Überdurchschnittliche Lufttemperaturen, unterdurchschnittliche Niederschläge und eine geringe Schneespeicherung sind die vom Klimawandel forcierten Zutaten, die im Vorjahr dazu geführt haben, dass Fließgewässerabflüsse sowie Grundwasserstände über weite Teile unter dem langjährigen Mittel gelegen sind. Das geht aus der „Jahresbilanz zum Wasserhaushalt 2025" hervor. Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) sah Österreich infolge „mit einem deutlichen Wandel" konfrontiert.
Einzelne niederschlagsreichere Phasen führten regional zwar zu kurzfristigen Entlastungen, konnten die über das Jahr aufgebauten Defizite jedoch nicht nachhaltig ausgleichen, lautete das Resümee in dem am Samstag publizierten Bericht. Der Dezember 2025, dessen Bilanz ebenfalls veröffentlicht wurde, bestätigte dieses Gesamtbild. Hydrologisch hervorzuheben war zudem, „dass das Jahr 2025 außergewöhnlich arm an Hochwasserereignissen war", hieß es in dem Bericht.
„Entscheidend ist, dass wir in Österreich mit unserem flächendeckenden hydrographischen Messnetz gut aufgestellt sind: Die kontinuierlichen Beobachtungen liefern eine solide Grundlage, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und faktenbasiert zu handeln", hob der Wasserminister hervor.

Die Niederschlagssumme lag österreichweit rund 14 Prozent unter dem langjährigen Mittel, wobei sich deutliche regionale Unterschiede zeigten. Charakteristisch war eine ungleiche zeitliche Verteilung mit längeren Trockenphasen und einzelnen niederschlagsreichen Perioden.
An den Oberflächengewässern wiesen im Jahresmittel rund 55 Prozent der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Abflüsse auf. Die Grundwasserstände lagen an etwa der Hälfte der Messstellen über weite Teile des Jahres auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau und zeigten nur lokal und kurzfristig Reaktionen auf Niederschlagsereignisse.
Winter 2024/25 war mild und schneearm
Der Winter 2024/25 verlief in Österreich insgesamt wärmer als im langjährigen Mittel. Alle drei Wintermonate (Dezember, Jänner und Februar) wiesen positive Temperaturabweichungen auf. Regional zeigten sich Unterschiede. Im Westen lagen die Abweichungen teils über +2 Grad, während sie im Osten etwas geringer ausfielen.
Auch die Niederschlagssummen des vergangenen Winters lagen österreichweit unter dem langjährigen Mittel. In vielen Regionen wurde weniger als die Hälfte der mittleren Niederschlagssumme verzeichnet. Besonders niederschlagsarm war es im Osten und Südosten. In Kärnten fielen die Defizite etwas geringfügiger aus.
Die Schneesituation war während des gesamten Winters unterdurchschnittlich. In tiefen und mittleren Lagen war über längere Zeiträume keine geschlossene Schneedecke ausgebildet. Auch in höheren Lagen lagen die Schneehöhen überwiegend unter dem Durchschnitt. Die saisonale Schneespeicherung fiel entsprechend geringer aus als üblich, wodurch der Beitrag der Schneeschmelze zur Abflussbildung reduziert war.
Frühling war überdurchschnittlich warm
Das Frühjahr 2025 (März bis Mai) war in Österreich überdurchschnittlich warm. Die mittlere Lufttemperatur der drei Monate lag österreichweit um rund +1,1 Grad über dem Mittel der Referenzperiode 1991–2020. Besonders im März und April traten deutliche positive Temperaturabweichungen auf, die in mehreren Bundesländern zwischen +2 und +3 Grad lagen. Der Mai war vergleichsweise kühl.
Die Niederschlagsverteilung war im Frühjahr räumlich sehr heterogen. Während es nördlich des Alpenhauptkamms vergleichsweise trocken war, fielen im Süden und Südosten ergiebige Niederschläge. Österreichweit lag die Niederschlagssumme im Bereich des langjährigen Mittels.
Im März traten in Teilen Ost- und Südösterreichs zeitweise Niederschlagsüberschüsse auf, während der Westen und Norden weiterhin Defizite verzeichneten. Der April verlief in weiten Teilen Österreichs sehr niederschlagsarm. Der Mai war im Westen sehr feucht; die Niederschläge bewirkten aufgrund der vorangegangenen Trockenheit jedoch keine nachhaltige Verbesserung der Wasserbilanz.
Die Grundwasserstände zeigten im Frühling überwiegend stagnierende bis fallende Entwicklungen. Eine typische Phase der Grundwasserneubildung blieb in vielen Regionen aus.
Warmer Frühsommer, erneute Trockenphasen
Auch der Sommer 2025 (Juni bis August) war wärmer als im langjährigen Mittel. Jedoch zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Monaten. Der Juni 2025 war der drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, die Niederschläge fielen mit Defiziten von knapp 40 Prozent deutlich geringer aus. Auch die Grundwasserstände reagierten mit deutlichen Rückgängen.
Ende Juli gab es stärkere Niederschläge, insgesamt war der Monat sehr feucht. Österreichweit lagen die Niederschlagssummen 43 Prozent über dem langjährigen Mittel, besonders nördlich des Alpenhauptkamms kam es zu ergiebigen Niederschlägen. Auch die Grundwasserstände reagierten mit kurzfristigen Anstiegen, die jedoch räumlich begrenzt und zeitlich nicht nachhaltig waren.
Der August verlief erneut niederschlagsarm, die Lufttemperaturen lagen leicht über dem Referenzwert.
Herbst brachte anhaltende Niederschlagsdefizite
Im Herbst 2025 (September bis November) trat in puncto Lufttemperatur eine Beruhigung ein, das Quartal lag nahe am langjährigen Mittel. Der September war zwar noch deutlich wärmer, Oktober und November wiesen hingegen überwiegend durchschnittliche Temperaturen auf.
Unter dem langjährigen Mittel lagen wiederum die Niederschlagssummen. Regional bestanden deutliche Unterschiede. In Teilen des Waldviertels traten zeitweise überdurchschnittliche Niederschläge auf. In Tirol, Kärnten und Teilen Oberösterreichs blieben die Niederschläge teils deutlich unter dem Durchschnitt. Zu markanten Hochwasserereignissen kam es nicht. Die Grundwasserstände zeigten eine Stagnation auf niedrigem Niveau.
Einordnung im Kontext des Klimawandels
Das Jahr 2025 weist mehrere Merkmale auf, die mit langfristigen klimatischen Entwicklungen in Österreich übereinstimmen. Zentral ist dabei die Kombination aus überdurchschnittlichen Lufttemperaturen, einer veränderten Schneesituation sowie einer ausgeprägten zeitlichen Struktur der Niederschläge.
Hohe Lufttemperaturen wirken sich unmittelbar auf den Wasserhaushalt aus, insbesondere durch eine erhöhte Verdunstung sowie einen steigenden Wasserbedarf der Vegetation. In der Folge können Wasserdefizite auch dann bestehen bleiben, wenn die Niederschläge zeitweise im Bereich des langjährigen Mittels liegen.
Eng damit verknüpft war die Entwicklung der Schneesituation. Die unterdurchschnittliche Schneespeicherung im Winter 2024/25 führte zu einem verminderten saisonalen Beitrag der Schneeschmelze zur Abflussbildung und schränkte die Wasserverfügbarkeit im Frühjahr 2025 deutlich ein.
Auch im Niederschlagsgeschehen zeigte sich im Jahr 2025 eine ausgeprägte zeitliche Struktur: Längere trockene Phasen wurden von vergleichsweise kurzen Perioden mit erhöhten Niederschlägen unterbrochen. Diese führten regional zu vorübergehenden Entlastungen, konnten die zuvor aufgebauten Defizite jedoch nicht nachhaltig kompensieren.
„Um die Auswirkungen auf den österreichischen Wasserkreislauf frühzeitig zu erkennen, untersuchen wir im Rahmen der laufenden Studie 'Wasser im Klimawandel' bis Ende 2026, welchen Einfluss der Klimawandel auf Hochwasser, Starkregen, Niedrigwasser, Grundwasser und Schnee hat. Diese Erkenntnisse werden wesentlich dazu beitragen, unsere wasserwirtschaftlichen Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und die Wasserressourcen Österreichs langfristig zu sichern", kündigte Umwelt- und Wasserminister Totschnig abschließend an.
14 Postings
Vielleicht hilfts ja, auf noch mehr Massentourismus zu setzen, einen weiteren Berggipfel zu sprengen und die Liftkaiser ein paar Moneten zusätzlich verdienen zu lassen. War ja die bisherige Strategie. Und der Rest der Bevölkerung, die nicht daran verdient (wobei ja gebetsmühlenartig versichert wird, alle würden am Tourismus verdienen), darf wieder einmal Hände faltn, Goschn haltn.
....immer weiter fest zubetonieren, jede Staude umschneiden usw.....es ist ja fast unglaublich wie kurzsichtig wir mit unserer Lebensgrundlage umgehen....
... uiii , jetzt muß die TIWAG aber schnell bauen(teurer wird s sowieso für die Kunden)und die Bürgemeister schnell unterschreiben; und die Schneekanoniere erst, da wird das Liftln nit billiger; und wir verzichten gerne auf viele Lebensmittel, trink ma halt Wein ...
Wenn die Politik nur ein ganz kleines bisschen den viel strapazieren Hausverstand "beiziehen" würde, dann käme man zur Erkenntnis, dass sich Österreich mit seiner rasanten Flächenversiegelung im Laufschritt das Grundwasser unwiederbringlich selber abdreht - allen voran unsere Talbodenbürgermeister:Innen
bin bei Dir - der Begriff Hausverstand ist schon verbraucht, den teilten sich, früher einmal Billa und jetzt halt die Rechtsrechten
Ps. Es werden auch noch Niederschlagsreiche Jahre kommen!!!
... ja, das ist gut für die Hochwasserversicherungen und das Baukartell für den Hochwasserschutz ...
... und für die Hagelversicherung.
Super, vielleicht dringen jetzt wissenschaftliche Erkenntnisse sogar bis zu unserem Klima- und Umweltschutzminister Totschnig durch.
...und nichtczu vergessen, er ist auch Wasserminister! ich wusste bisher nicht, dass es diese Bezeichnung im guten alten Österreich gibt.
Die ÖVP checkt auch langsam, dass es biodivers abwärts geht, welch Wunder.


Aber solange alles der Wirtschaft untergeordnet werden muss, kann und wird sich nichts ändern.
Erst recht nicht, wenn die Klimaleugner wie eine FPÖ, ein Trump und ähnliche Parteien und Konsorten an der Macht sind, diese Menschen verteufeln ja grundsätzlich alles Sinnvolle, nur um irgendwie aufzufallen.
Und leider fallen immer noch zu viele Büger darauf herein, sodass es Kickl, Hauser und sonstiges Anhängsel bei uns tatsächlich noch schaffen könnten, Zustände wie in Russland oder aktuell in den USA zu ermöglichen. Dann leider gute Nacht, denn diese Leute werden auch nicht das Allheilmittel erfinden, aber sie können dann endlich beginnen, ebenso den Staat umzubauen. Und die Umwelt schert die dann noch weniger, leider! Da ist mir sogar die ÖVP noch lieber, solange sie nicht mit den Blauen koaliert, vielleicht wachen sie endlich doch mal auf.
ja, ja das Wasserland Österreich trocknet langsam aus.
Ob da die Intensivierung der so von Herrn Totschnig bekämpfte "Renaturierung" nicht auch ein wirksames Mittel wäre oder soll die Agrarwirtschafte wegen der paar "Kröten" mehr in der Kassa doch so weiterführt werden? Bin mal gespannt, wie man politisch nun weiterargumentiert.
Renaturierung!? Bist du narrisch! Was uns das kostet! Und den Bauern werden die ausgelaugten Äcker weggenommen und im Wald müssen die Bäume gezählt werden.
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