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Minister Totschnig verleiht Kaunertal Umweltzeichen

Die Umweltorganisation Global 2000 sieht darin einen Widerspruch zu den Tiwag-Plänen zum Kraftwerksausbau.

Am Freitag, 20. Februar, wurde dem Kaunertal von Umweltminister Norbert Totschnig das Österreichische Umweltabzeichen für Tourismusdestinationen überreicht. Konkret ging die Auszeichnung an das Tourismusgebiet Kaunertal - Naturpark und Gletscherregion mit den Gemeinden Kaunertal, Kauns, Kaunerberg und Fendels sowie an mehrere Betriebe aus der Region.

Norbert Totschnig (Umweltminister), Armin Falkner (Obmann TVB Tiroler Oberland), Judith Falch (TVB Tiroler Oberland), Dietmar Walser (Geschäftsführer TVB Tiroler Oberland), René Zumtobel (Tirols Landesrat für Natur- und Umweltschutz) und Margreth Falkner (Abgeordnete zum Nationalrat) bei der Auszeichnung des Kaunertals mit dem Österreichischen Umweltzeichen. Foto: TVB Tiroler Oberland

Im Rahmen der Verleihung gratulierte Umweltminister Totschnig allen Beteiligten und wies darauf hin, dass das Kaunertal eine „Vorzeigeregion“ sei, die demonstriere, „wie nachhaltige Entwicklung in der Praxis gelingen kann.“

Auszeichnung für „ganzheitliche“ Nachhaltigkeit

Derzeit tragen 15 Tourismusgebiete in Österreich das Umweltzeichen, das Kaunertal zählt zu den kleineren ausgezeichneten Regionen. Ausschlaggebend für die Verleihung sei der Umstand gewesen, dass im Kaunertal bereits seit über zehn Jahren ein Nachhaltigkeitskonzept verfolgt werde, das auf einem ganzheitlichen Ansatz basiert. Dieser würde ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen gleichermaßen berücksichtigen.

Exemplarisch für die praxisorientierte Umsetzung nachhaltiger Prinzipien im Tal werden die „Alpine Awareness Camps“ oder die „Kaunertal Nature Days“ angeführt. Bei ersteren handelt es sich um ein Projekt rund um nachhaltigen und verantwortungsvollen Outdoorsport, bei zweiteren um geführte Klimawanderungen mit Guides.

Außerdem ist das Kaunertal Teil der Initiative „Clean Alpine Region“, die klimafreundliche Mobilität und ressourcenschonende Tourismuslösungen fordert. Im Bereich der nachhaltigen Mobilität setzt man auf Elektro-Shuttles und Wanderbusse.

Global 2000 ortet Widerspruch

Für Global 2000 hat die Auszeichnung hingegen eine andere Implikation: Die Umweltorganisation versucht daraus abzuleiten, dass das Umweltzeichen den Stopp für den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal bedeuten müsse.

Während vonseiten der Tiwag der Ausbau des bestehenden Wasserkraftwerks als Beitrag zur Energiewende dargestellt wird, weist Global 2000 auf „die Zerstörung wertvoller Moorböden und die Vernichtung von einzigartigem Lebensraum“ hin.

Entsprechend fordert Hannah Keller, Klima- und Energiesprecherin von Global 2000: „Wir sehen die Verleihung des Umweltzeichens als klare Botschaft: Der Ausbau des Kraftwerks Kaunertal muss abgesagt werden, das Platzertal muss bleiben.“

Global 2000 proklamiert, dass die Umweltauszeichnung den Stopp für den Kraftwerksausbau bedeuten müsse. Foto: Global 2000

Keller bezieht sich damit auf Pläne der Tiwag, die unter anderem die Errichtung eines 120 Meter hohen Staudamms vorsehen. Auf diese Weise soll das Platzertal geflutet und zum Stausee umfunktioniert werden, der dann für ein Pumpspeicherkraftwerk genutzt wird. Zahlreiche Umweltorganisationen kritisieren aber, dass damit ein großflächiges Moor- und Feuchtigkeitsgebiet zerstört wird, das noch dazu ein CO2-Speicher ist.

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