalten sind überfüllt. Um die Situation zu verbessern, gibt es für Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) nur eine Lösung: neue Gefängnisse. Im Gespräch mit der APA kündigte sie an, im kommenden Jahr gleich zwei Bauvorhaben auf den Weg bringen zu wollen: eine Justizanstalt und wenn möglich ein forensisch-therapeutisches Zentrum „im Westen“ Österreichs. Gespräche mit dem Finanzminister seien schon „avisiert“. Der Bau dürfte wohl Sporrers Amtszeit überdauern.
„Die Situation in den Strafanstalten ist ernst. Es gibt einen Überbelag und es gibt zu wenig Personal“, warnte Sporrer. Zuletzt sorgte insbesondere die Justizanstalt (JA) Josefstadt, die derzeit bei laufendem Betrieb saniert wird, für Negativschlagzeilen. Etwa wurde auf einer Abteilung für Jugendliche das Abendessen bereits um 13.30 Uhr ausgegeben. Für alle laufenden Bauvorhaben sei die Finanzierung gesichert, betonte Sporrer.

Sie will sich aber auch nicht den Strafvollzug „schlechtreden“ lassen. Zwar habe ihre Vorgängerin Alma Zadić damit begonnen, sich dem Thema zu widmen, „aber etwas zu spät und etwas zu wenig, im Vergleich zu dem, was an Bedarf besteht.“ Vor allem die Demografie erfordere das: In Österreich leben heute rund zwei Millionen mehr Menschen als vor 25 Jahren, und das spiegle sich auch in der Straffälligkeit wider.
Vollbetrieb am Münnichplatz ab 19. Jänner
Die vor Beginn ihrer Amtszeit angelaufene Sanierung der JA Josefstadt bei laufendem Betrieb sei „natürlich eine Herausforderung“, so Sporrer. „Ich bin seit einem dreiviertel Jahr im Amt. Wenn ich Zeit hätte, würde ich selber auf der Baustelle stehen.“
„Geerbt“ hat Sporrer auch die eher leidige Debatte um das neue Jugendgefängnis am Münnichplatz in Wien-Simmering. Dieses wurde ab Jahresbeginn während der Bauarbeiten zum Teil bezogen, der Vollbetrieb verschob sich dann aber immer wieder. Am 19. Jänner findet die Amtseinführung mit Leiterin Seada Killinger statt, bis Ende Jänner wird der Vollbetrieb mit 72 Insassen starten, verkündete die Ministerin.
Im Moment sei man für den Betrieb auch gut aufgestellt, gesichert seien eine Therapeutin und die ärztliche Versorgung durch eine externe Ärztin. Im Jugendgefängnis wird man vier Lehrberufe erlernen können. „Sollte die Haft kürzer sein als die Lehrdauer (Kurzlehren von ein bis eineinhalb Jahren, Anm.), kann die Lehre dort fortgesetzt werden, und man sieht im Lehrabschlusszeugnis nicht, dass sie in einer Haftanstalt absolviert wurde.“
Ausweitung der Fußfessel „kann nur eine von mehreren Entlastungen sein“
Auch durch die bedingte Entlassung und die Ausweitung des elektronisch überwachten Hausarrests (nun bei zwei Jahren Reststrafe statt einem möglich), auf die sich die Dreierkoalition schon vor dem Sommer einigte, versucht man der Überfüllung der heimischen Gefängnisse entgegenzuwirken. Die Fußfessel wird die Gefängnisse aber nicht leeren, räumt Sporrer ein: „Derzeit befinden sich ca. 360 Personen im elektronisch überwachten Hausarrest, wir rechnen mit 150 mehr pro Jahr. Das kann nur eine von mehreren Entlastungen sein angesichts der tatsächlichen Zahlen.“
Dass die Fußfessel eine Zwei-Klassen-Justiz befeuere (Wohlhabende erfüllen Kriterien an Wohnsitz und Einkommen eher), glaubt Sporrer nicht. Wenn jemand für die Fußfessel in Frage komme, aber keine Wohnung habe, könne sich der Verein Neustart um eine Wohnung und eine Arbeitsstelle für den Betroffenen kümmern. „Es ist nicht so, dass man die Wohnung dann schon haben muss. Der elektronisch überwachte Hausarrest ist ja auch eine Form des Strafvollzugs, daher werden die Häftlinge beim Übergang auch unterstützt.“
Ausländer, die in Österreich verurteilt werden, könnten die Haft auch in ihrer Heimat absitzen. Mit EU-Staaten funktioniere das sehr gut. Man sei aber auch in Verbindung mit Staaten am Westbalkan oder Maghrebstaaten, auch dadurch versucht man der Überbelegung in den Justizanstalten zu begegnen.
Personaloffensive geplant
Verfehlt sei der Ruf nach neuen Planstellen in den Justizanstalten, denn bereits jetzt könne man die bestehenden Stellen nicht mit qualifiziertem Personal füllen. Bei den uniformierten Justizwachebeamtinnen und -beamten sind derzeit etwa fünf Prozent der Stellen nicht besetzt, im nicht exekutiven Bereich - Pflege-, Gesundheits- und psychologische Dienste etwa - gar elf Prozent. Für das kommende Jahr ist deshalb eine Personaloffensive geplant.
Als bereits laufende Attraktivierungsmaßnahmen nannte die Ministerin etwa das Projekt „Athleta“, bei dem junge Spitzensportlerinnen und -sportler neben Wettkämpfen und Trainings eine Ausbildung ähnlich wie beim Bundesheer oder der Polizei absolvieren. In Graz ging im Herbst ein Bachelorlehrgang für Justizmanagement an den Start. „Aber nächstes Jahr wollen wir an eine breite Öffentlichkeit treten und erklären, welche interessanten Berufe im Rahmen einer Justizanstalt, einer Haftanstalt, eines forensisch-therapeutischen Zentrums ergriffen werden können.“
13 Postings
Kein Personal, aber neue Haftanstalten, wie soll sich das ausgehen? Diese Minister haben oft Ideen, das glaubt man nicht! Sie würde sogar mithelfen, wenn sie nur Zeit hätte. Wie weltfremd sind diese Personen eigentlich?
Aber da Grasser und Co. eh daheim ihre Strafen absitzen dürfen, wird wenigstens bei den Promis darauf geachtet, dass sie nicht in zu beengten Verhältnissen leben müssen.
Oder die ihr Abendessen auch schon vor 14.00h bekommen, naja Hummer und Kaviar gehören eh sofort verspeist, nicht dass sie noch schlecht werden, wenn sie bis Abends auf ihren Verzehr warten müssen.
Ausländische Straftäter in die Heimat abschieben dann wird vielleicht der eine oder andere Platz frei. Wäre eine Möglichkeiten
Eh klar, dann bekommen noch mehr Übeltäter "Essen und Logie" frei! Kost eh nix......
Was würdern Sie und lia mit den Übeltätern denn sonst tun? Liquidieren, eliminieren, Gulag ?
es braucht also mehr gefängnisse. dürfte mit den toleranten an den hebeln der macht zusammenhängen.
Zum vergleich wenn die "intoleranten" an der macht sind...
"USA mit der höchsten inhaftiertenquote: 541 pro 100.000, westeuropa laut OECD 50-150 pro 100.000..."
"Seit seinem Einmarsch in die Ukraine hat Putin Zehntausende Mörder, Vergewaltiger und Schläger aus dem Gefängnis entlassen, unter der Bedingung, dass sie als Wehrpflichtige für ihn an der Front kämpfen... Mehr als 1.000 russische Zivilisten wurden von Wladimir Putins gewalttätigen Soldaten getötet. Zu dieser Schande gehören auch Kämpfer, die im Urlaub betrunken Amok laufen oder in Grenzregionen nahe ihrer Stationierungsorte morden... "
https://www.express.co.uk/news/world/2145590/putins-freed-convicts-slaughter-1000
... danke, die Bewohner hier wissen gar nimma wie gut es ihnen geht ...
In den USA wird nicht lange gefackelt, da landet man rasch einmal im Knast, besonders wenn man zur unterpriviligierten, vor allem schwarzen Bevölkerungsschicht zählt. Dazu kommt, dass Gefängnisse zum Teil von privaten Organisationen betrieben werden und ein gutes Geschäft sind. Also warum nicht eifrig bauen und vor allem immer für ausreichenden Belag sorgen. Wenn bei uns die woken "Toleranten" mit ihrer rechtsstaatlichen Erbsenzählerei und dem humanitären Gedusel endlich von Leuten abgelöst werden, die beherzter an die Sache herangehen, wird man auch hier zu einer zielführenden Justiz finden, die dem gesunden Volksempfinden entspricht.
@ lia: Du musst nicht das Konjunktiv II, DÜRFTE verwenden. Es IST so, ganz einfach!
"mit den toleranten an den hebeln der macht" hängt es auch zusammen, dass jeder intolerante Volldepp zB in Zeitungsforen seine kruden Ansichten frei äußern kann.
freut mich, dass meine postings auch als glaskugeln dienen können.
Ich seh schon, DU lebst Toleranz. Jeder, der nicht DEINER Meinung ist, ist ein Volltepp. Na dann, Frohe Weihnachten bzw. Gute Nacht Österreich!
@nachdenken Mit dem Nachdenken haben Sie offensichtlich ein bisschen ein Pech. Keineswegs jeder der nicht meiner Meinung ist ist mMn ein Volldepp (VD). Ganz im Gegenteil - mit Leuten die eine eigene, mit der meinen nicht übereinstimmende Meinung haben und diese auch argumentieren können, habe ich nicht das geringste Problem, zumal in einer Gesellschaft, in der ich mich wohl fühle, Meinungsvielfalt und Diskurs unverzichtbar sind. Jeder der mir grundlos das unterstellt was Sie mir unterstellen, qualfiziert sich jedoch natürlich schon als VD.
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