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Kleinsendungen machen 97 Prozent aller Online-Paketlieferungen aus Drittstaaten in die EU aus und waren bisher zollfrei. Foto: Daria Nipot

Kleinsendungen machen 97 Prozent aller Online-Paketlieferungen aus Drittstaaten in die EU aus und waren bisher zollfrei. Foto: Daria Nipot

Ab Juli drei Euro Zoll auf Klein­sendungen aus Drittländern

84 Prozent der online bestellten Spielzeuge und Elektrogeräte nach Labortests als gefährlich eingestuft.

Temu, Amazon, Shein: Mehr als die Hälfte der aus Drittländern in die EU bestellten Waren entspricht nicht den hiesigen Produkt- und Sicherheitsvorschriften. Zu diesem Schluss kam eine europaweite Kontrollaktion des Zolls, wie es in einer Aussendung des Ministeriums für Konsumentenschutz am Sonntag hieß. In Österreich wurden 69 Kinderspielzeugbestellungen getestet, 78 Prozent entsprachen demnach nicht den EU-Sicherheitsvorschriften.

Die Hauptgründe waren verschiedene Kennzeichnungsmängel, darunter fehlende CE-Kennzeichnungen, unzureichende Warnhinweise sowie Mängel in der sprachlichen Ausführung der Kennzeichnung. Geprüft wurde vom Bundesamt für Verbrauchergesundheit und dem Zollamt Österreich.

„Der Online-Boom darf nicht auf Kosten der Sicherheit unserer Kinder gehen“, erklärt Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), Staatssekretärin für Konsumentenschutz. Foto: APA Images/Slovencik

Europaweit wurden rund 20.000 Spielzeuge und kleine Elektrogeräte kontrolliert. 84 Prozent ausgewählte Produkte wurden nach einem Labortest als gefährlich eingestuft. „Der Online-Boom darf nicht auf Kosten der Sicherheit unserer Kinder gehen. Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet, dass jedes Produkt - egal woher es kommt - denselben strengen EU-Regeln unterliegen muss“, sagte Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), Staatssekretärin für Konsumentenschutz.

Zölle für Kleinsendungen

In den vergangenen Jahren hat der Online-Handel mit elektrischen Geräten stetig zugenommen. So habe sich das Volumen der in die EU versendeten Kleinsendungen seit 2022 jährlich verdoppelt, hieß es vom Ministerium. Mittlerweile würden solche Kleinsendungen 97 Prozent aller Lieferungen ausmachen.

Dagegen will Brüssel vorgehen: Kleine Waren aus Nicht-EU-Ländern werden künftig teurer. Bisher waren Pakete, die in die Union geschickt wurden und einen Wert unter 150 Euro hatten, zollfrei. Doch mit 1. Juli 2026 ändert sich das. Ab dann beträgt der einheitliche Zollsatz drei Euro.

Damit will man die Zahl der Bestellungen aus Drittstaaten reduzieren. „Die Flut von Kleinsendungen aus Drittstaaten, die in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen ist, stellen nicht nur für den europäischen Binnenmarkt eine Herausforderung dar, sondern auch für die Gesundheit und den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, wie der hohe Prozentsatz der als gefährlich eingestuften Produkte zeigt“, sagte Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ).

7 Postings

Laurel
vor 2 Monaten

mind 10 Jahre zu spät … typisch … China bereitet sich schon lang auf Zölle … trotz dieser Zölle weitaus billiger … und um was geht es heute … der Preis!

 
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saguen
vor 2 Monaten

dem Handel ein Dorn im Auge, Konsumenten werden selbständig !!! so ziemlich ALLES kommt bereits aus China, renomierte Firmen produzieren in China.... warum wohl, es geht wiederum um die enormen Gewinne.....Umsätze udgl. unglaublich wie dumm die Regierung das Volk verkauft.....

 
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    Magua
    vor 2 Monaten

    Es geht um fairen Wettbewerb. Es werden zum Beispiel auch deutlich teurere China Artikel mit gefälschten Rechnungen unter 150,00€ deklariert um sie zollfrei einführen zu können. Das ist Betrug und kriminell, der liebe Staat schaut geflissentlich weg. Die 3,00€ Zoll werden an dieser Praxis nichts ändern. Nicht die Preise sind dem Handel ein Dorn im Auge sondern die völlig ungleichen Bedingungen. Den Aufschrei möchte ich hören wenn bei uns für die Betriebe sämtliche Arbeitnehmerrechte und Sicherheitsvorschriften wegfallen würden. Wie heißt es so schön, den Chinesen gefällt unsere 40 Stunden Woche so gut, die machen gleich 2 davon in einer Woche! Nichts für ungut, aber ein bisschen nachdenken, wohin das wegschauen von den Missständen bei Einfuhren von Billigprodukten unseren Sozialstaat hinführen wird, ist schon angebracht! Der Heini, Chef der Waldviertler Schuhe, ist da derzeit die einzige Stimme, die sich dagegen kräftig auflehnt. Kann man sich ruhig mal anhören seine Argumente.

     
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Roman
vor 2 Monaten

und mit 3 euro Zoll wird die Sicherheit der Konsumenten verbessert oder glaubt wer das weniger bestellt wird. Eine gute Gelegenheit für eine weitere Einnahmequelle für den Staat um wieder Geld für andere sinnlose Ausgaben zu haben.

 
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irina
vor 2 Monaten

Auch mit 3€ ist alles immer noch viel billiger.

 
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Christine39
vor 2 Monaten

alles wieder einmal zu spät!! Temu versendet schon lange aus Deutschland. Es wurden große Lager in Deutschland erstellt.

 
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    Biker
    vor 2 Monaten

    Dann steht den Kontrollen nach Deutschem und EU Recht nichts mehr im Wege. Die 84% der als gefährlich eingestuften Produkte aus dem Verkehr ziehen und die Betreiber der Lager zur Verantwortung ziehen.

     
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