Mit dem Wintersemester 2026/27 startet an der Pädagogischen Hochschule Tirol erstmals in Westösterreich das ordentliche Bachelorstudium „Elementarpädagogik“. Das sechssemestrige Studium richtet sich an Personen mit Matura oder Studienberechtigung und qualifiziert sie für die Leitung von Gruppen in Kindergarten und Kinderkrippe. Studierende lernen außerdem, Bildungsprozesse reflektiert zu gestalten und ihre Verantwortung im Bildungssystem selbstbewusst wahrzunehmen.
Bislang konnten in Tirol und Vorarlberg zwar bereits ausgebildete Elementarpädagog:innen einen Bachelorabschluss nachholen, ein grundständiges Studium direkt nach der Schule gab es jedoch nicht. Diese Lücke schließt die PH Tirol nun mit einem Angebot, das die Berufsausbildung akademisch verankert. Ziel sei es, Praxis und Wissenschaft eng zu verbinden, betont Institutsleiterin Daniela Klingler.

Das Studium ist forschungsgeleitet und praxisnah aufgebaut und auf das Berufsfeld Kindergarten bzw. -krippe ausgerichtet. Neben Entwicklungspsychologie, Pädagogik und Soziologie stehen Diversität, Inklusion, Kinderschutz sowie zentrale Bildungsbereiche wie Sprache, MINT, Bewegung, soziale Entwicklung und Kreativität auf dem Lehrplan.
„Akademisierung bedeutet nicht die Abkehr von der Praxis, sondern deren qualitative Stärkung.“
Daniela Klingler
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer professionellen Haltung. Dazu trägt etwa das Modul ‚Personal Mastery‘ bei, das Selbstreflexion, Resilienz und Verantwortungsbewusstsein im pädagogischen Handeln stärkt. Von Beginn an absolvieren Studierende begleitete Praxiseinsätze in unterschiedlichen Einrichtungen.
Absolvent:innen erhalten, im Unterschied zu Assistenzkräften, die volle Berufsberechtigung zur Leitung eigener Gruppen. Damit trage das Studium wesentlich dazu bei, die Professionalität und Sichtbarkeit des Berufsfeldes zu stärken, erklärt Klingler. Auch Rektorin Regine Mathies betont die Bedeutung des neuen Studiengangs: „Die Einrichtung des Studiums sehen wir als klares und dringend notwendiges Bekenntnis zur Akademisierung – und damit als nachhaltige Investition in Kinder, Familien und die Zukunft unserer Gesellschaft.“
Zusätzlich startet im Wintersemester 2026/27 der Hochschullehrgang „ElementarPro“. Er richtet sich an Assistenzkräfte und eröffnet nach Abschluss ebenfalls den Weg zur gruppenführenden Elementarpädagogin bzw. zum -pädagogen. Bewerbungen sind ab 2. März bis Mitte Mai 2026 möglich, ein Aufnahmeverfahren prüft leistungsbezogene, fachliche und persönliche Kompetenzen. Informationen zum Bachelorstudium sowie zum Hochschullehrgang „ElementarPro“ finden sich auf der Website der PH Tirol.
5 Postings
Hauptsache ein Studium!
Es gibt dzt. wenig Animo für die bisherige Ausbildung. Vor allem Männer zeigen kein Interesse für diesen Berufsweg! Mit dem Gehalt kann man keine Familie ernähren. Durch den diskutierten Rechtsanspruch (Tirol ab Herbst 26) werden dringend Elementarpädagog/ innen gesucht. Mit dem Angebot eines Studiums hofft man, Interessierte anzuziehen.
In Osttirol gibt es definitiv KEINEN Mangel an Elementarpädagoginnen/Elementarpädagogen. Und ganz ehrlich: der Verdienst übersteigt bei weitem das, was jemand im Büro oder Einzelhandel verdient. Ich spreche aus Erfahrung!!!
Sorry, ich rede nicht immer über Osttirol. Ein Freund arbeitet als Elementarpädagoge in Vrlb. Es gibt tirolweit zu wenige EP's. Bei Inkraftttreten des Rechtsanspruches muss sichergestellt werden, dass ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden können.
Endlich!
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