Seit 2005 gilt in Österreich die Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen, seit 2016 auch für Katzen in bäuerlicher Haltung. Ausgenommen sind Zuchtkatzen, die mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in der Heimtierdatenbank registriert werden müssen. Hintergrund dieser Regelung ist, dass die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen ein ernstzunehmendes Tierschutzproblem darstellt: Viele der Tiere sind scheu, schwer einzufangen und erhalten im Krankheitsfall selten Hilfe.
Besonders nicht kastrierte Katzen leiden stark, da sie mehrmals im Jahr trächtig werden können und geschwächt in den Winter gehen. Auch unkastrierte Kater sind durch Revierkämpfe häufig verletzt. Da Katzen bereits ab fünf Monaten fortpflanzungsfähig sind, kann sich ihre Zahl innerhalb kurzer Zeit massiv erhöhen. So kann etwa ein einziges Katzenpaar nach fünf Jahren bereits über 12.000 Nachkommen haben. Die Folgen sind Überpopulation, Inzucht, Krankheiten und enormes Tierleid.

Zahl der Kastrationen in Kärnten verdreifacht
Um der gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen, wird in Kärnten seit 2018 ein Kastrationsprojekt für Streunerkatzen umgesetzt, das deutliche Erfolge zeigt: Seither hat sich die Zahl der Kastrationen verdreifacht, zuletzt wurden über 1.000 Streunerkatzen kastriert. Zudem berichten Kärntner Tierheime von weniger abgegebenen Kätzchen. Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam vom Land Kärnten, dem Kärntner Gemeindebund und der Tierärztekammer.
Die Kommunen dienen als erste Anlaufstelle für besorgte Bürger:innen oder Tierschutz-Vereine. Im Jahr 2025 beteiligten sich 87 Kärntner Gemeinden an dem Projekt. Sie beantragen die Förderungen und leisten einen finanziellen Beitrag, während Tierärzte die Kastration und Kennzeichnung per Mikrochip übernehmen. Die Firma ANIMAL DATA unterstützt das Projekt durch die Vorregistrierung der Mikrochips, damit eingefangene Katzen eindeutig als Streuner erkennbar bleiben. Auch 2026 wird die Initiative fortgesetzt, aktuell sind bereits 380 Kastrationschips vorbestellt.
In Tirol betreibt der Tierschutzverein ein Katzenkastrationsprogramm für verwilderte Streunerkatzen sowie Katzen in bäuerlicher Haltung. Jährlich werden über 500 Streuner kastriert, die Kosten dafür übernimmt der Tierschutzverein. Auf dessen Homepage werden aber auch Privatpersonen in die Pflicht genommen, sich um die Kastration ihrer Katzen zu kümmern, auch wenn diese verwildert oder zugelaufen sind.
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