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Finale für Egger-Lienz und den Teufele-Maler

Mit einer Verlosung und einer Spende von 31.470 Euro endete die Ausstellung in der Dolomitenbank.

Mit einer Finissage in der Dolomitenbank ging am 9. Jänner ein Kulturereignis zu Ende, welches das vor hundert Jahren erbaute und heftig umstrittene Bezirkskriegerdenkmal mit der durch Albin Egger-Lienz freskierten Kapelle in Erinnerung rufen sollte.

Thema und Zeitpunkt der vom Kunstsachverständigen Erich Mair hauptsächlich aus eigenem Besitz zusammengestellten Schau waren klug gewählt, waren neben Werken von Egger-Lienz auch Beispiele des Schaffens von Josef Manfreda, der sich schon vor dem Ende des 1. Weltkrieges mit der Idee zu einem Denkmal für die Gefallenen befasst und die ebenfalls in der Ausstellung vertretenen Hugo Engl und Franz von Defregger zur Mitwirkung bestimmt hatte. Eben erst von der Stadt Lienz um die Ausarbeitung konkreter Pläne gebeten, wurde Manfreda der Auftrag zugunsten von Egger-Lienz und Clemens Holzmeister auch schon wieder entzogen.

Das Ärgernis wurde aber von dem Skandal um Eggers Fresken weit in den Schatten gestellt, der ein Dreiviertel Jahrhundert später einem weiteren nahezu vergessenen Künstler zu zweifelhafter Berühmtheit verhalf: Sein damals wiederentdecktes Aquarell, auf dem sechs Teufel sich über das Bild des Auferstandenen lustig machen, trug dem 1940 in Gaimberg verstorbenen Karl Untergasser den Beinamen „Teufelemaler“ ein.

Kunstwerke sind offenbar leichter zugänglich, wenn sie Geschichten erzählen oder Erzählungen illustrieren. Bereits Mitte Oktober vergangenen Jahres konnte Erich Mair den tausendsten Besucher begrüßen. 2.300 sind es am Ende geworden, denen man die Ereignisse rund um das Kriegerdenkmal als „Kirchenkrimi“ kredenzte – am Abend der Vernissage zum 36. Mal durch Mair persönlich.

Ein weiterer Höhepunkt war die Verlosung einer Lithographie, im Stein signiert „Egger Lienz“ und „Anno 1914“ betitelt, erschienen als eines von ca. 12 Exemplaren im Artis-Verlag Dr. Fleischmann/München. Durch den Verkauf von Losen wurden 31.470 Euro erzielt, von denen 90 Prozent an den Osttiroler Tierschutzverein und 10 Prozent an das Rote Kreuz gehen. Das Kunstwerk selbst bleibt im Lienzer Talboden.

Der große Moment zum Abschluss einer bemerkenswerten Ausstellung in der Dolomitenbank. Glücksengel David zieht unter notarieller Aufsicht von Philipp Assam (rechts) und beobachtet von Kunstexperte Erich Mair das Gewinnerlos. Foto: Dolomitenbank
Rudolf Ingruber ist Kunsthistoriker und Leiter der Lienzer Kunstwerkstatt. Für dolomitenstadt.at verfasst er pointierte „Randnotizen“, präsentiert „Meisterwerke“, porträtiert zeitgenössische Kunstschaffende und kuratiert unsere Online-Kunstsammlung.

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