In den vergangenen Wochen kam es weltweit zu Rückrufen von Säuglingsnahrung verschiedener Hersteller. Den Stein des Anstoßes lieferte der Lebensmittelriese Nestlé, der bereits Anfang Jänner Babynahrung in etwa 60 Ländern - darunter Österreich - zurückrufen musste. Grund dafür war eine mögliche Belastung mit Cereulid, einem hitzebeständigen Bakteriengift, das Übelkeit und Erbrechen hervorrufen kann.
Danone: Rückruf von vier Chargen
Doch der Skandal weitete sich aus, auch andere Anbieter von Babynahrung sind von der möglichen Verunreinigung durch eine Zutat aus einer chinesischen Fabrik, dem sogenannten ARA Öl, betroffen. Zu ihnen zählt die Firma Danone mit ihrer Babynahrung-Marke Aptamil, die in Österreich zum Rückruf der folgenden vier Produktchargen aufrief:
- Aptamil Pronutra Pre, 1,2kg: Mindesthaltbarkeitsdatum 19-11-2026
- Aptamil Pronutra 1 DE, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 10-11-2026
- Aptamil Profutura Pre D, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 20-04-2027
- Aptamil Profutura Pre D, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 30-04-2027
Gefährliche Konzentration nachgewiesen
Wie die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mitteilt, wurde in einer aktuellen Probe in den Aptamil-Produkten eine Cereulid-Konzentration nachgewiesen, die geeignet ist, die Gesundheit zu schädigen. Dieses Produkt wurde vom Hersteller bereits zurückgerufen.
Der entsprechende Grenzwert für Cereulid in Produkten für Kinder wurde anlässlich der zahlreichen Verdachtsfälle von der EU-Lebensmittelbehörde Efsa festgelegt. Als Grenzwert wurde eine tägliche Aufnahmemenge von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht definiert.
„Foodwatch“ ortet Vertuschungsversuche
Laute Kritik am Vorgehen von Danone kommt von der NGO „Foodwatch Österreich“, die der Firma vorwirft, zunächst einen stillen Rückruf vollzogen zu haben. Anstatt die Konsument:innen sofort zu warnen, habe man lediglich die Produkte aus den Regalen und Online-Shops entfernt. Zudem habe Danone die Enthüllungen von „Foodwatch“, die bereits drei Tage vor dem offiziellen Rückruf Informationen dazu erhalten und veröffentlicht hatten, bestritten und als Lügen dargestellt.
„Es scheint, dass Danone hier für Eltern höchst relevante Informationen zurückgehalten und gleichzeitig versucht hat, unsere Enthüllungen als Lügen darzustellen. Wie Danone es rechtfertigen will, Eltern erst zu entwarnen, obwohl sie sich der Risikolage offensichtlich bereits bewusst waren und dann Tage später erst einen öffentlichen Rückruf starten, ist für uns unverständlich.", so die NGO auf ihrer Website.
Keine Postings
Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren