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Neuer Bildungsplan: „Massiver Anschlag auf das Gymnasium“

AHS-Gewerkschafter Matthias Hofer spricht sich in einem Leserbrief gegen die Umsetzung neuer Inhalte aus.

Herr Minister, Ihr sogenannter Plan Z stellt einen massiven Anschlag auf das Gymnasium dar. Wir fragen Sie daher: Haben Sie auch einen Plan B? Wir haben einen.

Künstliche Intelligenz und Medienbildung erst in der Oberstufe zu verankern, greift zu kurz. Diese zentralen Zukunftskompetenzen müssen bereits in der Unterstufe, gemeinsam mit der digitalen Grundbildung, systematisch vermittelt werden. Unsere Schüler:innen erhalten früh digitale Endgeräte – sie müssen daher von Beginn an auf einen verantwortungsvollen, reflektierten und demokratiebewussten Umgang damit vorbereitet werden. In der Oberstufe brauchen wir eine Stärkung der Informatik. Die dafür nötigen Stunden müssen zusätzlich ins System kommen. Spielraum für zusätzliche Stunden gibt es, da die AHS nach wie vor die billigste Schulart in Österreichs Schulwesen ist.

Medienkompetenz, Demokratiebildung und KI betreffen uns alle. Dass diese Themen im neuen Lehrplan in allen Fächern verankert sind, ist daher richtig und notwendig. Unser klares Bekenntnis lautet: Ja zu Medien-, Demokratie- und KI-Bildung – aber fächerübergreifend und altersgerecht, wie es die neuen Lehrpläne bereits vorsehen. Nur so können unterschiedliche Perspektiven einbezogen und einseitige Zugänge vermieden werden.

Matthias Hofer, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Tirol

Abschließend ein dringender Appell:

Herr Minister, widmen Sie sich bitte stattdessen mit Nachdruck jenen Problemen, die im Freiraum Schule-Prozess deutlich sichtbar wurden. Die nachfolgend angeführten Punkte sind dabei keineswegs die einzigen Problemzonen, verdeutlichen jedoch exemplarisch den großen Handlungsbedarf:

• mangelnde Deutschkenntnisse
• fehlendes Unterstützungspersonal
• eine steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Belastungen

Es braucht endlich Lösungen – rasch, nachhaltig und im Sinne der Schüler:innen.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias Hofer
Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Tirol

11 Postings

Spitzkofel
vor einem Monat

Das Schulsystem in Österreich ist grundlegend zu überdenken! In der Volksschule müssen Eltern (für die 9-10 jährigen Kinder) entscheiden welchen schulischen Weg sie einschlagen! Das Gleiche wiederholt sich mit 13-14 jährigen!

Parallele Strukturen (Gymnasium Unterstufe, Mittelschule) erscheinen mir absolut nicht notwendig! (Vereinfachtes System mit einheitlicher Struktur! Kostensparend! Keinerlei Schubladisierung! Für alle die gleichen Möglichkeiten! etc.)

Ich würde den Entscheidungsträgern empfehlen sich das "schwedische Modell" mal anzusehen! Hier gibt es eine 10-jährige gemeinsame Grundschule (ohne Leistungstrennung) auf welchem ein freiwilliges 3-jähriges Gymnasium anschließen kann! Hier wird die Entscheidung --> ob berufliche Ausbildung oder eine weitere schulische Ausbildung erst mit 16 Jahren getroffen (entscheidungsfähiges Alter). Es kommt nicht von ungefähr, dass z.B Schweden bei der PISA Studie viel besser abschneidet als Österreich!

Und zur allgemeinen Debatte was Veränderungen im Lehrplan betrifft:

Fächer wie Religion haben meiner Meinung nach nichts im Lehrplan verloren! Wo ist die Trennung zwischen Kirche und Staat! Wie wärs stattdessen mit einem Fach "Soziale Kompetenz"? KI ist leider auch nicht aufzuhalten und sollte gezielt unterrichtet werden um sie auch sinnvoll einsetzten zu können! Und ob es im Jahr 2026 wirklich notwendig ist Latein anzubieten (Ich weiß schon - Ärzte, Recht, ...usw. ) ist auch so eine Frage! Wenn man bedenkt was im Lateinunterricht gelehrt wird (z.B. Lesen, Übersetzten und Interpretieren originaler lateinischer Texte (2000 Jahre alt)) .

Grundlegende Änderungen sind notwendig - und sollten meiner Meinung auch diskutiert werden dürfen!

 
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r.ingruber
vor 2 Monaten

"Schulbauten verändern in Richtung Lern- und Lebenscampus. Lernlandschaften, Teamräume, Inklusionsräume, Werkstätten, Makers Spaces, Lernräume im Freien, modulare Bauweise, soziale Begegnungszonen,..." fordert der ehem. Mostviertler Bildungsmanager Josef Hörndler. Einen Campus hättten wir auch in Lienz, kompetente Partner in Sachen Inklusion und soziale Begegnungszone auch! Man kann seine Fantasie nur selber begrenzen...

 
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lia
vor 2 Monaten

erhöhung der stunden für digitale kompetenzen ist o.k. mehr zeit für computerspiele.

 
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Krauti
vor 2 Monaten

Mir geht diese Rethorik mit so Wörtern wir "Anschlag auf..." usw dermaßen auf nie Nerven - hat es jetzt schon ein AHS Gewerkschafter nötig Clickbait zu betreiben? Ich gebe ihm inhaltlich recht, dass die genannten Kompetenzen bereits in der Unterstufe eine Einführung erfahren müssen - und das absolut nicht nur im Gymnasium sondern auch in der Mittelschule, jedoch finde ich die Art der Kommunikation schrecklich - die ist wieder mal eine eines Blockierers und Suderers par excellence entsprechen. So bringt man definitiv nichts weiter lieber Hr. Hofer und dem Bildungsminister den Plan B definitiv nicht schmackbar. Einfach mal konstruktiv sein ist echt schwer...

 
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wolfgangwien
vor 2 Monaten

Sehr geehrter Hr. Ebner, Herr Hofer blockiert überhaupt nichts, er fordert sogar mehr und grundlegenderes als mit dieser zeitgeistigen, oberflächlichen Reform der NEOS umgesetzt werden soll.

 
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Domenik Ebner
vor 2 Monaten

Ein "massiver Anschlag" meint der Herr Hofer also. Wir reden über eine Reduktion von 12 auf 8 Stunden von in der Oberstufe. Also quasi der Weltuntergang schlechthin. Aber mal ganz ernsthaft - ist es nicht bezeichnend, dass wenn sich eine Partei um Reformen bemüht die wirklich den Namen auch verdient haben, die Blockierer aus allen Ecken & Enden munter werden? Es wird immer Vor- und Nachteile geben. Die Welt ändert sich in einem Tempo, dass es so noch nie gab - ja das mag vielen nicht gefallen, es ist aber Faktum. Genau darauf müssen wir die SchülerInnen vorbereiten - alles andere wäre fahrlässig.

 
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    exilot
    vor 2 Monaten

    Es geht nicht nur um die Kürzung von Latein, denn parallel würde auch die zweite lebende Fremdsprachen in bestimmten AHS-Formen (ohne Latein) gekürzt werden. Ändert sich dann das Niveau der Matura in diesen Sprachen? Und welchen Sinn macht eine lebende (!) Fremdsprache auf einem noch tieferen Niveau?

     
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      Annalies
      vor einem Monat

      Mir fällt auf, dass die Österreicher generell wenig Fremdsprachen beherrschen. Das Argument, den Latein-Unterricht zu behalten, da Latein die Grundlage für alle romanische Sprachen biete, läuft damit ins Leere. Das Interesse für Fremdsprachen ist, laut meiner Wahrnehmung, enden wollend. In den Niederlanden beginnt man bereits bei 5-jährigen mit einer Fremdsprache. Es gibt hier kaum Privatschulen, die verschiedene Unterrichtsformen und Konzepte anbieten. Das holländische Schulsystem bietet mehr Variationen und damit Lösungen für die Herausforderungen der multikulturellen Gemeinschaft. Es nimmt im weltweiten Ranking nach Finnland, Schweiz und Singapur Platz 5 ein.

       
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    r.ingruber
    vor 2 Monaten

    Wenn wir so weitermachen, wird bald nicht nur Latein, sondern auch Deutsch eine tote Fremdsprache sein.

    Ich bin, weiß Gott, kein Verfechter des Campus Tivoli, aber vielleicht sollte man, jenseits von Parteipolitik, auch die Stimmen aus dieser Ecke ins Kalkül ziehen.

     
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      senf
      vor 2 Monaten

      ... oba insere dialekte derf ma ins wohl dechtascht no beholtn, wia moansch?

       
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      r.ingruber
      vor 2 Monaten

      @senf: Der frühe Pier Paolo Pasolini hielt der "faschistischen" italienischen Hochsprache die friulanische Muttersprache entgegen, die das Idiom "unkriegerischer Dickköpfe" sei. Wenn Osttiroler Dialekte das auch sind, warum nicht?

       
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