Herr Minister, Ihr sogenannter Plan Z stellt einen massiven Anschlag auf das Gymnasium dar. Wir fragen Sie daher: Haben Sie auch einen Plan B? Wir haben einen.
Künstliche Intelligenz und Medienbildung erst in der Oberstufe zu verankern, greift zu kurz. Diese zentralen Zukunftskompetenzen müssen bereits in der Unterstufe, gemeinsam mit der digitalen Grundbildung, systematisch vermittelt werden. Unsere Schüler:innen erhalten früh digitale Endgeräte – sie müssen daher von Beginn an auf einen verantwortungsvollen, reflektierten und demokratiebewussten Umgang damit vorbereitet werden. In der Oberstufe brauchen wir eine Stärkung der Informatik. Die dafür nötigen Stunden müssen zusätzlich ins System kommen. Spielraum für zusätzliche Stunden gibt es, da die AHS nach wie vor die billigste Schulart in Österreichs Schulwesen ist.
Medienkompetenz, Demokratiebildung und KI betreffen uns alle. Dass diese Themen im neuen Lehrplan in allen Fächern verankert sind, ist daher richtig und notwendig. Unser klares Bekenntnis lautet: Ja zu Medien-, Demokratie- und KI-Bildung – aber fächerübergreifend und altersgerecht, wie es die neuen Lehrpläne bereits vorsehen. Nur so können unterschiedliche Perspektiven einbezogen und einseitige Zugänge vermieden werden.

Abschließend ein dringender Appell:
Herr Minister, widmen Sie sich bitte stattdessen mit Nachdruck jenen Problemen, die im Freiraum Schule-Prozess deutlich sichtbar wurden. Die nachfolgend angeführten Punkte sind dabei keineswegs die einzigen Problemzonen, verdeutlichen jedoch exemplarisch den großen Handlungsbedarf:
• mangelnde Deutschkenntnisse
• fehlendes Unterstützungspersonal
• eine steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Belastungen
Es braucht endlich Lösungen – rasch, nachhaltig und im Sinne der Schüler:innen.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Hofer
Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Tirol
9 Postings
"Schulbauten verändern in Richtung Lern- und Lebenscampus. Lernlandschaften, Teamräume, Inklusionsräume, Werkstätten, Makers Spaces, Lernräume im Freien, modulare Bauweise, soziale Begegnungszonen,..." fordert der ehem. Mostviertler Bildungsmanager Josef Hörndler. Einen Campus hättten wir auch in Lienz, kompetente Partner in Sachen Inklusion und soziale Begegnungszone auch! Man kann seine Fantasie nur selber begrenzen...
erhöhung der stunden für digitale kompetenzen ist o.k. mehr zeit für computerspiele.
Mir geht diese Rethorik mit so Wörtern wir "Anschlag auf..." usw dermaßen auf nie Nerven - hat es jetzt schon ein AHS Gewerkschafter nötig Clickbait zu betreiben? Ich gebe ihm inhaltlich recht, dass die genannten Kompetenzen bereits in der Unterstufe eine Einführung erfahren müssen - und das absolut nicht nur im Gymnasium sondern auch in der Mittelschule, jedoch finde ich die Art der Kommunikation schrecklich - die ist wieder mal eine eines Blockierers und Suderers par excellence entsprechen. So bringt man definitiv nichts weiter lieber Hr. Hofer und dem Bildungsminister den Plan B definitiv nicht schmackbar. Einfach mal konstruktiv sein ist echt schwer...
Sehr geehrter Hr. Ebner, Herr Hofer blockiert überhaupt nichts, er fordert sogar mehr und grundlegenderes als mit dieser zeitgeistigen, oberflächlichen Reform der NEOS umgesetzt werden soll.
Ein "massiver Anschlag" meint der Herr Hofer also. Wir reden über eine Reduktion von 12 auf 8 Stunden von in der Oberstufe. Also quasi der Weltuntergang schlechthin. Aber mal ganz ernsthaft - ist es nicht bezeichnend, dass wenn sich eine Partei um Reformen bemüht die wirklich den Namen auch verdient haben, die Blockierer aus allen Ecken & Enden munter werden? Es wird immer Vor- und Nachteile geben. Die Welt ändert sich in einem Tempo, dass es so noch nie gab - ja das mag vielen nicht gefallen, es ist aber Faktum. Genau darauf müssen wir die SchülerInnen vorbereiten - alles andere wäre fahrlässig.
Es geht nicht nur um die Kürzung von Latein, denn parallel würde auch die zweite lebende Fremdsprachen in bestimmten AHS-Formen (ohne Latein) gekürzt werden. Ändert sich dann das Niveau der Matura in diesen Sprachen? Und welchen Sinn macht eine lebende (!) Fremdsprache auf einem noch tieferen Niveau?
Wenn wir so weitermachen, wird bald nicht nur Latein, sondern auch Deutsch eine tote Fremdsprache sein.
Ich bin, weiß Gott, kein Verfechter des Campus Tivoli, aber vielleicht sollte man, jenseits von Parteipolitik, auch die Stimmen aus dieser Ecke ins Kalkül ziehen.
... oba insere dialekte derf ma ins wohl dechtascht no beholtn, wia moansch?
@senf: Der frühe Pier Paolo Pasolini hielt der "faschistischen" italienischen Hochsprache die friulanische Muttersprache entgegen, die das Idiom "unkriegerischer Dickköpfe" sei. Wenn Osttiroler Dialekte das auch sind, warum nicht?
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