Die Bilanz des Arbeitsmarktservice Tirol für das Jahr 2025 fällt zwar nicht durchwegs rosig aus, lässt aber dennoch einen gewissen Optimismus zu: Die geschätzte Arbeitslosenquote lag 2025 in Tirol bei 4,5 Prozent und damit zwar über dem Niveau der letzten Jahre, im Vergleich mit früheren Jahren blieb sie jedoch weiterhin niedrig. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit ist im Vorjahr gestiegen. Dennoch verzeichnete Tirol hier mit einem Anteil von knapp 12 Prozent aller Arbeitslosen, die als langzeitbeschäftigungslos gelten, den geringsten Wert im Bundesländervergleich. Der Ausblick auf 2026 fällt für den Tiroler Arbeitsmarkt daher verhalten positiv aus: Wenngleich die Arbeitslosigkeit zunächst noch leicht ansteigen dürfte, rechnet das AMS mit einem Rückgang ab der Jahresmitte.
Osttirol liegt im Tiroler Mittelfeld
Die Veröffentlichungen der Daten für die einzelnen Bezirke erfolgen immer etwas zeitverzögert, weshalb für den Bezirk Lienz bislang erst die Arbeitslosenquote für November 2025 vorliegt. Hier zeigt sich, dass Osttirol mit einem Wert von sechs Prozent im Tiroler Mittelfeld liegt: Spürbar höher war die Arbeitslosigkeit etwa in Landeck (10,3 Prozent) und Reutte (7,9 Prozent), geringfügig besser schnitten Imst (5,1 Prozent) und Innsbruck (5,2 Prozent) ab.

Maßgeblich beeinflusst wird diese Quote jedoch von der saisonalen Arbeitslosigkeit im Tourismus und der Baubranche. Dies verdeutlicht der Vergleich mit den Werten aus dem Sommer 2025: Im August lag die Arbeitslosenquote im Bezirk Lienz bei 2,4 Prozent, im Juli bei 2,3 Prozent.
Trendwende im Juli
Betrachtet man den Jahresverlauf, so zeigt sich für den Bezirk Lienz, dass ab Juli 2025 eine Trendumkehr erreicht wurde: Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr 2024 monatlich an, wohingegen in der zweiten Jahreshälfte eine Abnahme zu verzeichnen war. Besonders drastisch war die Veränderung im Dezember: Verglichen mit dem Vorjahr waren im Dezember 2025 fast 8 Prozent weniger Osttiroler:innen arbeitslos.

Auffällig ist, dass tirolweit die Zahl der Arbeitslosen besonders in den Sparten Handel und Industrie deutlich zugenommen hat. Für den Bezirk Lienz lassen die Novemberdaten diesen Schluss jedoch nicht zu: Hier lag die Arbeitslosenquote in der Industrie bei 2,6 Prozent und im Handel bei 3,4 Prozent. Geht man davon aus, dass bis zu einer Quote von unter drei Prozent von Vollbeschäftigung gesprochen werden kann, sind diese Werte keinesfalls besorgniserregend.
Auffallend hoch war im November hingegen die Arbeitslosenquote in der Sparte Tourismus, die in Lienz bei 40,6 Prozent lag. Dieser Wert lässt sich zwar durch die weitverbreitete Saisonarbeit im Tourismus und die vorübergehende Schließung vieler Gastronomie- und Hotelleriebetriebe im November erklären, allerdings war die Tourismus-Arbeitslosenquote in keinem Tiroler Bezirk höher.
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