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Bei niedrigen Temperaturen brauchen Vögel mehr Futter, der Andrang am Futterhaus kann dann mitunter hoch sein. Foto: Manfred Polansky

Bei niedrigen Temperaturen brauchen Vögel mehr Futter, der Andrang am Futterhaus kann dann mitunter hoch sein. Foto: Manfred Polansky

Kälteeinbruch: So füttert man Vögel im Winter richtig

Aktuell ist mehr und möglichst vielfältiges Futter notwendig. Nur wenige handelsübliche Mischungen überzeugen.

Wer Wildvögel im Winter füttert, möchte den Tieren grundsätzlich etwas Gutes tun. Doch mit handelsüblichen Vogelfuttermischungen ist das oft gar nicht so leicht, wie eine Untersuchung durch die Arbeiterkammer Oberösterreich und die Umweltberatung nun ergeben hat. Bei einer Testung von zehn Produkten wurden nur drei Mischungen als empfehlenswert eingestuft: Überzeugt haben Erdtmanns Waldvogelfutter (Lidl) und Tierell Freilandfutter (SPAR). Ebenfalls empfehlenswert ist das deutlich teurere CJ Wildlife Futter für Gartenvögel (Hornbach).

Der Großteil des untersuchten Vogelfutters enthielt dagegen zu große Mengen an Getreide, obwohl nur Futtermischungen mit rund 80 Prozent Ölsaaten als hochwertig gelten. In vier von zehn Proben wurden außerdem Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Die Werte lagen zwar unter den geltenden Grenzwerten für Lebensmittel, doch sind diese Stoffe dennoch als umweltgefährlich einzustufen.

Verschiedene Körner, Nüsse und Kerne anbieten

Aber welche Alternativen gibt es und worauf sollte man achten, um Vögel möglichst sicher durch den Winter zu bringen? Wie Katharina Bergmüller, Leiterin der Tiroler Landesstelle der Organisation BirdLife, erklärt, muss besonders in der aktuellen Kälteperiode mehr Futter zur Verfügung gestellt werden. Denn einerseits steigt der Energiebedarf der Tiere angesichts der tiefen Temperaturen und andererseits erschwert der gefrorene Boden die Suche nach natürlichem Futter.


Tiefe Temperaturen und starker Schneefall erschweren Wildvögeln die Futtersuche im Winter, erläutert Katharina Bergmüller von der Organisation BirdLife. Foto: BirdLife

Bei der Zusammensetzung der angebotenen Nahrung sollte darauf geachtet werden, dass diese möglichst vielfältig ist, da unterschiedliche Vogelarten verschiedene Präferenzen haben. Die Expertin empfiehlt etwa eine Mischung aus Meisenknödeln, Erdnussbruch, Nüssen und Sonnenblumenkernen. Das Futter sollte stets zerkleinert bereitgestellt werden, da grobe Körner von den Tieren weggeschmissen werden. Speisereste, insbesondere wenn sie gesalzen oder gewürzt sind, stellen kein geeignetes Futter dar.

Vögel sollten nicht im Futter sitzen

Auch bei Lage und Art der Futterstelle gibt es einiges zu beachten: Als empfehlenswert gelten Silofutterhäuser oder Futtersäulen, die in sicherer Entfernung zu einem Busch angebracht werden. Befindet sich der Busch hingegen in direkter Nähe, könnten die Tiere beim Fressen durch Katzen gestört werden, die sich dort in Deckung bringen. Auch auf den Abstand des Futterhauses zu Fensterscheiben sollte Acht genommen werden: Am gefährlichsten gelten Entfernungen von rund fünf Metern, da in diesem Fall die Geschwindigkeit hoch ist und die Tiere annehmen, dass sich die Landschaft bzw. der Himmel hinter der Scheibe fortsetzt.

Schlechte Nachrichten gibt es für das typische Vogelhäuschen, bei dem die Tiere im Futter sitzen: Solche Produkte sollten möglichst vermieden werden, da sie schlechte Hygienebedingungen bieten. Durch Feuchtigkeit kann es etwa zu Schimmelbildung kommen und die Tiere versetzen das Futter unter Umständen zusätzlich mit Kot.

Bei der Art der Futterstelle sollte auf Silofutterhäuser oder Futtersäulen gesetzt werden. Jene Vogelhäuschen, bei denen die Tiere im Futter sitzen, sind nicht hygienisch. Foto: Lukas Grabher

Wie oft füttern?

Während des Winters sollte grundsätzlich durchgehend gefüttert werden. Bergmüller schlägt vor, die Futterstellen alle zwei bis drei Tage aufzufüllen. Ein sofortiges Nachfüllen sei hingegen nicht sinnvoll, da sich die Tiere dann darauf einstellen, den Futterplatz als ihre Hauptfutterquelle betrachten und nicht mehr nach anderen Gelegenheiten suchen. Ein Ende der Fütterung ist erst angezeigt, wenn es wärmer wird und sich der Frühling ankündigt.

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