Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter der Osttiroler Bäuerinnenorganisation. Im Zentrum stand die Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft, regional und erstmals sogar grenzüberschreitend. Als Kooperationspartnerin im Interreg Projekt „Brücken bauern – creare ponti“ arbeitete man mit Frauen aus Südtirol und Belluno zusammen.
Den Projektstart markierte ein Mentoringprogramm im April 2025, das Frauen ein halbes Jahr lang auf ihrem Weg begleiten sollte. Zwei Osttiroler Mentees erhielten Unterstützung von jeweils zwei erfahrenen Mentorinnen und profitierten von deren Wissen, Erfahrung und Sichtweisen. Gleichzeitig beteiligten sich mehrere Osttiroler Mentorinnen selbst aktiv am Programm und begleiteten Frauen in Südtirol und Belluno. Ein weiterer Austausch wurde durch die Besuche des THRIVE+ Festivals in Bruneck und des Führungskräfte-Workshops in Calalzo di Cadore ermöglicht.

Im Gegenzug besuchten Bäuerinnen aus Italien den Betrieb der Familie Halbfurter in Dölsach. Dabei standen die Themen Berufsalltag, gemeinsame Herausforderungen und neue Perspektiven im Mittelpunkt. Bezirksbäuerin Karin Huber resümierte: „Der offene Dialog zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Vernetzung und gegenseitiges Lernen gerade für Frauen in der Landwirtschaft sind!“

Mit einem Seminar für Paare, lag der Fokus auch einmal auf den Teilnehmerinnen und ihren Partnern und wie Führung am Hof gemeinsam und auf Augenhöhe gelingen kann, wie Familiensysteme besser verstanden und Alltagssituationen klarer strukturiert werden können. Das Zusammenleben mehrerer Generationen stellt oft eine Herausforderung dar, weshalb der Austausch über Strategien für mehr Harmonie und Klarheit besonders wertvoll war.

Ende Oktober stand der Bäuerinnentag in Nikolsdorf am Programm. Referentin Christine Wunsch aus Südtirol sprach über Herausforderungen, mit denen Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben konfrontiert sind. Einen ganzen Tag über begleitete sie Bäuerinnen und betonte in ihrem Fachvortrag, wie entscheidend gegenseitige Unterstützung und starke Netzwerke unter Frauen sind und dass das persönliche Wohlbefinden am Hof im Mittelpunkt stehen darf und soll. „Glücklich zu sein sei kein Luxus, sondern ein Fundament, für das es sich einzusetzen lohnt“, gab die Referentin den Anwesenden als Botschaft mit.
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