Ihr Dolo Plus Vorteil:
Diesen Artikel jetzt anhören

SPÖ will Wahlärzte zum Kassentarif arbeiten lassen

Zehn bis 15 Prozent der Kapazität seien „fair“. Wenig Gegenliebe für Reformvorschlag von Anton Mattle.

Geht es nach der SPÖ, sollen Wahlärzte zehn bis 15 Prozent ihrer Kapazität für die Betreuung von Kassenpatienten aufwenden und dafür auch nur den Kassentarif erhalten. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das das Gesundheitsministerium im Vorfeld des Auftritts von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig am Sonntag in der ORF-„Pressestunde“ an Medien verteilt hat. Grundsätzlich steht das auch schon im Regierungsprogramm, neu ist aber der angepeilte Prozentanteil.

Sie selbst nannte die Zahl am Sonntag nicht und sprach lediglich von einem „gewissen Teil der Arbeitszeit“. Dies erfolge „natürlich mit Vergütung“ und sei ein Akt der Fairness, so Königsberger-Ludwig zu dem Plan, der schon länger zum Repertoire der Sozialdemokratie gehört.

„Faire Verpflichtung“

Aus dem Ministeriumspapier geht hervor, dass zunächst auf ein freiwilliges Modell gesetzt werden soll, bei dem zum Beispiel über die Gesundheitshotline 1450 Kassenpatienten an Wahlärzte zugewiesen werden könnten. Eine „faire Verpflichtung“ soll es allerdings dann geben, wenn alle freiwilligen Schritte ausgeschöpft seien und dennoch Versorgungsengpässe bestünden.

Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig überlegt, wie man eine Verschiebung von Wahl- zu Kassenärzten bewerkstelligen könnte. Foto: APA/Hochmuth

„Wir müssen im Bereich der Wahlärzte Akzente setzen, damit wir mehr Kassenärzte haben“, sagte Königsberger-Ludwig in der „Pressestunde“. Dazu gehöre auch der Abschluss eines österreichweit gültigen Gesamtvertrags mit den Ärzten, zu dem aktuell intensive Gespräche zwischen Sozialversicherung und Ärztekammer liefen. Hier die Landesärztekammern zu entmachten, wie es der Rechnungshof vorgeschlagen hatte, „sollte wenn überhaupt am Ende stehen“, meinte die Staatssekretärin. Sie sei zuversichtlich, dass man auch so zu einem guten Ergebnis kommen könne.

Generell brauche es eine Reform im Gesundheitswesen, denn es gebe demografische Veränderungen, die Leistungen seien teurer geworden und es gebe eine Verschiebung Richtung Privatmedizin. Notwendig sei in diesem Prozess zunächst die Leistungs- und Versorgungsanalyse, so Königsberger-Ludwig: „Es ist tatsächlich wichtig zu wissen, wo will man welche Leistung anbieten, und dann zu schauen, wie kann man das finanzieren.“

Gegen Mattle-Vorstoß

Wenig begeistert zeigte sich Königsberger-Ludwig zum Umstrukturierungsvorschlag für den Gesundheitsbereich von Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP): „Auf den ersten Blick würde diese Verschiebung viel Verantwortung für den Bund und viel Mitsprache für die Länder bringen“, kritisierte sie. Eine bundesländerübergreifende, abgestufte Versorgung komme darin aber nicht vor. „Nur die Kompetenz verschieben, ohne zu sagen, wer bietet die Leistung an und wer bezahlt, macht wenig Sinn“, formulierte die SPÖ-Staatssekretärin ihre Absage.

Königsberger-Ludwig ist auch für Konsumentenschutz zuständig, deshalb verwies sie auf Pläne der Bundesregierung, etwaige Preistreiberei im Lebensmittelhandel einzudämmen. Als Beispiele nannte sie die in Ausarbeitung befindliche Preisdatenbank und eine Preisvergleichsplattform sowie die Kennzeichnung von Shrinkflation. Man habe hier viel auf den Weg gebracht, das zeige sich auch daran, dass der Lebensmittelhändler Billa geschrumpfte Packungsinhalte nun freiwillig ausweise.

Zuvor habe es geheißen, dies sei alles schwierig und aufwendig, nun zeige sich, dass „Politik wirkt“, so die Staatssekretärin. „Das ist kein Mehraufwand“, betonte sie mit Verweis auf die digitalen Warenwirtschaftssysteme der Händler.

22 Postings

Outlandla
vor einem Monat

Wäre es nicht eine Überlegung wert die Kassenärzte zu "belohnen" anstatt die Wahlärzte zu "bestrafen"? Mangelberufe bzw. für Bereiche in denem Personal gesucht wird, sollte man mit Bonitäten locken. Welche Art von Bonitäten das sind, darüber kann man ja breit diskutieren. Angefangen von Steuererleichterungen über Bereitstellung/Unterstützung von Ordinationen, Gerätschaften etc. bis hin zu vertraglich gebundenen, differenzierten Ausbildungskosten für Wahl-/Kassenärzt.

 
1
2
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
    Annalies
    vor einem Monat

    Es geht doch nicht um ' Bestrafung' sondern um das Lösen von Problemen. Wenn jemand in einer Vollzeitverpflichtung real nur bis mittags arbeitet und danach in seiner Wahlarztpraxis ordiniert, darf man dies, in Zeiten eines Versorgungsengpasses, hinterfragen. Mir fällt auf, dass bei uns alles emotionalisiert wird und man ist stets mit einer 'Opferkultur' konfrontiert. Pragmatismus scheint abhanden gekommen zu sein. Fakt ist, dass wir eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt haben (11% des BIP). Die Anzahl der Ärzte ist in den vergangenen Jahren ziemlich gestiegen ( von 44.000 in 2015 zu 52.000 in 2024/25). Das sind beinahe 20%. Seit 1990 hat sich die Anzahl der Ärzte verdoppelt. Das durchschnittliche Jahresgehalt bewegt sich brutto bei etwa € 85.800 ohne Zulagen. Und trotzdem ist die Versorgung in manchen Regionen nicht ausreichend, vor allem bei den Hausärzten. Was sind die Ursachen: Ausdünnung durch die Pensionierung der Babyboomer, beachtliche Teilzeitquote, Unterschied Stadt Land... Durch die Errichtung von Primärversorgungszentren versucht man dagegen zu halten. Aber auch bei den Fachärzten tritt in gewissen Sparten ein Mangel auf ( Kinder- und Jugendheilkunde, Innere Medizin, HNO). Noch ein paar Fakten: In Gesamtösterreich gibt es statistisch 5,5 Ärzte pro 1000 Einwohner, das ist einer der höchsten Werte unter den OECD- Ländern.

     
    0
    2
    Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Annalies
vor einem Monat

isnitwahr, Das mit der Einsparung durch kontrollierte Med-Abgabe kenne ich im Detail aus den Niederlanden. Es hat wirklich viele Vorteile. Ein Teil des eingesparten Geldes wird dafür verwendet, dass z.B. Medikamente durch die Apotheken bei alleinstehenden und erschwert mobilen Pat. nach Hause geliefert werden können. Zum Thema ELGA : Dokumentierte Befunde verhindern doppelte oder Dreifachbefundungen, die nicht nur teuer, sondern auch schädlich sein können (z.B. Radiologie). Das Gate-keeper- System kenne ich ebenfalls aus den Niederlanden. Die Hausärzte sind wirklich äusserst kompetent und die Facharztbesuche können dadurch reduziert werden, ohne dass Pat. einen Nachteil erleiden. Ich habe absolut nichts gegen Wahlärzte. Jedoch kann sich nicht ein Jeder/Jede diese Tarife leisten. Ich glaube nicht, dass es überhaupt möglich ist, Wahlärzte zu zwingen, Kassenpatienten zu übernehmen, da diese Ärzte keine Kassenverträge haben. Wenn sich der Druck auf die Fachärzte und die KH-Ambulanzen durch das Gate-keeper-System reduziert, können alle zufriedenstellend versorgt werden. Und im Krankenhausbereich sind kürzere Aufenthalte vielfach sogar gesünder für die Pat. Man bedenke: Eine rasche Mobilität verhindert die Entstehung von Thrombosen und Muskelschwund und fördert die Genesung. Auch die Infektion mit sogenannten Krankenhauskeimen und Pilzinfektionen sind ein nach wie vor präsentes Thema. Wenn man darüber einen gesellschaftlichen Konsens erreicht, kann man über eine effektive Erweiterung des extramuralen Bereiches reden.

 
2
5
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
    isnitwahr
    vor einem Monat

    @Annalies, danke für die Info, sehr interessant, das kannte ich nicht. Skandinavien ist uns weit voraus, aber leider lernt man von dort nicht, lieber erfindet man das Rad neu. Die Community Nurse, insb. in Schweden und soweit ich weiß auch in Island, hat durch ihre weitreichenden Befugnisse sehr dazu beigetragen, Hausärzte, Ambulanzen und Krankenhäuser, sowie auch Pflegeheime zu entlasten. Sie stehen in permanentem Austausch mit den behandelnden Ärzten, haben ein perfektes Netzwerk, eine relativ geringe Anzahl von Patienten zu betreuen, viel Zeit für die zu Betreuenden und Hausbesuche der CN sind an der Tagesordnung. Die Niederlande sind Vorreiter bei der Bekämpfung der KH Keime durch konsequentes Screening (Abstriche). So wie @Senf geschrieben hat, hat bei uns mit Sicherheit jeder Haushalt z.B. angebrochene Antibiotika zu Hause, die dann, und das ist eine Tatsache, bei diversen Beschwerden wie z.B. einer viralen Erkältung in Selbstmedikation eingenomnen werden und so zu massiv zu den Antibiotikaresistenzen beitragen, ebenso wie präventive Antibiotokagabe in der Massentierhaltung. Das gilt auch für jegliche andere Medikamente, die sogar in der Familie und dem Freudeskreis weitergegeben werden. Um dem und den hohen Nedikamentenkosten entgegenzuwirken, wäre dieses niederländische System wirklich optimal. Wenn Turnusärzte mit der Ausbildung in einem KH nicht zufrieden sind, dann bekommen diese Häuser sehr schnell keinen "Nachwuchs" mehr, die TA und KPJ sind sehr, sehr gut vernetzt, glauben Sie mir! Dass Ärzte Teilzeit arbeiten, aber Vollzeit bezahlt werden, kenne ich so auch nicht. Die haben doch sicher auch Verträge, die sie einhalten müssen. Es gäbe viel zu tun für unsere Regierung und wichtig wäre Ursachenbekämpfung statt Behandlung einzelner Symptome!

     
    1
    2
    Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      Annalies
      vor einem Monat

      isnitwahr, Die Ausbildung der Pflegekräfte ist spezialisierter wie in Ö., es gibt sie für verschiedenste Fachrichtungen, z.B. für Pat. nach IC-Aufenthalten,...Dadurch hat die Pflege einen anderen Stellenwert und damit verbunden auch eine bessere Entlohnung erhalten. Die Ausbildung der Turnusärzte dürfte bei uns qualitativ von dem Engagement der handelnden Vorgesetzten abhängen. Dieses variiert enorm. Fazit: Es gibt viele Möglichkeiten, im Gesundheitssystem auf verschiedenen Ebenen Reformen anzugehen. Die optimale Versorgung der Pat. ist dabei das zentrale Anliegen. Prozesse und Arbeitsabläufe zu evaluieren und ggf. zu optimieren ist sicher notwendig. Im pharmazeutischen Bereich ist viel Einsparungspotential wie auch bei dem Übergang zu kürzeren KH-Aufenthalten und der Stärkung der extramuralen Versorgung. Falls Sie noch konkrete Fragen haben: Ich habe noch Kontakte zur ZGT, das sind zwei fusionierte KHs, an die ich mich in Detailfragen wenden kann.

       
      1
      1
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Annalies
vor 2 Monaten

Es gäbe viele Möglichkeiten im Gesundheitssystem, die Versorgung der Patienten flächendeckend zu gewährleisten und dabei noch die Kosten zu reduzieren. 1) Einführung einer Pflicht für Ärzte in Krankenanstalten und auch im niedergelassenen Bereich, erhobene Befunde, Arztbriefe und die Art der Medikation zeitnah in ELGA zu dokumentieren ( falls vom Pat. kein schriftl. Veto vorliegt). 2) Neue Wege gehen in der Verschreibung von Medikamenten. Vor allem bei älteren Pat. werden oft die Medikamente geändert. Auch werden bei teuren Medikamenten vielfach zu grosse Packungen verschrieben, obwohl nur eine kurzzeitige Einnahme angeordnet wird. In anderen Staaten bekommt der Pat. nur so viel mit, wie für die Behandlung nötig ist. Ausgenommen davon ist die Dauermedikation. 3) Ein regelmäßiges Controlling im gesamten Gesundheitsbereich. Wurden verrechnete Leistungen auch erbracht? 4) Einführung klinischer Pfade und Stärkung der extramuralen Pflege- und Betreuungsangebote sowie Physiotherapeuten. Damit kann man die teuren Verweildauern in den Krankenanstalten verkürzen. 5) Eine fachlich bessere Ausbildung von Turnusärzten generell. Sie werden vielfach für Hilfstätigkeiten eingesetzt. Denn wenn sie als Prakt. Arzt eine Gate-keeper-Funktion einnehmen sollen, müssen sie sich in allen Fächern auskennen. Deshalb sollten sie dann auch in der Funktion als Hausarzt mehr verdienen. 5) In einigen Bundesländern arbeiten Spitalsärzte in Vollzeit nur bis 13:30. Dieses Entgegenkommen öffnet der nachmittäglichen Privatpraxis Tür und Tor. Vielleicht wäre es möglich, mit viel Sensitivität und Diplomatie, auch an dieser Schraube zu drehen?

 
6
8
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
    isnitwahr
    vor 2 Monaten

    sehr geehrte @Annalies, das mit der Verpflichtung ist so eine Sache, Sie können ja auch nicht einen Installateur, Elektriker, Koch etc. nach seiner Ausbildung verpflichten, in einem bestimmten Betrieb oder Bundesland zu arbeiten, nur weil dort gerade erhöhter Bedarf ist, das halte ich für falsch. Klinische Pfade sind in den Krankenanstalten überall installiert, müssen sich aber doch nach den Bedürfnissen des jeweiligen Patienten richten und somit (dokumentiert begründet) abgewandelt werden können. Die Packungsgrößen der Medikamente sind von der Pharmaindustrie vorgegeben, da gibt es für den Arzt kaum Spielraum, und die Änderung/Anpassung der Mediktionen obliegt wohl ausschließlich dem behandelnden Arzt. Medikamente auf mehrere Patienten verteilen ist schwierig, da nicht auf jeder Tablette der Name steht und ebenso das Ablaufdatum am Blister und nicht auf jeder Tablette aufgedruckt ist, das kann auch gefählich werden. Turnusärzte und KPJ sind Auszubildende, müssen ihr "Handwerk" von Grund auf lernen, es gibt exakte schriftliche Vorgaben der Zielerreichung im jeweiligen Fachbereich, und das muss besprochen und dokumentiert werden. Das Controlling, das Sie anprechen, ist in Krankenanstalten die Codierung und hier können die codierten Leistungen anhand der medizinischen Dokumentation exakt nachverfolgt werden, was von den zuständigen Personen auch gemacht wird, sowie auch auch von den Ländern! Controller sind im Verwaltungsbereich angesiedelt und führen keine Kontrollen durch. Die hohe Verweildauer resultiert meist daraus, dass es in Wohn- und Pflegeheimen keinen freien Betreuungsplatz gibt oder die Verwandten keinen Platz oder auch keine zeitlichen Ressourcen für eine Vollpflege haben. Trotzdem wird in Ö der überwiegende Teil der zu Pflegenden von Verwandten gepflegt. Recht gebe ich Ihnen bei der Stärkung der extramuralen Pflege, wichtig wäre die verpflichtende Installation einer Community Nurse und zugleich auch eines sozialen Dienstes, der exakte Angaben zu Hilfsangeboten machen kann, sowie diverse Ansuchen (Hilfsmittel, Therapien, Rehabilitation, etc.) bereits stellen kann. Unsere Landesregierung war doch einmal in einem nordischen Land, sich das anschaun, oder täusche ich mich da? Es wurde aber wohl nichts von den Erkenntnissen umgesetzt, oder? Dort funktioniert die extramurale Betreuung durch die Community Nurse perfekt (umfassende Befugnisse, perfekte Netzwerke). CN gibt es bereits in einigen wenigen Ortschaften in Österreich. Was Sie bei Ihrer Feststellung der Vollzeitbeschäftigten Ärzte mit Dienstzeit bis 13:30 vergessen, ist, dass diese auch Nacht- und Wochenenddienste versehen und entsprechend dem Krankenanstalten -Arbeitszeitgesetz ihre Dienstzeiten versehen, auch dazu gibt es von den Arbeitsinspektionen laufend Kontrollen und Verstöße können teuer werden. Die nachmittägliche Ordination entlastet wiederum die ansässigen Ärzte in ihren übervollen Ordinationen. Die Kassenärzte, und solche gibt es im Haus- wie auch im Facharztbereich, müssen viel besser bezahlt und Ordinationsgemeinschaften forciert werden, damit auch für diese Ärzte ausreichend Zeit für Fmilie und Erholung bleibt. Ich kenne tatsächlich keinen Kassenarzt, der pünktlich seine Ordination verlassen kann!

     
    2
    5
    Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      Annalies
      vor 2 Monaten

      Wir werden immer Gründe finden um nichts zu verändern. Zum Arbeitszeitengesetz der Ärzte: Die Anzahl der Nacht- und Wochenddienste hat sich deutlich verringert seit das Gesetz reformiert wurde. Die Dienstzeit bis 13:30 ist an jedem Wochentag, nicht nach dem Nachtdienst. Da geht man bereits um 8:00 nach Hause. Zu den Medikamenten: Selbstverständlich rezeptieren nur Ärzte. Aber Ihnen dürfte bekannt sein, wieviel Medikamente in Ö in der 'Tonne' landen. In anderen Staaten werden die Medikamente in der Folie in kleinere Behältnisse durch die Apotheken umgefüllt und ausgegeben. Ein gekürzter Beipackzettel wird beigefügt. Das funktioniert prima. Ob ein Ausbildungsplan für Turnusärzte stets eingehalten wird, wage ich zu bezweifeln. Und zum Gate- keeper-System durch Hausärzte: Wir hatten das System bereits vor der Einführung der E-Card. Man musste zum Hausarzt um sich eine Überweisungsschein für den FA zu besorgen. In einigen Staaten wurde das System weiterentwickelt. Die Hausärzte absolvieren eine längere und umfassendere Ausbildung. Sie decken im amb. Bereich viel mehr ab und werden dafür auch besser bezahlt als bei uns. Und zu den Verweildauern: Nicht jeder Pat. muss auf einen Altersheimplatz warten. Es wird seit Jahren das Einrichten einer Übergangspflege diskutiert, bis dato wurde nichts umgesetzt. Die Aufenthalte sind zu lange, tagesklinisch wird kaum etwas gemacht (Ausn. Augen). Und zum Controlling: Wer evaluiert und optimiert Arbeitsabläufe? Wer hält sich an klinische Pfade? Die können natürlich von Pat. zu Pat. abweichen, aber sollten doch als Leitfaden dienen. Wie kann es sein, dass wir das teuerste Gesundheitssystem haben und trotzden so viele Probleme? Weil das System für den Erhalt des Systems in dieser Form kämpft und man dem Pat. einredet, dass jegliche Reform zu seinem Schaden sei....

       
      7
      5
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      isnitwahr
      vor einem Monat

      liebe @Annalies, zu Ihrer Antwort auf mein Posting, ja es gäbe viel zu tun. Si schreiben, dass das Problem mit der Anzahl der benötigten Medikamente in anderen Staaten gelöst wurde. Das wäre natürlich ein guter Ansatz. Bitte um Info, in welchen Ländern das der Fall ist, ich habe das nämlich noch nie gehört. Wahrscheinlich haben Viele das Theater um die angestrebte Kassenstelle von Dr. Gernot Walder schon vergessen, daher empfehle ich, den Dolomitenstadtartikel "Ärztemangel?" vom 28.02.2023 von Anna Maria Huber, Gespräch mit dem Bereichsvorsitzenden der ÖGK Herrn Melitopulos und der Beantwortung der Leserfragen, durchzulesen, dann weiß man wie heuchlerisch dieses System zum Teil ist. Ja es gäbe viel zu tun, in unserem Gesundheitssystem, aber alles nur auf die Wahlärzte abzuschieben, wie es die SPÖ tun will, ist halt nur einseitig. Anzusetzen wäre auch beim ausgenutzten "Billigurlaub Kur" oder Reha, wo Erfolge nachgewiesen werden müssen und Patienten, die nach der Kur/Reha ihr "altes"Leben wieder wie vorher weiterführen, die Kosten für die Kur/Reha zurückzahlen müssen.... und und und - aber wie immer, die Hoffnung stirbt zuletzt!

       
      1
      5
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      senf
      vor einem Monat

      @isnitwahr: sie haben recht, die Kurhäuser auf Kassenbasis gehören allesamt abgeschaft, ebenso die dafür erforderliche Freistellung (Sonderurlaub) der Arbeitkraft auf Kosten der Allgemeinheit oder des Betriebes. Wie kommt die Allgemeinheit dazu, den ausgelaugten Bergläufer, Extremsportler u. ä. mit Früchtetee, Frischobst und Körpermassagen über Wochen zu versorgen :-)

      Bei Reha wissen wir, dass es um die Rehabilitation, also die Wiederherstellung der Gesundheit vorwiegend nach OPs geht, die selbstverständlich weiter bestehen sollte. Da wär ich schon aus vorkswirtschaftlichen Gründen etwas vorsichtiger.

       
      2
      6
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      isnitwahr
      vor einem Monat

      @senf zu Ihrer Antwort auf mein Posting unten, klar ist es bei der Reha schwieriger, aber insbesondere in der Reha gibt es Anweisungen und Verhaltensrichtlinien, die für eine (bestmögliche) Wiederherstellung/Erhaltung der Gesundheit über den Reha-Aufenthalt hinaus unabdingbar sind. Diese betreffen Bewegung, Ernährung, Rauchen und Alkohol. Wenn man sich nun gar nicht daran hält, ist der Reha-Aufenthalt ein für die Allgemeinheit teurer, aber sinnloser Urlaub, und daher sollte auch das kontrolliert werden. Das habe ich damit gemeint. Ich kenne einige Leute, denen die Vorgaben für die Zeit nach der Reha entweder egal sind oder aber der innere Schweinehund viel stärker wiegt als der viel strapazierte Hausverstand und sie auch nach der Reha weitermachen wie eh und je, weil...nächstes Jahr kann man ja wieder Reha gehen...

       
      1
      4
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
jacqueline
vor 2 Monaten

Darum ist ein Wahlarzt Wahlarzt geworden...weil er eben keine Kassenpatienten behandeln will und auch nicht muss. Sonst hätte er oder sie nämlich auch gleich einen kassenvertrag nehmen können...wenn diese so lukrativ wären. Die Frage der Gerechtigkeit stellt sich hier nicht, sondern inwieweit es juristisch möglich ist jemanden zu zwingen und dann noch entsprechende Sanktionen bei Nicht-Einhaltung durchzusetzen. Stelle ich mir schwierig vor in einem ohnehin schon sehr belasteten System und ist ein Signal in die falsche Richtung . Aber das scheint die Politik irgendwie nicht verstehen zu wollen.

 
6
5
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
    senf
    vor 2 Monaten

    @jaqueline: ... will und auch nicht muss? du weisst schon, dass die privatversicherungen nur dann versichern, wenn du in deiner krankengeschichte keine vorerkrankungen aufweist, und wenn ja, dass diese dann von Leistungen ausgenommen sind samt allen möglichen daraus erwachsenden gebrechen ebenso. du bist also bei einer angeborenen fehlstellung in deinem stützapparat und für alle daraus wachsenden leiden n i c h t versicherbar. erklär mir bitte, ob du das richtig findest, dass jemand mit vorerkrankungen keine leistungen von wahlärzten über seine privatversicherung bekommen kann, ausser er hat einen haufe zaster in seinem sparbbüchserl, vielleich eine erbschaft oder einen gar einen reichen onkel in amerika. Und wenn nicht, soll er dann weiterleiden?

    ach ja, mein kassenarzt hat mir einmal gebeichtet, dass ihm sein med-studium mit steuermittel ermöglicht wurde.

     
    6
    5
    Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      jacqueline
      vor 2 Monaten

      und noch einmal...es geht hier nicht um gerechtigkeit oder einzelschicksale... es geht nicht darum wer wieviel zahlt und wieviel hat und ob es eine zwei-/drei- oder vierklassenmedizin gibt ... es geht einzig darum inwieweit man wahlärzte dazu zwingen kann kassenpatienten aufzunehmen. wenn sie glauben dass es eine rolle spielt welcher steuerzahler welches studium von wem auch immer finanziert...auch darum geht es nicht. was ich seit dem studium an steuern zahle da hab ich schon viel mitfinanziert was mir vielleicht missfällt...interessiert aber keinen

       
      2
      6
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      senf
      vor 2 Monaten

      @jaqueline: soweit ich das aus obigen bericht lesen kann, geht es überhaupt nicht um den zwang zur aufnahme von kassenpatienten, sonder um die freiwilligkeit und hier setzt man zur orientierung bei jedem zehnten patienten an, es geht dabei auch um die sicherung des gesundheitssystems und dafür sind halt mal reformen gewünscht und notwendig. vielleicht wirkt sich das ganze sogar für beide seiten gut aus, aber das liegt in ihrer erfahrung und beurteilung.

      ich bin jedenfalls meinen beiden fachärzten dankbar, dass sie mir seinerzeit in meiner schlimmen situation als kassenpatient einige stunden ihrer wahlarztzeit als kassenarzt geschenkt und damit geholfen haben. geschehen in lienz.

      @isnitwahr: sie haben recht, die angesprochene diskussion über packungsgrößen für medikamente find auch ich überfällig und ich wundere mich, dass sich hier neben der politik nicht auch die ärztekammer stark macht und längst schon bedarfgerechte mengen und größen fordert. es gibt wahrscheinlich nur wenige haushalte, die restmedikamente nicht jahrelang schachtelweise horten und letztlich gezwungen sind, sie irgendwann zum sondermüll zu schmeissen.

      es mag auch sein, dass die pharmaindustrie anreize schafft und für provisionen bezahlt, aber die wären doch auch für kleine packungen möglich :-)

       
      3
      6
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      Joe B. Tolliver
      vor einem Monat

      Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Auch alle anderen Studiumme wurden mit Steuermitteln ermöglicht. Auch meine drei, wie ich Ihnen "beichten" muss, wobei allerdings Medizin nicht dabei ist. Und ich denke nicht daran, meine am Markt stark nachgefragten Fähigkeiten und Leistungen zu einem kommunistisch regulierten Dumpingtarif feilzubieten.

      Nur zum besseren Verständnis: Warum soll man "bei einer angeborenen fehlstellung im stützapparat und für alle daraus wachsenden leiden n i c h t versicherbar" sein? Haben wir kein Gesundheitssystem mehr? Weigert sich der Kassenarzt, solche Patienten zu behandeln? Darf er das überhaupt?

       
      2
      3
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
      senf
      vor einem Monat

      @Joe B. Tolliver, ja sie können sichs aussuchen und ich wünsch ihnen viel erfolg, wenn sie sich einen wahlarzt anvertrauen möchten und die privatversicherung ihre kranken-vorgeschichte kennt.

       
      1
      3
      Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
lia
vor 2 Monaten

die gut gemeint politik der spö bewirkt das genaue gegenteil von gut.

 
8
6
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Medan
vor 2 Monaten

2 Änderungen im österreichischen Krankenkassensystem wären vorrangig nötig: 1: Die ÖGK sollte in eine ÖSTERREICHISCHE mit einheitlichen antstatt einer Bundesländerkasse mit unterschiedlichen Leistungen umgewandelt werden 2: Der Bürger sollte die Möglichkeit haben, unter allen Kassen selbst frei zu wählen, also wie in Deutschland Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung

 
3
9
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
beobachter52
vor 2 Monaten

Wenn jemand sein Leben lang um 2% mehr Krankenkassenbeitrag als die bei der ÖGK Versicherten gezahlt hat, wenn er auch immer einen Selbstbehalt zahlen musste, dafür aber einige Mehrleistungen durch seine Krankenkasse als durch die ÖGK hatte und hat, dann kann doch kein Politiker hergehen und sagen, ab jetzt ist das alles nichts wert, alle haben dieselbe Versicherung? Übrigens, diese relativ "kleine", für die Versicherten (und für die Ärzte :-)) gute Versicherung bilanziert seit Jahrzehnten und immer noch positiv!

 
2
7
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Domenik Ebner
vor 2 Monaten

Ein super Beispiel von der SPÖ wie man ein Problem mit Kosmetik übermalen will - ein Grundübel sind die vielen Krankenkassensysteme die wir haben. Einige Krankenkassen (nicht ÖGK) sind privilegiert und haben mehr Geld zur Verfügung - wär ich ein Mediziner würd ich auch eine Wahlarztpraxis mit den "gschmackigen" Krankenkassen betreiben und mehr Geld verdienen. Wie kriegen wir das hin? Also erstmal eine fairere Verteilung der Kosten der Allgemeinheit auf alle Krankenkassen - es kann ja nicht sein, dass sich einzelne Berufsgruppen die Rosinen rauspicken. Um das zu erreichen, brauchts die Möglichkeit geben die Kasse selbst zu wählen wie in Deutschland (mehr Wettbewerb hab noch nie geschadet) - somit kann dann der Kassenarzt auch mehr verdienen und das System als solches wird aufgewertet.

 
11
7
Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
    isnitwahr
    vor 2 Monaten

    Meine privaten Fachärzte haben die Möglichkeit, sich mit mir ausgiebig zu beschäftigen, was Kassenärzte durch den Termindruck bei den überfüllten Ordinationen nicht können. Das ist der Grund, warum ich bereit bin, dafür viel Geld auszugeben, denn zurück bekomme ich nur wenig. Aber auch da muss ich oft Monate auf einen Termin warten. Akut wurde ich aber auch von meinen Wahlärzten immer sofort behandelt. Für die Einführung der ÖGK - zur Erinnerung statt "Einsparung von 1 Mrd. Euro - Minus von 1 Mrd. Euro", wurde nie einer der verursachenden Politiker zur Verantwortung gezogen, ausbaden darf es der Steuerzahler!!! Auswahl der Krankenkasse wäre aber okay, da stimme ich zu!

     
    1
    5
    Sie müssen angemeldet sein, um ihre Stimme für dieses Posting abzugeben.
Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren