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Ab April: Öffi-Tickets in Tirol werden teurer

Der VVT spricht von einer „maßvollen“ Tarifänderung und verweist auf Kostensteigerungen, etwa beim Personal.

Mit der jährlichen Tarifanpassung am 1. April werden die VVT-Tickets teurer. Ein Klimaticket Tirol kostet ab April 625,60 Euro (bisher: 590 Euro), was Mehrkosten von knapp drei Euro pro Monat im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die Preise für Einzeltickets werden um ca. 3,5 Prozent erhöht. Weiterhin gültig sind diverse Ermäßigungen, etwa für Kinder und Jugendliche, Senior:innen, Familien und Menschen mit Behinderung.

Anpassungen bei Senioren am höchsten

Der Preis für das Einzelticket für Senior:innen steigt von einem Euro auf 1,10 Euro, zwei Zonen kosten künftig 2,20 Euro. Ab Zone 14 gilt ein einheitlicher Tarif, der den Höchstpreis für ein Senioren-Einzelticket auf 15,20 Euro begrenzt. Die Anpassung fällt hier etwas höher aus als bei anderen Einzeltickets.

Für das Klimaticket müssen Senior:innen künftig 319 Euro (bisher: 301 Euro) bezahlen, was einer knapp 50-prozentigen Ermäßigung gegenüber dem Vollpreis entspricht. Eine weitere Rabattierung erhalten über 75-Jährige, die Kosten für das Tirolticket belaufen sich für diese Kund:innen auf 159,90 Euro (bisher: 151 Euro).

Tickerverkäufe decken Kosten nicht

Vonseiten des Verkehrsverbunds wird darauf hingewiesen, dass der öffentliche Verkehr in Tirol jährlich rund 302 Millionen Euro kostet, wovon etwa 92 Millionen aus Ticketverkäufen stammen. Das sind gerade einmal 30 Prozent, der Rest wird von Land, Bund, Gemeinden, Tourismus und Bergbahnen beigesteuert.

Deutlich höhere Personalkosten

Gestiegen sind in den letzten Jahren hingegen die Kosten, wobei die größten Kostenfaktoren die Anschaffung, Wartung und Reparatur von Fahrzeugen, der Treibstoff sowie die Personalkosten darstellen. Der öffentliche Verkehr benötigt viele Arbeitskräfte, von der Buslenkerin und dem Zugbegleiter über die Fahrplanerstellung bis hin zur Reinigungskraft.

In all diesen Bereichen sind die Aufwendungen laut VVT gestiegen, wobei besonders beim Personal die Steigerungen erheblich waren: So wurde etwa der Tariflohnindex für Buslenker:innen in den letzten fünf Jahren um insgesamt 26 Prozent erhöht.

Anpassung unter Verbraucherpreisindex

Die nun notwendigen Erhöhungen bei den Ticketpreisen seien moderat und würden damit im Fünfjahresvergleich auch heuer klar unter dem Verbraucherpreisindex und der Inflationsentwicklung bleiben, wie vonseiten des Verkehrsverbunds betont wird. Zudem sei Öffifahren trotz gestiegener Tarife günstiger als Autofahren, wo neben dem Treibstoff auch Wertverlust, Versicherungen und Reparaturen zu Buche schlagen.

Die vollständige Tarifliste, die ab 1. April 2026 gilt, kann hier eingesehen werden.

5 Postings

bb
vor 2 Monaten

So ein Modell würde Gelegenheits-Öffi-Fahrern entgegen kommen. Wenn man auf das Auto nicht verzichten kann aber wenn möglich, auch die Öffis nützen würde. Aber sich Jahreskarten und Co nie auszahlen. Jetzt zahl ich knapp 10 Euro für einmal Lienz und retour (20km), nach der Erhöhung wahrscheinlich deutlich mehr. Das ist nicht wirklich verlockend, diese Fahrgast-Gruppe wird derzeit nicht angesprochen - außer über das Gewissen...

 
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Urmel
vor 2 Monaten

Diese Preispolitik kann man weder verstehen noch glaubwürdig erklären - warum kostet beim VVT eine einfache Fahrt zwischen Tassenbach und Lienz bitte 9,10 Euro, aber für 9,90 Euro kann ich von Graz bis nach Wien fahren ? Das kann nicht mit Personalkosten gerechtfertigt werden.

 
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    steuerzahler
    vor 2 Monaten

    In Luxemburg hat man das völlig anders gelöst. Nachdem der öffentliche Verkehr ohnehin ein staatlicher Zuschußbetrieb ist, wird alles über Steuern finanziert. Damit ersparen sich Verkehrsbetriebe und Kunden den gesamten Bezahlungsaufwand. Ich habe es ausprobiert. Man fährt völlig stressfrei, muß keine Tarifzonen oder Netzkarten, Tages- oder Wochenfahrscheine oder ähnliches studieren und vergleichen. Die Frage, ob man vielleicht etwas falsch verstanden hat und nun Schwarzfahrer ist, entfällt. Einfach einsteigen und fertig, so bringt man die Leute ins Öffi. Und der Busfahrer kann, statt die Zeit mit Kassieren zu verplempern, noch eine zweite Runde fahren.

     
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      steuerzahler
      vor 2 Monaten

      Was hat wohl der Rotstrichler dagegen?

       
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    Joe B. Tolliver
    vor 2 Monaten

    Aktuelle Scotty-Abfrage: Tassenbach - Lienz 9,10 €, Graz - Wien ab 44,30 € (jeweils ohne Ermäßigungen). Teuer, klingt aber nicht unplausibel.

     
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