Wie der Wetterdienst tauernwetter.at berichtet, erleben wir derzeit den trockensten Winter seit zehn Jahren und einen der trockensten seit Messbeginn in Kärnten und Osttirol. Seit dem Start des meteorologischen Winters am 1. Dezember fehlen in der Region mehr als drei Viertel des üblichen Niederschlags.
Und statt Schnee dominiert nun Kälte: In der Nacht auf Montag, 5. Jänner, sinken die Temperaturen in Osttirol vielerorts auf minus 15 bis minus 18 Grad – vor allem in den Tälern des Defereggentals oder im Iseltal. Wolken aus Süden verhindern zwar noch tiefere Werte, doch an der Eiseskälte ändert das wenig.
Auch tagsüber werden kaum Temperaturen über minus 5 Grad erwartet. Ursache ist ein sogenannter Polarwirbelsplit, der arktische Luftmassen nach Mitteleuropa lenkt – ein abruptes Ende des ungewöhnlich milden Dezembers, der auf den Bergen teils 15 Grad über dem Durchschnitt lag.
Kaum Schnee, aber ein Waldbrand
Wie außergewöhnlich trocken der Boden ist, zeigte sich in der Neujahrsnacht in Mallnitz: Auf rund 2.000 Meter Seehöhe, wo normalerweise meterhoch Schnee liegt, entzündete eine Silvesterrakete einen Waldbrand. Drei Hubschrauber mussten ausrücken. Ein Szenario, das ohne Schnee auch in Teilen Osttirols denkbar wäre – in den höheren Lagen liegen aktuell oft nur wenige Zentimeter Schnee, vielerorts gar keiner.
Für die Skigebiete ist der Kunstschnee derzeit überlebenswichtig. Ohne technische Beschneiung wäre ein regulärer Betrieb kaum möglich. Die Natur liefert schlicht nichts: Seit Weihnachten ist es in Osttirol trocken geblieben.
Klimatische Extreme mit Langzeitfolgen
Die aktuelle Winterbilanz ist für Tauernwetter-Experte David Kaufmann alarmierend. Auf nahezu allen Wetterstationen in Kärnten und Osttirol liege die Niederschlagsabweichung seit 1. Dezember in den oberen drei Rängen seit Beginn der Aufzeichnungen. Nur der Winter 2015/16 sei trockener gewesen. Kaufmann warnt, dass sich die Wasserknappheit bereits im kommenden Sommer deutlich bemerkbar machen könnte: weniger Schmelzwasser, sinkende Grundwasserspiegel, mehr Stress für Quellen und Landwirtschaft.
Unsichere Aussichten – kaum Schnee in Sicht
Ein angekündigtes Italientief, das rund um den Dreikönigstag etwas Schnee bringen sollte, zieht laut Kaufmann wahrscheinlich südlich vorbei. Nur einzelne Modelle würden noch mit leichtem Schneefall rechnen. Die Prognose laute daher: trocken, kalt und klar – mit einzelnen Hochnebelfeldern und teils extremen Nächten. Vor allem am Donnerstag könnten die Temperaturen im Defereggental unter minus 20 Grad fallen.
13 Postings
Wasser aus fliesenden Gewässern ist für die Schneeerzeugung in Tirol ja verboten, oder?
wenn es keimfrei gemacht wird - zb durch uv licht - darf es natürlich verwendet werden. ich denke aber mittlerweile lässt der wasserstand der fliessgewässer dies wohl eher nicht zu
Kunstschnee gibt es am Zettersfeld nicht. Technischer Schnee ist gemeint.
... die TIWAG weiss ja wie man aus nix viel macht, die tun was ...
Die Tiwag heizt dir ein, freu dich, wenns warm hast und sei ehrlich dabei!
senf da geb ich Dir recht.
Es gibt keinen schädlichen Klimawandel, nein den gibt es nicht!!! Die Leugner finden sicher wieder andere Gründe dafür.
„Wenn ich nachts auf das Zettersfeld blicke, fällt mir auf, dass seit einigen Wochen keine Schneekanonen mehr laufen. Wird dort aktuell gar keine Beschneiung mehr benötigt, oder liegt es an den Temperaturen?“
Bei diesen Temperaturen wäre die Herstellung von Depots sehr wichtig.
wird halt nimma viel wasser da sein
die zeit hom se hetz woll kob zum hinauf puppen.oba is a nix passiert. aber frag denn Franz
Dafür brauchts ja Wasser!
Ich möchte einmal verstehen, warum es immer wieder Menschen gibt, die bei einer ganz normalen, harmlosen Frage den Daumen nach unten drücken.
Weil's halt eine unschlaue, unüberlegte Frage ist. (technischer Schnee benötigt viel Wasser, bei monatelangem beinahe- Nichtniederschlag ist Selbiges nicht mehr in ausreichenden Mengen vorhanden).
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