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Der erhebliche Rückgang der Asylanträge ist auf den Stopp des Familiennachzugs zurückzuführen. Foto: Expa

Der erhebliche Rückgang der Asylanträge ist auf den Stopp des Familiennachzugs zurückzuführen. Foto: Expa

Rückgang bei Asyl-Zahlen setzte sich im Jänner fort

Familiennachzug findet de facto nicht mehr statt. Rund 600 Personen wurden im Jänner abgeschoben.

Im Jahr 2025 sind die Asylanträge deutlich zurückgegangen, im Vergleich zum Jahr davor beträgt das Minus 36 Prozent. Gleichzeitig wurde ein Rekord an Ausreisen verzeichnet.

Dieser Trend setzt sich 2026 fort, wie der Blick auf die Jänner-Zahlen verdeutlicht: Im ersten Monat des Jahres wurden 945 Anträge gestellt. Das letzte Mal gab es im Jänner 2012 niedrigere Zahlen, wie die Asylstatistik des Innenressorts zeigt. Im Vergleich zum Vorjahres-Jänner handelt es sich um einen Rückgang von 51 Prozent. In Gesamt-Europa betrug das Minus 17 Prozent.

Die meisten der in Österreich eingebrachten Ansuchen kamen von Syrern, Afghanen und Somalis. Von keiner anderen Nation wurden mehr als 50 Anträge eingebracht.

Nur eine Person kam über Familiennachzug

Erstanträge - also Ansuchen von Menschen, die neu nach Österreich gekommen sind - wurden laut Innenministerium 421 verzeichnet. Der erhebliche Rückgang der Asylanträge ist auf den Stopp des Familiennachzugs zurückzuführen. Die Regelung, dass Ehegatten, eingetragene Partner oder minderjährige Kinder zum Zweck der Familienzusammenführung einen befristeten Aufenthaltstitel erhalten, ist bis Jahresmitte 2026 pausiert. Ausgenommen sind lediglich besonders berücksichtigungswürdige Fälle, laut Zahlen des Ministeriums gab es im Jänner gerade einmal eine Einreise.

Nicht viel geändert hat sich an der Geschlechter-Verteilung. 55 Prozent der Anträge kamen von Männern und damit wie schon 2025 deutlich weniger als in vergangenen Jahren. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent ist volljährig. Das heißt, die Antragsteller sind ein wenig älter als zuletzt.

338 positive Asyl-Anträge

338 Asyl-Anträge wurden im Jänner positiv beschieden. Dazu kam noch 315 Mal subsidiärer Schutz. Als subsidiär Schutzberechtigte gelten Personen, die zwar keine Verfolgung nachweisen können, aber deren Leben oder Gesundheit im Herkunftsland bedroht wird. Ihr Asylantrag wird abgewiesen und sie gelten nicht als Flüchtlinge, erhalten aber einen befristeten Schutz vor Abschiebung. Damit dürfen sie sich vorübergehend in Österreich aufhalten.

Mehr als 600 zwangsweise Abschiebungen

Das Land verlassen mussten im ersten Monat 1.083 Personen. 57 Prozent wurden zwangsweise außer Land gebracht. Rund 41,5 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt.

Weiter geht zwar auch die Entspannung in der Grundversorgung, noch immer werden hier aber mehr als 51.000 Personen betreut. Im Rahmen der Grundversorgung werden Leistungen zur Deckung der täglichen Grundbedürfnisse, wie Verpflegung, Unterkunft, medizinische Versorgung, Bekleidung, Bildung und Beratung, zur Verfügung gestellt. Vertriebene aus der Ukraine stellen deutlich die stärkste Gruppe. Der Rückgang im ersten Monat lag bei rund 900 Personen.

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