Circa 22 Millionen Geschwindigkeitsmessungen hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) im Jahr 2025 in ganz Österreich durchgeführt.
Diese Radarmessungen, die nicht der Bestrafung, sondern der Forschung dienen, bergen brisante Daten: Demnach fuhren im Vorjahr 4.900 Autos um mehr als 50 km/h zu schnell. Die Lenker:innen waren somit mit mehr als 100 km/h im Ortsgebiet oder mehr als 150 km/h im Freiland unterwegs.
267 vorläufige Fahrzeugbeschlagnahmungen
Rund 1.800 dieser Pkw waren sogar um mehr als 60 km/h zu schnell unterwegs und 600 Pkw um mehr als 70 km/h. 60 km/h ist jene Schwelle, ab der Wiederholungstätern im Ortsgebiet seit 1. März 2024 das Fahrzeug vorläufig beschlagnahmt werden kann, bei Ersttätern ab 80 km/h.
Im Jahr 2025 hat die Bundespolizei 267 vorläufige Kfz-Beschlagnahmungen durchgeführt – im Schnitt also rund 22 pro Monat. In Tirol wurden im gleichen Zeitraum 33 Fahrzeuge beschlagnahmt. Ein Jahr davor waren es österreichweit in zehn Monaten nur 171, also rund 17 pro Monat.
Erhöhte Unfallgefahr
Dabei erhöht zu hohes Tempo nicht nur die Unfallgefahr, sondern auch das Risiko, im Fall eines Unfalls zu versterben. Mehr als 25 Prozent der 397 Verkehrstoten in Österreich im Jahr 2025 sind laut vorläufigen Daten auf „nichtangepasste Geschwindigkeit“ als Hauptunfallursache zurückzuführen.
„Die Gefahr beim Schnellfahren ist groß, die Zeitersparnis gering.“
Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV
Zwar handelt es sich bei der Mehrheit der Schnellfahrer um keine Extremraser, allerdings ist die Unfallgefahr bei nicht angepasster Geschwindigkeit generell immer erhöht. Falls im Ortsgebiet statt 50 km/h nur 30 km/h erlaubt sind, liegen in der Regel auch entsprechende Gefahrensituationen vor – beispielsweise, weil Schulkinder häufig eine bestimmte Straße queren.

Die KFV-Messungen zeigen: 66 Prozent der freifahrenden Pkw sind in Tempo-30er-Zonen schneller als 30 km/h gefahren. 15 Prozent aller gemessenen Pkw waren in den 30er-Zonen mit 40 km/h oder noch schneller unterwegs, in 1,4 Prozent der Fälle zeigte der Tachometer sogar 50 km/h oder mehr an.
Geringe Zeitersparnis
„Die Gefahr beim Schnellfahren ist groß, die Zeitersparnis gering“, betont Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV. „Wer in der Stadt fünf Kilometer lang konstant mit 50 km/h statt mit 30 km/h fährt, würde gerade einmal vier Minuten an Zeit sparen.
Tatsächlich liegt die Zeitersparnis aufgrund von Ampeln oder Kreuzungen meist sogar nur unter einer Minute, wie KFV-Fahrsimulationen zeigen. Gleichzeitig verlängert sich der Anhalteweg massiv: Bei 30 km/h kommt ein Fahrzeug nach rund 13 Metern zum Stillstand, bei 50 km/h erst nach etwa 27 Metern. Diese 14 Meter können mitunter über Leben oder Tod entscheiden.
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