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Echsen und Schlangen im Garten? Herzlich willkommen!

Zum Welttag der Schuppentiere: So entsteht ein Gartenparadies für heimische Reptilien.

Zum Welttag der Schuppentiere am 21. Februar wirft der Naturschutzbund einen Blick auf unsere heimischen Schuppenkriechtiere und zeigt, wie man ihnen kleine Paradiese direkt im Garten bauen kann. Echte Schuppentiere, die exotischen Pangoline, existieren in freier Wildbahn in Österreich nicht. Dafür leben hier 14 Arten der sogenannten Schuppenkriechtiere (Squamata). Hinter den heimischen Echsen und Schlangen steckt mehr als nur der gelegentliche „Schreck beim Wandern“ bei einer Kreuzotter oder das kleine Staunen über eine flinke Zauneidechse. Sie fressen gezielt bestimmte Tierarten, um deren Ausbreitung zu kontrollieren, und dienen selbst als Nahrung für seltene Greifvögel wie den Schlangenadler. So tragen sie entscheidend dazu bei, das Ökosystem stabil zu halten.

Wo sich unsere Reptilien wohlfühlen

Schuppenkriechtiere kommen an unterschiedlichsten Orten vor. Die Habitatwahl ist dabei stark von der jeweiligen Art abhängig: Typische Trockenhabitate sind beispielsweise trockene Waldstandorte, Saumbiotope, Städte und Dörfer oder Kulturland. Feuchtlebensräume, die von Echsen und Schlangen gerne aufgesucht werden, sind Moore und Gewässerumgebungen. Die Ringelnatter und einige andere Artgenossinnen sind Generalisten und kommen in vielen unterschiedlichen Habitaten vor. Andere Schuppenkriechtiere sind hingegen auf einige wenige Lebensraumtypen angewiesen: Darunter die stark gefährdete Hornotter, die sich in trockenen, felsigen Gegenden, auf Geröllflächen, Steinmauern und in lichten Wäldern ansiedelt. Kreuzottern findet man häufig in Feuchtwiesen oder Mooren, wohingegen Blindschleichen sonnige Laub- und Laubmischwälder mit hohem Totholz-Anteil bevorzugen. Generell fühlen sich Schuppenkriechtiere in „mosaikartigen Habitaten“ besonders wohl.

Gefährdung unserer Schuppenkriechtiere

Viele unserer heimischen Reptilien stehen unter Druck. Die in Österreich heimischen Reptilienarten werden in der Roten Liste Österreichs als unterschiedlich gefährdet eingestuft: Die Europäische Hornotter gilt als „vom Aussterben bedroht“, Mauereidechse, Würfelnatter und Östliche Smaragdeidechse sind „stark gefährdet“, Schlingnatter, Kreuzotter und Kroatische Gebirgseidechse „gefährdet“. Selbst sonst häufige Arten wie Ringelnatter, Westliche Blindschleiche oder Zauneidechse gelten als potenziell gefährdet. Zu den hauptsächlichen Gefährdungsursachen zählen der Verlust von extensiven Nutzflächen und Kleinststrukturen, die Zersiedelung von Landschaften sowie die Verwaldung. Viele Arten reagieren empfindlich auf diese Veränderungen, einige wie die Wiesenotter sind bereits aus Österreich verschwunden und kommen nur noch in Nachbarländern wie Ungarn vor. Eine aktuelle Überarbeitung der Roten Listen wird zeigen, wie sich die Gefährdungsstufen weiterentwickelt haben. Eines ist klar: dringender Handlungsbedarf besteht für den Schutz dieser Tiergruppe.

Gärten als Reptilienparadies

Für ein Schuppenkriechtierparadies im Garten genügen kleine Anpassungen: Eine naturnahe Grünfläche, keine Pestizide oder chemischen Dünger und ausreichend Verstecke wie Hecken, Laub- oder Asthaufen und Trockenmauern. Blindschleichen und Ringelnattern finden in Komposthaufen sowohl Futter- als auch geeignete Eiablageplätze. Das Mähen sollte auf kühle oder bewölkte Tage sowie morgens oder nachmittags erfolgen, wenn die Tiere weniger aktiv sind. Große Stein- und Holzhaufen, leicht tiefer als der Rest des Bodens, schützen die Reptilien zuverlässig über den Winter.

Der Naturschutzbund ruft Naturbeobachter dazu auf, Sichtungen von Echsen und Schlangen zu dokumentieren und Fotos auf der Webseite Naturbeobachtung zu teilen. Jede Beobachtung hilft, die Lebensweise und Verbreitung dieser Tiere besser nachzuvollziehen und ihre Lebensräume zu schützen.

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