Der Ruf nach der Wiedereinführung von Erbschaftssteuern in Österreich ist ein wiederkehrender, doch auch die Ablehnung dieses Vorschlags lässt meist nicht lange auf sich warten.
Engelhorn und Schilling
Für großes Interesse und Echo sorgte etwa die Aktion der Millionenerbin Marlene Engelhorn, deren 2024 ins Leben gerufener „Guter Rat für Rückverteilung“ über ihr Erbe in der Höhe von 25 Millionen bestimmte.

Wohl weniger wirkmächtig, wenngleich dennoch medienwirksam war der Auftritt der grünen EU-Abgeordneten Lena Schilling vor rund zwei Wochen: Ihr Kleid zeigte am Wiener Opernball die Aufschrift „tax the rich, save the climate“ und warb damit neben einer Besteuerung der Reichen auch für Klimaschutz.
Grüne: „Dringlicher Antrag“
Durch ihr plakatives Ballkleid nahm Schilling bereits die Richtung vorweg, in die sich ihre Fraktion bewegen würde: Am Mittwoch brachten die Grünen nämlich einen „Dringlichen Antrag“ zur Wiedereinführung einer Erbschaftssteuer in den Nationalrat ein.

Seit 2008 gibt es eine solche, ebenso wie eine Schenkungssteuer, in Österreich nicht mehr. Erbschaften gelten damit als steuerfrei, wenngleich es mit der Grunderwerbssteuer beim Erben von Immobilien und Liegenschaften dennoch zu einer steuerlichen Belastung kommt.
Besteuerung ab einer Million
Das Modell der Grünen sieht nun vor, dass Erbschaften ab einer Million Euro besteuert werden. Für selbst genutztes Wohneigentum ist ein Freibetrag von 1,5 Millionen Euro vorgesehen, für die Weiterführung kleiner Familienbetriebe und Bauernhöhe sind Ausnahmen angekündigt.
Berechnungen des gewerkschaftsnahen Momentum Instituts verdeutlichen, dass bei einer solchen Erbschaftssteuer die untersten 98 Prozent der österreichischen Haushalte nach Nettovermögen 0 Euro Erbschaftssteuer zu bezahlen hätten.
Betroffen wären hingegen nur sehr große Erbschaften, da die Freigrenze von einer Million nur die durchschnittlichen Erbschaften der reichsten zwei Prozent der Haushalte übersteigt. Selbst die zweitreichste Gruppe - die darauffolgenden acht Prozent der Haushalte - tangiere das Modell nicht, weil sie mit 472.000 Euro durchschnittlichem Erbvolumen weniger als die Hälfte des vorgeschlagenen Freibetrags erben.
Nur Anteil über Freibetrag wird versteuert
Aus Sicht des Momentum Instituts werde ein wichtiger Punkt in der Debatte oft übersehen: Denn selbst bei den reichsten Prozent, wo die Erbschaftssteuer anfällt, werde nicht das gesamte Erbe besteuert, sondern nur jener Anteil, der über dem Freibetrag liegt.
Das Modell der Grünen sieht diesbezüglich einen progressiven Tarif vor: Auf Erbschaften bis zu einer Millionen werden 0 Prozent fällig, danach 25 Prozent für Erbschaften zwischen einer und fünf Millionen Euro sowie 30 Prozent bei Erbschaften zwischen fünf und zehn Millionen Euro. Ab zehn Millionen Euro Erbvolumen wird ein Steuersatz von 35 Prozent vorgeschlagen.
Bei einer Erbschaft in der Höhe von 1,5 Millionen Euro Geldvermögen würden demnach 125.000 Euro an Steuern anfallen, wie die Denkfabrik erläutert. Die verbleibende Netto-Erbschaft in der Höhe von 1.375.000 Euro sei auch nach Steuern noch fünf Mal mehr, als jemand der oberen Mittelschicht vererbt bekommt.
Modell zielt auf „Erb-Dynastien“ ab
„Eben weil durch großzügige Freigrenzen nicht das ganze Erbe besteuert wird, sondern nur der Anteil darüber und das sogar stufenweise, ist das Modell zielgerichtet auf die Multimillionen- und Milliarden-Erbschaften von Erb-Dynastien, die Mittelschicht und Familienbetriebe bleiben geschützt“, führt Barbara Schuster, stellvertretende Chefökonomin des Momentum Instituts aus.
Als „leistungsfeindlich und nicht schlüssig“ bezeichnet das Institut hingegen den Umstand, dass Erwerbsarbeit in Österreich laufend besteuert werde, wohingegen „sehr große Erbschaften“ gar nicht besteuert werden.
8 Postings
Also ab jetzt würds für mich auch passen: Mark Mateschitz für Erbschaftssteuer... Nachdem die letzten 35 Milliarden Euro völlig steuerfrei in meinen Besitz gewandert sind, spüre ich: Das Land braucht eine Erbschaftssteuer. Es ist Zeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Also nicht von mir, sondern von den anderen Geldsäcken dieser Republik... Das Argument, vererbtes Geld sei bereits versteuert worden, lässt der Erbe nicht gelten: „Diese Unterstellung weise ich zurück. Mein Papa hat die Markenrechte für sein Zuckerkracherl auf den Caymans und den britischen Jungferninseln registriert, und Tochterfirmen in Hongkong, Panama, Delaware, und Dubai. Also da wurde garantiert nix besteuert, schon gar nicht doppelt, haha..."
https://dietagespresse.com/also-ab-jetzt-wuerds-fuer-mich-auch-passen-mark-mateschitz-fuer-erbschaftssteuer/
https://www.dossier.at/dossiers/red-bull/rote-fahnen/
Und wieder ein Antrag für die "Fisch" !!! Aufwand und Ertrag rechnen sich dabei nicht. - Zudem würden dann große Firmen in steurgemäßigtere Länder auswandern ... Arbeitsplätze weg, sonstiger Steuerentfall, usw. Und nebenbei: "Grün ist hauptverantwortlich für dieses geerbte Budgetloch !!!"
Die Grünen verkaufen die Erbschaftssteuer als „gerecht“ – tatsächlich ist sie ein weiterer Griff in die Taschen der Menschen, die bereits ihr ganzes Leben lang Steuern bezahlt haben. Wer spart, aufbaut und Verantwortung übernimmt, soll am Ende noch einmal zur Kasse gebeten werden, nur weil Vermögen innerhalb einer Familie weitergegeben wird. Jetzt wird sie als „Millionärssteuer“ verpackt. Doch die Erfahrung zeigt: Neue Steuern bleiben nie bei den „Reichen“. Heute sind es angeblich nur große Erbschaften ab einer Million Euro, morgen sinken die Grenzen – und am Ende trifft es den Mittelstand, Familienbetriebe und jene, die sich ein Haus aufgebaut haben. Besonders irritierend ist die moralische Argumentation: Arbeit werde besteuert, Erben nicht. Doch Erben ist kein „leistungsloses Einkommen“, sondern das Ergebnis von Arbeit, Risiko und Verzicht einer Generation zuvor. Dieses Vermögen wurde bereits versteuert – oft mehrfach.
Der Staat hat kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Statt immer neue Steuern zu fordern, sollten politische Parteien endlich den Mut haben, ineffiziente Strukturen zu reformieren und mit vorhandenen Mitteln verantwortungsvoll umzugehen. Die Erbschaftssteuer ist daher kein Zeichen von Gerechtigkeit, sondern von Ideenlosigkeit. Wer ständig neue Steuern fordert, zeigt vor allem eines: fehlenden Respekt vor Lebensleistung, Eigentum und der Verantwortung von Familien für ihre Zukunft.
Warum Vermögen nur einmal besteuern, wenn man es beim Vererben gleich nochmal melken kann? Steuern bis zum Tod – und darüber hinaus.
erzähl mir doch bitte mal wo Vermögen in Österreich besteuert wird...
In Österreich wird Vermögen beim Entstehen (Einkommensteuer), beim Wachsen (KESt), beim Besitzen (Grundsteuer), beim Übertragen (GrESt/Gebühren), beim Ausgeben (MwSt) besteuert.
Nennt man halt nicht „Vermögenssteuer“ – damit es freundlicher klingt, wenn man dich überall melkt.
Schon wieder das Momentum Institut mir einem sinnlosen Vorschlag. Außerdem, wenn das erst mal eingeführt ist, braucht man auf Erweiterung nicht lange warten. Schlußendlich werden dann alle abkassiert. Und mit dem Geld können die Grünen dann ihren Luxus finanzieren und Ungelernte in fragwürdige, aber hochbezahlte Posten hieven.
Gewessler hatte bereits während ihrer Amtszeit in der BR, die Bohrn Menas beauftragt, eine Studie über die Funktionen von Schafwolle zu erstellen. Wie nennt man das? Und was ist die Expertise des Momentum Institutes? Zu allen Themen und Fragen lautet die einzige Lösung: Vermögenssteuern. Wieviel würden diese dem Budget bringen? In dieser Frage liegen die Zahlen von Agenda Austria und Momentum Institut weit auseinander. Und Prof. Badelt kann sich, wenn überhaupt, nur eine Erbschaftssteuer in abgeschwächter, milder Ausprägung vorstellen.
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