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Rolliver rollt durch die Innsbrucker Klinik

In der Innsbrucker Klinik übernimmt Österreichs erster Versorgungsroboter den Transport gebrauchter Instrumente.

Ein leises Surren statt eiliger Schritte: Seit Mitte Februar fährt in der Innsbrucker Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ein neuer Mitarbeiter durchs Haus, „Rolliver“, der erste Versorgungsroboter Österreichs.

Das autonom fahrende Gerät transportiert gebrauchte Instrumente wie Pinzetten, Nebelsauger oder Winkelstücke von 42 Behandlungseinheiten des Departments zur zentralen Aufbereitung. „Rolliver übernimmt die planmäßige Abholung der Entsorgungssiebe mit unreinem Instrumentarium“, erklärte Gerald Slamanig, Leiter der Bereichsverwaltung IIIb der Tirol Kliniken, bei einem Pressegespräch. Dank moderner Sensorik und Navigationssoftware erkenne der Roboter Hindernisse im Klinikalltag selbständig und passe Routen gegebenenfalls an.

Der Einsatz des Roboters hat ein klares Ziel: Entlastung für das Personal. „Bislang war eine Mitarbeiterin fast den ganzen Tag nur mit dem Einsammeln der unreinen Instrumente beschäftigt“, sagt Slamanig. Nun gewinne das Team mehrere Arbeitsstunden täglich, um sich auf die eigentliche fachliche Aufbereitung konzentrieren zu können. Gleichzeitig sorge Rolliver dafür, dass die Instrumente sicher und zuverlässig ankommen.

„Rolliver übernimmt die planmäßige Abholung der Entsorgungssiebe mit unreinem Instrumentarium.“

Gerald Slamanig, Leiter der Bereichsverwaltung IIIb

Wie sehr der neue Kollege geschätzt wird, zeigt die Erfahrung aus dem Arbeitsalltag. „Wir steuern Rolliver über ein Tablet und können ihn holen, wann immer wir ihn brauchen“, erläuterte Gabriele Holzknecht, Leiterin der Aufbereitung am Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Mit einem Augenzwinkern ergänzte sie: „Er kommt dann sofort und motzt auch nicht, egal wie oft.“ Pro Fahrt transportiert der Roboter rund 30 Entsorgungssiebe, legt täglich rund 6,5 Kilometer zurück und besucht jede Behandlungseinheit im Schnitt elfmal.

Aufgrund der bisher sehr positiven Bilanz ist nicht ausgeschlossen, dass Rolliver bald Gesellschaft in Form eines weiteren Versorgungsroboters erhält. Konkrete Pläne dafür gibt es allerdings noch keine, so Slamanig. Die Anschaffungskosten liegen im niedrigen sechsstelligen Bereich.

Auch Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) zeigt sich zufrieden: Man sei „stolz auf Rolliver“ als Schritt in eine technische Entwicklung, die in den nächsten zwei bis fünf Jahren rasant voranschreiten werde und weitere, noch modernere Modelle in die Kliniken bringen könnte.

Der Versorgungsroboter Rolliver steht seit Februar im Einsatz. Foto: APA/Markus Stegmayr

2 Postings

steuerzahler
vor einer Stunde

Anschaffungskosten im sechsstelligen Bereich! Wie hoch sind die laufenden Kosten? Wie lange kann da eine Hilfskraft beschäftigt werden? Ich hoffe der Roboter lässt sich auch einwandfrei desinfizieren. Der Weg zur vollautomatisierten Chirurgie ist schon vorgezeichnet. Vielleicht gibt es dann keine Wartezeiten mehr. Ob das noch bezahlbar ist? Der Roboter erinnert mich an die Servierroboter in diversen Restaurants. Glaube allerdings nicht, daß sich diese Robbies im sechsstelligen Bereich leisten. Die Kosten sind wohl etwas überzogen. Aber im Gesundheitsbereich läßt sich noch was verdienen...

 
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    F_Z
    vor 25 Minuten

    Bereichsleiter Gerald Slamanig geht davon aus, dass sich die Anschaffungskosten von "Rolliver innerhalb von zwei Jahren amortisiert haben...

     
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