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Die Narrengilde Sillian hat das heiße Schützeneisen schon vor dem Ergebnis der Abstimmung angepackt und beweist einmal mehr: Humor befreit - ganz unabhängig vom Geschlecht. Foto: Narrengilde Sillian

Die Narrengilde Sillian hat das heiße Schützeneisen schon vor dem Ergebnis der Abstimmung angepackt und beweist einmal mehr: Humor befreit - ganz unabhängig vom Geschlecht. Foto: Narrengilde Sillian

Manda, s isch Zeit! Schnappt's enk des Schnapsfass! 

Sie dürfen also nicht ballern, die Weibischen. Ich dreh den Spieß um und fordere: Männliche Marketender!

Eigentlich ist die Position der Frau im Tiroler Schützenwesen ja klipp und klar definiert und bei jedem „landesüblichen“ Aufmarsch gut sichtbar. Die Frau folgt dem Manne in Tirol nicht nach, wie mancher Pfarrer immer noch gern behauptet, sie marschiert ihm voran oder zumindest an seiner Seite, selbstbewusst, emaniziert und bei den Schützen mit einer durchaus tragenden Rolle. 

Gleich hinter oder gar neben dem Kommandanten tragen die Marketenderinnen nämlich den Zaubertrank der Tiroler Männlichkeit in kleinen Fässchen mit sich, hochprozentigen Alkohol, der zuerst lustig und dann aggressiv macht. Was sonst braucht der Schütze für seinen martialischen Auftritt und der volksnahe Politiker als Inspiration für ein paar markige Worte? 

Zielwasser ist der klare Trank allerdings nicht, denn im Stutzen platzt nur eine harmlose Patrone, die das Trommelfell von Freund und Feind auf die Probe stellt, wenn die Salve nach einem kehlig hervorgestoßenen „Hoch an. Frrrr!“ aus vielen Rohren wie ein einziger Schuss hinausknallt. Bis hierher ist die Welt der Tiroler Leitkultur noch heil. Aber jetzt kommt´s! 

Man stelle sich vor, in den Reihen grimmig blickender Mander stehen plötzlich zierliche Frauen, nicht im Dirndl und mit Schnapsfass, sondern in der Krachledernen mit einer Puffen in der zarten Hand! Da klappt doch dem Bischof und dem LH beim Abschreiten der Front der Unterkiefer weg. Was? Das soll landesüblich sein?

Bevor die weniger „woken“ unter meinen Lesern jetzt zügellos zur Preglerflasche greifen – so schnell schießen die Franzosen und auch die Weibischen nicht. Herrgott sei Dank! Die Schützen haben demokratiebewusst abgestimmt und obwohl – Sensation! – immerhin 13 Prozent die Mädels an ihre Flinte gelassen hätten, war doch die große Mehrheit für das biblische Rollenbild: Die Frau ist demnach eine „Ergänzung“ des Mannes, eh klar, schließlich wurde sie ja einst aus Adams Rippe gebastelt. 

Nun möchte ich aber doch noch eine Lanze für echte Gleichberechtigung brechen. Ganz konsequent war die Diskussion über eine neue Rollenverteilung der Geschlechter bei den bewaffneten Trachtenträgern nämlich nicht. 

Warum nicht auch darüber nachdenken, ob Männer als Marketender aufmarschieren dürfen? Absurd? Keineswegs, sondern ebenfalls jahrhundertealte Tradition! „In der Geschichte gehörten bereits früh sowohl männliche als auch weibliche Marketender selbstverständlich zum Tross der antiken, spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Heere“, schreibt das Online-Lexikon. „Fast jedes Fähnlein der Landsknechte hatte im Mittelalter einen eigenen Marketender, der die Soldaten als Händler mit Lebensmitteln versorgte.“ 

Na also. Der Marketender könnte zum Schnaps den Speck servieren – fertig ist die landesübliche Tiroler Jause. Fragt sich nur, ob der „Schitz“ dabei auch Frauenkleider tragen sollte? Aber das ist eine andere Geschichte. 

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis.

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Kein „Feuer!“ für Frauen bei den Tiroler Schützen

Nur 13 Prozent stimmten dafür, dass Frauen mit Gewehr ausrücken dürfen. NEOS, Grüne und SPÖ äußern Kritik.

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11 Postings

Weintraube
vor einem Monat

Keine Schützinnen? Gut so! Nicht, weil Frauen zu schwach wären. Sondern weil Stärke nicht bedeutet, alles gleich machen zu müssen.

 
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Ist es so
vor einem Monat

Ewig gestriger Verein, wer braucht das eigentlich wirklich noch, außer die so "volksnahe" ÖVP? Rein martialisches Getue, längst nimmer zeitgemäß. Aber der Andreas Hofer wird wohl auch in 1000 Jahr` noch verehrt werden, da er ja praktisch nach dem Ötzi DER Urtiroler schlecht hin ist.

Alle ins Dirndl, dann hätt man wenigstens was zu lachen! 😅😅🙈

 
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Biker
vor 2 Monaten

Während in ganz Tirol herumgeeiert und lamentiert wird nimmt man (Frau) in Sillian mutigen Schrittes die Sache selbst in die Hand.

Ein "Hoch An" auf die Sillgina Weibsbilder. Macht so weiter. Ach wie schießt ihr schlecht :-) Rante Putante

 
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oschtirola
vor 2 Monaten

Auf dem Bild steht eh schon a Mannischa oder Mannische, woas nit wie man richtig sogt, als Marketenderin do. Schaut guat aus und tit la weiter so ... Woll woll

 
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    Edi1913
    vor einem Monat

    es gibt manische Mannische und manische Weibische.

     
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ehklar
vor 2 Monaten

Gratulation zu diesem Artikel!!!! Herrlich geschrieben!

 
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beobachter52
vor 2 Monaten

Absolute Gleichberechtigung! Frauen ans Schützengewehr, Männer als "Marketender", aber auch Militär- oder Zivildienst für Mädchen! Warum soll es gerade da keine Gleichberechtigung geben? Übrigens, ob sich Nichtschützen wie so mancher Kommentator (und auch ich) in eine demokratische Abstimmung des Tiroler Schützenbundes einmischen sollen??

 
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    senf
    vor 2 Monaten

    also doch das goscherl halten?

     
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    Wernig
    vor 2 Monaten

    Ein genial verfasster Artikel. Ja, zur Gleichberechtigung ( Zivil- oder Wehrdienst), wenn die 9 Monate Schwangerschaft und die Kinderbetreuung auch dementsprechend honoriert wird.

     
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      Joe B. Tolliver
      vor einem Monat

      Wie wollen Sie "die 9 Monate Schwangerschaft und die Kinderbetreuung auch dementsprechend honorieren"? Mit einem besonderen Kreuz? Oder mit einem Muttergehalt? Mit einer ruhegenussfähigen Wurfprämie? Holt Euch was Euch zusteht!

       
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      Wernig
      vor einem Monat

      Frauen leisten mit Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung bereits einen gesellschaftlichen Pflichtbeitrag, der weder gleichwertig bezahlt noch pensionsmäßig voll angerechnet wird. Bevor man über eine Pflicht zum Heer redet, müsste diese Ungleichheit zuerst fair ausgeglichen werden.

       
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