Der gewerbliche Wohnbau steckt österreichweit in der Krise, 2025 wurde mit unter 30.000 errichteten Wohneinheiten ein neuer Tiefpunkt erreicht. Davon betroffen war in Teilen Österreichs erstmals auch der gemeinnützige Wohnbau.
Dieser sei vor allem im Osten eingebrochen, während man in Tirol eine stabile Entwicklung verzeichnet habe, schildert Edgar Gmeiner, der neue Obmann der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) in Tirol.

So wurden in Tirol 2025 insgesamt 1.170 Wohneinheiten von gemeinnützigen Bauträgern fertiggestellt, im proklamierten „Rekordjahr“ davor waren es immerhin noch 1.551. Für 2026 werden 1.230 Fertigstellungen anvisiert. Aufgrund des schwachen gewerblichen Sektors sei zuletzt jede zweite Neubauwohnung in Tirol von einem gemeinnützigen Bauträger errichtet worden.
Auch im Bundesländervergleich habe sich Tirol Gmeiner zufolge „positiv abheben“ können, was er auf die konstanten Rahmenbedingungen der Tiroler Wohnbauförderung zurückführt. „Auch in den nächsten zwei Jahren stehen wieder jeweils 260 Mio. Euro zur Verfügung“, so der Tiroler GBV-Obmann.
Preisdämpfende Wirkung
Für die Zukunft plane man, den Marktanteil weiter zu erhöhen und so die Gesamtmieten zu senken. In diesem Zusammenhang wird auf eine Wifo-Studie über die preisdämpfende Wirkung des gemeinnützigen Wohnbaus verwiesen, wonach die Mieten bei gemeinnützigen Bauvorhaben in Tirol um durchschnittlich 33 Prozent günstiger seien. Erklärt wird dieser deutlichere Preisvorteil der GBV in Tirol von den Studienautoren dadurch, dass die Qualität der Wohnungen im Österreichvergleich baualterbedingt unterdurchschnittlich sei.
Für Osttirol lässt die 2023 veröffentlichte Studie einen weiteren Schluss zu, da der Bezirk im Vergleich zum restlichen Bundesland eine Sonderstellung einnimmt: Während etwa das Tiroler Ober- und Unterland insgesamt einen unterdurchschnittlichen GBV-Marktanteil aufweisen, wird Osttirol als Region mit unterdurchschnittlichem GBV-Anteil am Gesamtbestand, aber hoher Bedeutung am Mietwohnungsmarkt identifiziert.
Was sperrig klingt, wird bei näherer Betrachtung nachvollziehbar: In diese Gruppe fallen besonders ländliche Regionen, „die durch selbstgenutztes Eigentum, insbesondere im Einfamilienhaus, geprägt sind", wie in der Studie zu lesen ist. Der Mietsektor ist entsprechend vergleichsweise klein, hier nehmen aber die Gemeinnützigen eine führende Rolle ein. In den westlichen Bundesländern zählt nur Osttirol zu diesen Regionen.
Sanierung von Bestand
Aus Sicht der Tiroler Gemeinnützigen spielt aber nicht nur der Neubau, sondern auch die Sanierung von Bestandgebäuden eine Rolle, wie Stellvertreter Alexander Zlotek ergänzt: „Viele unserer Gebäude sind in die Jahre gekommen und es gilt die Sanierungsleistung zu erhöhen - von der Anpassung an heutige Wohnbedürfnisse bis hin zur Zentralisierung und Dekarbonisierung der Heizungsanlagen."
Zudem beschränkt sich der Tätigkeitsbereich der Gemeinnützigen nicht auf Mietwohnungen, wurden 2025 mit 610 Wohnungen doch mehr als die Hälfte aller fertiggstellten Einheiten in das Eigentum übertragen.
Vom Land fordern Gmeiner und Zlotek schließlich unisono Anpassungen bei der Förderung kleinerer Wohnanlagen, in Richtung Bund wird eine Verlängerung der Gebührenbefreiung beim Eigentumserwerb bis 500.000 Euro verlangt, da diese Regelung mit Juni 2026 ausläuft.
3 Postings
''... von der Anpassung an heutige Wohnbedürfnisse ...'' also Autogaragen und Abstellplätze !
Ja wolf, du hast richtig geraten - oder in deinen privaten Hinterhof geschaut :-)
I find an Parkplatz für die jeweilige Wohnung nit so schlecht, deiner nicht ausgenommen. Ob Besucherparkplätze bei Wohnanlagen notwendig sind, bezweifle ich, eventuell mit Ausnahmeplatzl für Arzt, Post, Kurzparker.
Für Besucher stehen öffentliche Verkehrsmittel, oder Kurzparkzonen - sogar in Lienz bereit. Bitte weitersagen!
@senf, bin voll bei dir – nur mit den Öffentlichen ist es problematisch - die fahren leider nicht bis vor die Haustür ;-) griasenk
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