Der Trend zum Bergsport hat Folgen. Zum einen verzeichnete die Tiroler Bergrettung 2025 einen neuen Rekord an Einsätzen. Zum anderen meldet der Alpenverein eine Rekordzahl von aktuell 748.046 Mitgliedern. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von rund 21.000 Menschen, die von Ermäßigungen auf Alpenvereinshütten und in Kletterhallen, von Veranstaltungen, Tourenangeboten und auch Versicherungsleistungen profitieren möchten.
„Immer mehr Menschen begeistern sich für den Bergsport. Diesen Trend spüren wir deutlich – umso mehr freut es uns, dass sich so viele von ihnen dazu entschließen, Teil des Österreichischen Alpenvereins zu werden. So können wir dazu beitragen, dass sie einen naturverträglichen und sicheren Weg in die Berge wählen“, erklärt Alpenvereinspräsident Wolfgang Schnabl.

Der alpine Verein mit Sitz in Innsbruck ist mit 193 Sektionen und Ortsgruppen im Osten wie im Westen Österreichs stark vertreten. Die meisten Personen, sprich fast ein Drittel, sind in Wien angemeldet, gefolgt vom Bundesland Tirol mit 114.733 Mitgliedern. Vier Tiroler Sektionen haben ihren Sitz im Bezirk Lienz. Und auch diese melden einen Zuwachs. 2025 wuchsen die Osttiroler AV-Sektionen in Summe um 205 auf insgesamt 5930 Mitglieder an.
Die Lienzer Ortsgruppe ist die größte Sektion in Osttirol. 2.970 Mitglieder zählt sie mit Stichtag 31. Dezember 2025. im Vergleich zum Vorjahr sind das 161 Mitglieder mehr. In Matrei wurde ein Zuwachs von 35 Personen registriert. Die Sektion Iseltal hat 1.574 Mitglieder. Sillian wuchs von 2024 auf 2025 um sieben Mitglieder auf 1.184. Die kleinste Sektion ist Defereggen mit 202 Mitgliedern, davon zwei neu seit dem vorigen Jahr.

„Bewegung in der Natur fördert nachweislich die Gesundheit und das Wohlbefinden. Mit den Mitgliederzahlen steigt aber auch unsere Verantwortung“, betont Schnabl. Denn die zunehmende Begeisterung für die Naturräume birgt Konfliktpotenziel: „Je mehr Menschen es in die Berge zieht, desto stärker steigt auch der Nutzungsdruck auf die Natur. Und ohne fundierte Ausbildung wird Bergsport umso mehr zum Risikosport. Der Alpenverein hat die Hebel, um den Trend in die richtigen Bahnen zu lenken“, so der Alpenvereinspräsident.
Clemens Matt, Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins, verweist auf alpine Unfälle, die zuletzt auch immer wieder im Fokus der medialen Aufmerksamkeit standen: „Solche Ereignisse treffen die alpine Gemeinschaft. Sie erinnern daran, dass Gefahren nie unterschätzt werden dürfen und sie erinnern auch daran, dass bei allen Vorsichtsmaßnahmen und bei aller Erfahrung ein gewisses Restrisiko bleibt.”
Entscheidend sind Ausbildung, sorgfältige Tourenplanung und die ehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten: „Hier sieht der Alpenverein seinen klaren Auftrag”, so Matt. In tausenden Kursen vermitteln die Sektionen alpinsportliche Kompetenzen. Mit der Initiative SicherAmBerg bietet der Alpenverein zu all seinen Kernsportarten Lehrvideos und Lesestoff. Ein vielseitiges Fortbildungsangebot in der Alpenverein-Akademie stellt sicher, dass die rund 9.000 großteils ehrenamtlichen Funktionär:innen das Klettern, Bergsteigen und Tourengehen zeitgemäß und auf höchstem Standard weitergeben.
Mit der steigenden Mitgliederzahl sieht sich der Österreichische Alpenverein auch in seiner gesellschaftlichen Verantwortung bestärkt. Der Verein engagiert sich auf vielfältige Weise in der Jugendarbeit und der Inklusion und setzt sich als „Anwalt der Alpen“ mit Nachdruck für einen respektvollen Umgang mit der Natur ein. Wolfgang Schnabl: „Begeisterung für die Berge und Schutz der alpinen Landschaft gehören für uns untrennbar zusammen“.
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