Die Koralmbahn eröffnet enorme Chancen – auch den zweisprachigen Gemeinden, die in ihrem Einzugsgebiet liegen. Darüber wurde vergangene Woche im Kärntner Dialogforum gesprochen, einem politischen Gremium zur Entwicklung des gemischtsprachigen Gebiets in Kärnten.
Geleitet wurde es von Landeshauptmann Peter Kaiser, seitens der Landesregierung waren auch LR.in Beate Prettner und LR Daniel Fellner anwesend. Weiteres wichtiges Thema war die durchgängige Sprachbildung in der Volksgruppensprache, dazu besteht eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe. Im Dialogforum beschlossen wurde eine Resolution an den Bund, in der eine Novelle des inzwischen 50 Jahre alten Volksgruppengesetzes gefordert wird.


Kaiser hob die europäische Komponente der Koralmbahn als Teil der Baltisch-Adriatischen Achse hervor. Kärnten nutze gemeinsam mit der Steiermark die Chancen dieser schnellen Verbindung gezielt. Er hob in diesem Zusammenhang den Koralmbahn-Index, die Hochschulkonferenz und das gemeinsame Auswerten statistischer Daten hervor.
„Wir werden die Chancen durch die Koralmbahn auch auf die Tagesordnung des Gemeinsamen Komitees Kärnten-Slowenien bringen“, kündigte Kaiser an. Entlang der Koralmbahn entstehe ein neuer Zentralraum mit 1,1 Millionen Menschen und 500.000 Arbeitsplätzen. „Wir nutzen die Chancen, die uns das bietet. Es ist ein Prozess, in den wir auch den Alpen-Adria-Raum einbinden wollen“, erklärte er. Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit sei für die Zukunftsentwicklung ein enormer Vorteil, wie im Dialogforum mehrfach betont wurde.
Die Resolution zur Änderung des Volksgruppengesetzes wurde im Dialogforum einstimmig angenommen. Kaiser hob hervor, dass es dringend an der Zeit für eine Modernisierung sei. Dazu wolle man im Dialogforum auch in Austausch mit der zuständigen Ministerin Claudia Bauer gehen.
In der Resolution wird gefordert, dass eine Novelle des Volksgruppengesetzes insbesondere aktuelle gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt und praxistaugliche Regelungen bzw. Förderinstrumente vorsieht. Dabei sollten Mobilität und veränderte Lebensrealitäten, die Digitalisierung sowie Künstliche Intelligenz abgebildet werden. Es gehe darum, Sprache, Kultur und Bestand der sechs Volksgruppen in Österreich nachhaltig zu achten, zu sichern und zu fördern.
Die Einrichtung des Dialogforums für die Entwicklung des gemischtsprachigen Gebietes wurde 2011 im Zuge der Ortstafellösung festgeschrieben. Im Forum sitzen Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, der Landtagsparteien, der Kärntner Sloweninnen und Slowenen sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.
Keine Postings
Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren