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Ministerium bereitet Pilot zu sechsjähriger Volksschule vor

Modellregion ist Wien. Teilnahme wird den Schulen freigestellt.

 Im Bildungsministerium laufen Vorarbeiten für Pilotprojekte zu einer Verlängerung der Volksschule auf sechs Jahre. Im Regierungsprogramm hat sich die schwarz-rot-pinke Koalition vorgenommen, „Modellregionen für die Gemeinsame Schule der Zehn- bis 12- bzw. 14-Jährigen“ zu erleichtern. In Wien stehe man dafür bereit, hatte Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling am Montag im ORF erklärt. Von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (beide NEOS) kommt Unterstützung.

Wien habe den Wunsch geäußert, Modellregion für eine sechsjährige Volksschule zu sein. „Den unterstütze ich auch, indem wir jetzt ein pädagogisches Konzept entwickeln.“ Wiederkehr selbst hatte die Verlängerung der Volksschule in seiner Zeit als Wiener Bildungsstadtrat als Alternative zur klassischen Gesamtschule bis 14 ins Spiel gebracht, dementsprechend sprach er am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz von einem pädagogisch sinnvollen Modell.

„Anderer Ansatz“

Es sei gut für die Chancengerechtigkeit und die Entwicklung der Kinder, wenn sie länger in ihrem ersten Bildungsverband weiterlernen können. Außerdem sei es ein „anderer Ansatz“, als eine Gesamtschule für alle verpflichtend umzusetzen. Die jahrzehntelange Diskussion zum Thema habe Österreich nicht vorangebracht. Derzeit müssen Kinder sich mit zehn Jahren zwischen Mittelschule und AHS-Unterstufe entscheiden, wobei das Gymnasium nur Schülerinnen und Schülern offensteht, die in Deutsch und Mathematik ein „Sehr Gut“ oder „Gut“ im Volksschulzeugnis haben.

Im Ministerium wird überlegt, wie eine verlängerte Volksschule pädagogisch aussehen könnte. Foto: APA/Punz

Im Ministerium werde nun überlegt, wie eine verlängerte Volksschule pädagogisch aussehen könnte, erklärte Wiederkehr. Es gehe etwa darum, was in diesen zwei zusätzlichen Volksschuljahren gemacht werden könnte und ob dort Klassenlehrkräfte wie in der Volksschule oder Fachlehrer wie in Mittelschule und AHS den Unterricht gestalten.

Freiwillige Teilnahme an Pilot

Eine Frage sei auch, in welchen Schulen und an welchen Standorten Wiens ein solcher Pilotversuch umgesetzt werden könnte. Wird an einem Standort die Volksschule von derzeit vier auf sechs Jahre verlängert, müssten auch weiterführende Schulen bei dem Pilotprojekt mitmachen, an die die Kinder danach problemlos wechseln können, räumte Wiederkehr ein. Auch Raumfragen müssen noch geklärt werden. Immerhin bräuchten teilnehmende Volksschulen dadurch mehr Klassenräume als bisher, während weiterführende Schulen zwei Jahrgänge weniger hätten.

Für die Teilnahme am Pilotprojekt sollen Schulen sich freiwillig entscheiden können, betonte Wiederkehr. Erst nach dieser „Modellphase“ sehe man, ob eine weitere Ausrollung sinnvoll sei. Er sei aber optimistisch, dass innerhalb der aktuellen, bis 2029 laufenden Regierungsperiode klar sein wird, wie eine sechsjährige Volksschule aussehen könnte.

Lehrergewerkschaft reagiert abwartend

Von der Lehrergewerkschaft wurde der Vorschlag reserviert aufgenommen. Die Idee einer Verlängerung der Volksschulzeit kursiere schon seit Jahrzehnten, so Pflichtschullehrervertreter Paul Kimberger (FCG) zur APA. Er habe allerdings noch nie ein Konzept gesehen, wie das pädagogisch und praktisch - etwa beim Schulraum - umgesetzt werden könnte.

Grundsätzlich sei er dafür, an der sehr sensiblen Schnittstelle zwischen Volksschule und Sekundarstufe 1 etwas von dem Druck, der auf Kindern, Eltern und Lehrkräften lastet, herauszunehmen. „Aber ich verwehre mich dagegen, dass eine Organisationsdebatte pädagogische Probleme lösen soll. Das ist noch nie gelungen.“ Kimberger plädierte stattdessen für die ebenfalls schon länger diskutierte Möglichkeit, den Übergang zwischen den Schulen zu verbessern. Als Beispiel nannte er Potenzialanalysen, indem Lehrkräfte der weiterführenden Schulen bei der Frage einbezogen werden, in welche Schulform ein Kind mit zehn Jahren am besten wechseln sollte.

5 Postings

Spitzkofel
vor einem Monat

Das Schulsystem in Österreich ist grundlegend zu überdenken! In der Volksschule müssen Eltern (für die 9-10 jährigen Kinder) entscheiden welchen schulischen Weg sie einschlagen! Das Gleiche wiederholt sich mit 13-14 jährigen!

Parallele Strukturen (Gymnasium Unterstufe, Mittelschule) erscheinen mir absolut nicht notwendig! (Vereinfachtes System mit einheitlicher Struktur! Kostensparend! Keinerlei Schubladisierung! Für alle die gleichen Möglichkeiten! etc.)

Ich würde den Entscheidungsträgern empfehlen sich das "schwedische Modell" mal anzusehen! Hier gibt es eine 10-jährige gemeinsame Grundschule (ohne Leistungstrennung) auf welchem ein freiwilliges 3-jähriges Gymnasium anschließen kann! Hier wird die Entscheidung --> ob berufliche Ausbildung oder eine weitere schulische Ausbildung erst mit 16 Jahren getroffen (entscheidungsfähiges Alter). Es kommt nicht von ungefähr, dass z.B Schweden bei der PISA Studie viel besser abschneidet als Österreich!

Und zur allgemeinen Debatte was Veränderungen im Lehrplan betrifft:

Fächer wie Religion haben meiner Meinung nach nichts im Lehrplan verloren! Wo ist die Trennung zwischen Kirche und Staat! Wie wärs stattdessen mit einem Fach "Soziale Kompetenz"? KI ist leider auch nicht aufzuhalten und sollte gezielt unterrichtet werden um sie auch sinnvoll einsetzten zu können! Und ob es im Jahr 2026 wirklich notwendig ist Latein anzubieten (Ich weiß schon - Ärzte, Recht, ...usw. ) ist auch so eine Frage! Wenn man bedenkt was im Lateinunterricht gelehrt wird (z.B. Lesen, Übersetzten und Interpretieren originaler lateinischer Texte (2000 Jahre alt)) .

Grundlegende Änderungen sind notwendig - und sollten meiner Meinung auch diskutiert werden dürfen!

 
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chiller336
vor 2 Monaten

erinnert mich stark an die steirische matura: 4 (+2) jahre volksschual und a tanzkurs ...

 
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steuerzahler
vor 2 Monaten

Völliger Schwachsinn, was soll das bringen, was soll verbessert werden? In Wien gibts natürlich das Problem, daß die Schulen von Schülern ohne Deutschkenntnisse überschwemmt werden. Das ist wohl das einzige echte Problem und das muß anders gelöst werden.

 
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amRande
vor 2 Monaten

Man kennt diese "anderen Ansätze" seit Jahrzehnten. Wenn man die Schulen einfach einmal in Ruhe (arbeiten) ließe! "Wien ist anders" heißt es. Sollen sie dort halt wieder einmal an den Schulen herumdoktern! Herauskommen wird dabei nicht viel mehr als wiederum ein "anderer Ansatz", der von den Bildungswissenschaften zum xten Mal zu Tode analysiert, diskutiert und evaluiert wird.

 
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heli52
vor 2 Monaten

Und was dann? 2 Jahre Mittelschule oder 6 Jahre AHS? Welches "Problem " wird damit gelöst? Oder doch nur 2 Jahre verschoben?

 
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