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Gehen den Lienzer Kinder­gärten bald die Kinder aus?

Die Zeit, in der Gruppen aus allen Nähten platzen, scheint vorbei. Die Plattform „FRIDA” bestätigt den Eindruck.

Wer für das nächste Kindergartenjahr 2026/27 einen Betreuungsplatz für sein Kind benötigt, musste diesen Bedarf heuer erstmals über die digitale Anmeldeplattform „FRIDA" bekanntgeben. Das Anmeldefenster schloss Ende Jänner, bis dahin sind tirolweit rund 11.000 Anmeldungen eingegangen.

85 Anmeldungen

In Lienz wurden innerhalb der Anmeldefrist 85 Kinder für eine Kinderbetreuungseinrichtung angemeldet, wobei 18 Anmeldungen auf Kinderkrippen, 66 Anmeldungen auf Kindergärten und eine Anmeldung auf einen Hort entfallen. Für den städtischen Kindergarten Eichholz wurden in der ersten Anmeldephase 14 Kinder angemeldet, davon sieben Kinder mit einem ganztägigen Betreuungsbedarf.

Sowohl tirolweit als auch in Lienz wurde nicht immer dem Prinzip des „Online-Only“ Folge geleistet, das eine Authentifizierung mittels ID Austria erfordert: Sechs Anmeldungen wurden im Stadtamt Lienz in Papierform eingebracht, im gesamten Bundesland waren es 600 Anmeldungen, die analog vorgenommen wurden.

Im aktuellen Kindergartenjahr 2025/26 werden 285 Kinder in Lienzer Kindergärten betreut, doch eignet sich dieser Wert nur bedingt für einen Vergleich: Die Plattform „FRIDA” muss nämlich nur dann genutzt werden, wenn ein Kind erstmalig eine Einrichtung besucht oder die Einrichtung wechselt. Wenn hingegen ein Kind bereits im laufenden Kindergartenjahr den Kindergarten besucht und das im kommenden Jahr weiterhin tut, scheint dieses Kind in der Anmeldestatistik nicht auf.

Kinderzahlen sind rückläufig

Doch auch wenn dieser Umstand berücksichtigt wird, handelt es sich bei 66 Anmeldungen in Lienzer Kindergärten um einen niedrigen Wert, der dem Gesamttrend rückläufiger Kinderzahlen entspricht. Diese Entwicklung wurde auch im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung im Zusammenhang mit der geplanten Modernisierung des Kindergartens Heilige Familie angesprochen: Mehr in einem Nebensatz wies Bürgermeisterin Elisabeth Blanik darauf hin, dass sich nach Jahren des Platzmangels die Bedarfszahlen im Kindergarten Eichholz so entwickelt hätten, dass der extra angeschaffte Container gar nicht mehr gebraucht werde. Eindrücklich verdeutlicht den Rückgang ein Vergleich mit Zahlen aus dem Jahr 2023: Damals verbrachten noch rund 120 Kinder den Tag in sieben Gruppen des Kindergartens.

Die rückläufigen Zahlen von Kindergartenkindern waren auch bei der letzten Gemeinderatssitzung am Dienstag Thema. Eine dringende Aufgabe ist es aus Sicht von Elisabeth Blanik, „Leute herzubringen“. Foto: Dolomitenstadt/Sint

Ähnlich sieht die Situation beim Kindergarten Villa Monti aus, der Blanik zufolge jahrelang sehr „gehyped“ gewesen sei, nun aber auch vergleichsweise wenige Anmeldungen zähle.

Erstwunsch kann meist erfüllt werden

Nachdem die Anmeldefrist nun abgelaufen ist, geht „FRIDA” in die nächste Phase: Im Moment werden die direkten Anmeldungen bei privaten und betrieblichen Einrichtungen bearbeitet, im März folgen dann die Anmeldungen bei öffentlichen Erhaltern, wie der Gemeinde. Wie die Bürgermeisterin auf Anfrage von Dolomitenstadt bestätigt, ist in Lienz nach derzeitigem Kenntnisstand „auf Grundlage einer ersten Durchsicht der Anmeldungen davon auszugehen, dass in nahezu allen Fällen die Erstwahl berücksichtigt werden kann."

Unverändert bleibt, wie auch schon in den letzten Jahren, dass für die Vormittagsbetreuung in den städtischen Kindergärten weiterhin kein Kindergartenbeitrag eingehoben wird. Auf die Forderung der Liste Fritz, die Tarife für die Kinderbetreuung tirolweit zu vereinheitlichen, reagiert Blanik verhalten und verweist auf unterschiedliche Rahmenbedingungen in den verschiedenen Tiroler Gemeinden bzw. Regionen. Eine Harmonisierung bedürfe daher „einer sorgfältigen Prüfung sowie einer entsprechenden Abstimmung mit den Gemeinden und weiteren Einrichtungsträgern“, so Blanik abschließend.

4 Postings

focuss
vor 4 Stunden

Wundert mich nicht, da der Staat sich wirklich Mühe gibt, Familien das Leben zu erschweren. Egal um welches Thema es geht – sei es finanzielle Unterstützung oder der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben (wenig Verständnis auch beim AMS, selbst wenn man schnell wieder eine Arbeit findet), Betreuungssituation inkl. Eingewöhnungen usw. – Kostennutzenrechnung – Verkäufer, Arzthelfer, Bürofachkraft verdient im Normalfall keine 2K im Monat um 1000€ im Monat für Betreuung auszugeben – Kinder dürfen erst mit 3 in den Kiga – Karenz läuft aber zum 2ten Geb. spätestens aus (Tagesmutter oder EKIZ kosten GELD und jeder hat nicht Oma und Opa in Pension die vielleicht schauen können), Sinn Frage: bekomme ich Kinder, um Sie dann von Fremden erziehen zu lassen?) – das ist alles sehr weit weg von der Realität, wie und wo eigentlich unterstützt werden sollte. Die Verdienstgrenzen für Hilfen sind ein Witz. Offenbar sieht aber niemand ein Problem darin. (zumindest die Politiker die es entscheiden aber mit einem Gehalt von 10K € aufwärts sicher schwierig sich in jemanden hineinzudenken der nur einen Bruchteil dieses Budgets zur Verfügung hat … nur ein Bsp.: Lebensmittel sind ja bei uns auch extrem günstig. 😉 Wie hat einmal ein Bundeskanzler gesagt: Jedes Kind kann um 1,20 € eine warme Mahlzeit bei McDonald’s haben. Wenn man sich die Entscheidungen und Regularien im Kontext mit dieser Aussage ansieht, versteht man schon, woher diese Denkweise kommt – die leben in einem Paralleluniversum. Ich bin selbst in der privilegierten Lage (aus emotionaler und zwischenmenschlicher Sicht betrachtet) und habe mehr als 2 Kinder. Glaubt mir: Ich weiß, wovon ich hier spreche.

 
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    Annalies
    vor 2 Stunden

    Es ist eine persönliche Entscheidung, die Kinder selbst zu betreuen oder sie in Fremdbetreung zu geben Von Seiten des Staates werden pro Kind vier Jahre als Versicherungszeit angerechnet. Zudem gibt es Zuschüsse für die Fremdbetreuung. Der Familienbonus hat ebenfalls Unterstützung gebracht. Selbstverständlich hat es Auswirkungen auf die Höhe der Pension, wenn man über lange Zeitspannen nicht/bzw. wenig gearbeitet hat. In vielen Fällen wäre es sinnvoll, mit dem Ehepartner über ein 'Pensionssplitting' zu sprechen. Nur eines ist deutlich: Der Staat kann nicht jede persönliche Lebensentscheidung und deren Konsequenzen ausgleichen.

     
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      focuss
      vor 46 Minuten

      Der Grund für mein Posting ist der Artikel selbst und die Tatsache, dass es immer weniger Kinder gibt. Viele sehen sich das System an und denken sich: Wie soll das überhaupt funktionieren? und stellen sich die Frage: Kinder ja – aber wie viele? Die Entwicklung geht von durchschnittlich zwei Kindern pro Familie immer mehr in Richtung ein Kind (aktuell liegen wir sogar schon deutlich unter zwei). Mit meinem Post wollte ich genau auf diese Tatsache hinaus. Für viele ist mehr als ein Kind finanziell nicht leistbar – folglich werden auch immer weniger Kinder in Betreuung gehen. (Hier muss auch die Wohnsituation betrachtet werden: die Immobilienpreise und Baukosten sind explodiert in den letzten 5 Jahren und haben sich auf sehr hohem Niveau eingependelt) Ich stimme Ihnen zu, was Pensionsbeiträge usw. betrifft, dieses Thema habe ich bewusst gar nicht angeschnitten. Aber hier liegt der Hund begraben: Wenn ich nicht einmal die echte Wahl zwischen Selbst- und Fremdbetreuung habe, weil ich arbeiten gehen muss – auch wenn am Ende nur 200–300 € mehr übrigbleiben, diese aber überlebensnotwendig sind –, dann überlegen sich viele sehr genau, ob sie sich das überhaupt antun. Denn am meisten belastet die Menschen ihre nahe Zukunft. Sich dann zusätzlich Gedanken über Pensionsanrechnung usw. zu machen, ist für die jüngere Generation schwierig: - Es ist noch sehr weit weg. - Niemand weiß, ob es in 40 Jahren überhaupt noch eine Pension in der heutigen Form geben wird – wenn die Bevölkerung immer älter wird, sieht das eher schlecht aus.

       
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      steuerzahler
      vor 12 Minuten

      Schau mal, wie das in Schweden funktioniert.

       
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