Lange hat es gedauert, aber mit dem 33 Kilometer langen Koralmtunnel und den dazugehörenden Hochgeschwindigkeitsstrecken wurde auch der Süden Österreichs für den privaten Bahnverkehrsanbieter Westbahn interessant. Am Sonntag, 1. März, startet die Westbahn mit drei Zügen täglich hin und retour von Wien Hauptbahnhof über Graz und Klagenfurt nach Villach. Auf der Südstrecke werden einstöckige Garnituren eingesetzt, im Gegensatz zu den Doppelstockwaggons auf der Weststrecke.
Die bisweilen viel geschmähte Röhre im Berg macht es möglich: Die ÖBB bekommt auf der Mitte Dezember 2025 mit viel Pomp und Euphorie eröffneten Koralmbahn Konkurrenz. Der private Anbieter Westbahn nimmt am Sonntag um 6.15 Uhr ab Wien Hauptbahnhof den Weg in den Süden. Um 8.45 Uhr ist man in Graz, um 9.30 Uhr in Klagenfurt und schließlich um 9.54 Uhr in Villach, nach knapp drei Stunden und 40 Minuten Fahrzeit.
Wien und Klagenfurt sind somit mit der Westbahn nur noch drei Stunden und zehn Minuten voneinander entfernt. Von Villach aus wird um 5.08 Uhr Richtung Wien gestartet, um 6.14 Uhr wird man in Graz bzw. um 8.45 Uhr in Wien am Hauptbahnhof sein. Der letzte Zug aus der Hauptstadt nach Villach fährt um 18.15 Uhr (Ankunft 21.54 Uhr) ab, in die Gegenrichtung von Villach ab 18.08 Uhr, bei Ankunft 21.45 Uhr in Wien Hauptbahnhof.
Vorerst drei tägliche Verbindungen, ab Ende Mai fünf
Ab 1. März beginnt die Westbahn mit drei täglichen Verbindungen in beide Richtungen. Ergänzt wird dies ab 26. März durch einen nachfrageorientierten Fahrplan mit vollem Westbahn-Angebot an Freitag, Samstag, Sonntag, rund um Feiertage und in den Ferien mit fünf Verbindungen pro Richtung. Ab 29. Mai werden täglich fünf Verbindungen pro Richtung auf der Südstrecke angeboten. Ab diesem Zeitpunkt halten die Züge in Semmering (anstelle Payerbach-Reichenau). Der stufenweise Ausbau berücksichtigt die Bauarbeiten der ÖBB-Infrastruktur auf der Südstrecke im Zeitraum von 14. März bis 28. Mai.
Gehalten wird vorerst nicht in allen größeren Stationen, die die ÖBB auf der Südstrecke anfährt. So stoppt die Westbahn in Meidling, nimmt dann die Pottendorfer Strecke nach Wiener Neustadt, Payerbach-Reichenau (bis 28. Mai, ab 29. Mai ist der Halt Semmering), Bruck/Mur, Graz, Kühnsdorf-Klopeiner See, Klagenfurt, Pörtschach und Villach. Mit der Eröffnung des Semmeringbasistunnels Ende 2029 bzw. Anfang 2030 peilt die Westbahn zwischen Wien und Klagenfurt den Stundentakt an. Die dafür erforderlichen Züge müsse man bereits 2026 bestellen, hatte man 2025 angekündigt.
Kennenlern-Tour der neuen Westbahn-Züge
Drei neue SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge des Schweizer Herstellers Stadler bilden den Grundstock für das rollende Material auf der Südstrecke. Zwei starten am Sonntag, die dritte kommt Mitte März. Sie sind in Niederflur-Ausführung gebaut und können im grenzüberschreitenden Personenverkehr eingesetzt werden, wegen der Zulassungen für die Schweiz, Deutschland, Italien und Österreich.
Die SMILE sind bis zu 250 km/h schnell, verfügen über elf Waggons und haben eine Gesamtlänge von 202 Metern. An jedem Sitzplatz befinden sich Steckdosen und WLAN gibt es gratis. Das Angebot umfasst 422 Sitze. Die SMILE-Garnituren sind auch bei der Schweizer SBB im Einsatz und fahren unter anderem durch den Gotthard-Basistunnel. Sie verbinden Zürich mit Mailand, in weiterer Folge soll bei der SBB die Strecke Frankfurt-Mailand dazukommen.
3 Postings
Die Eisenbahnstrecken und deren Begleitinfrastruktur wird von den ÖBB gebaut und gewartet. Auch der sichere Betriebsablauf muss von den ÖBB gemanagt werden. Bahngesellschaften können gegen eine Benutzungsgebühr diese von uns allen finanzierte Infrastruktur benutzen, ob kostendeckend, weiß ich nicht. Wenn es zu einer Störung kommt, tragen diese Gesellschaften zu deren Behebung NICHTS bei (sie zahlen ja auch dafür - deren Argument). Die Westbahn befindet sich im Besitz von Herrn Haselsteiner und der SNCF (staatliche französische Eisenbahngesellschaft) Die Verluste in Österreich werden ausgeglichen, indem beim Personal in Frankreich geknausert wird. So kann man es auch machen. Einfach einen Zug bei Stadler kaufen und dann auf fremdfinanzierten Gleisen fahren - ein tolles Geschäftsmodell. Zu @steuerzahler: In Villach gibt es sechs Linien, die von dort starten. Mölltalbahn, Pustertalbahn, Karawankenbahn, Wörtherseeuferbahn, Ossiacherbahn und Gailtalbahn. Wie soll ein Fahrdienstleiter es schaffen, alle diese Linien auf das einzige benachbarte Gleis eines Bahnsteiges in Villach zum Umsteigen bereitzustellen? Es ist immer gut, zuerst denken, dann posten. Es denkt halt jeder nur an sein schnelles Weiterkommen. Und zum Bummelzug: Der Regionalzug nach Lienz beispielsweise fährt teilweise mit über 100km/h - also von Bummelzug keine Rede. Die beschriebene STUNDENLANGE Wartezeit ist einfach maßlos übertrieben. Und ins Puster- bzw. obere Drautal gibt es mindestens EINstundentakt!!!!
Ab 1. März fährt die Westbahn erstmals von Wien nach Villach in nur 3 Stunden und 40 Minuten – und das mehrmals täglich! Von Villach aus geht es mit der ÖBB-Drautalbahn weiter nach Lienz in ca. 70 bis 90 Minuten. Als Osttirol-Tourismusbetrieb sehe ich hier einen echten Mehrwert: Es kommen mehr Kurz- und Wochenendgäste aus Wien, die Erreichbarkeit ohne Auto wird deutlich besser und die Westbahn ist eine klare Alternative zur oft ausgebuchten ÖBB auf der Wien-Villach-Strecke. Das ist nicht nur ein Gewinn für Pendler, sondern vor allem für die Hotels, Bergbahnen und die Gastronomie in Osttirol. Es braucht jetzt gute Angebote, die genau auf diese neue Verbindung abgestimmt sind. Wer jetzt seine Angebote anpasst, hat 2026 einen klaren Vorteil.
Das Problem ist nur das Umsteigen. In der Schweiz funktioniert das meistens so: vom einfahrenden Zug aussteigen und am selben Bahnsteig gegenüber in den wartenden Anschlußzug einsteigen, hinsetzen und weiter geht's. Stundenlange Warterei auf einen Bummelzug interessiert niemanden.
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