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Grüne nehmen neuen Anlauf für Erbschaftssteuer

Momentum rechnet vor: Mit dem Grünen-Modell fallen für die unteren 98 Prozent der Haushalte 0 Euro Erbschaftssteuer an.

Der Ruf nach der Wiedereinführung von Erbschaftssteuern in Österreich ist ein wiederkehrender, doch auch die Ablehnung dieses Vorschlags lässt meist nicht lange auf sich warten.

Engelhorn und Schilling

Für großes Interesse und Echo sorgte etwa die Aktion der Millionenerbin Marlene Engelhorn, deren 2024 ins Leben gerufener „Guter Rat für Rückverteilung“ über ihr Erbe in der Höhe von 25 Millionen bestimmte.

Vor knapp zwei Wochen sorgte die EU-Abgeordnete Lena Schilling auf dem roten Teppich des Opernballs mit ihrem Kleid für Aufsehen. Foto: APA/Helmut Fohringer

Wohl weniger wirkmächtig, wenngleich dennoch medienwirksam war der Auftritt der grünen EU-Abgeordneten Lena Schilling vor rund zwei Wochen: Ihr Kleid zeigte am Wiener Opernball die Aufschrift „tax the rich, save the climate“ und warb damit neben einer Besteuerung der Reichen auch für Klimaschutz.

Grüne: „Dringlicher Antrag“

Durch ihr plakatives Ballkleid nahm Schilling bereits die Richtung vorweg, in die sich ihre Fraktion bewegen würde: Am Mittwoch brachten die Grünen nämlich einen „Dringlichen Antrag“ zur Wiedereinführung einer Erbschaftssteuer in den Nationalrat ein.

Leonore Gewessler, Partei- und Klubchefin der Grünen, sieht sich durch eine Petition für eine Erbschaftssteuer unterstützt: Rund 30.000 Unterstützungserklärungen hat diese erhalten. Foto: APA/Helmut Fohringer

Seit 2008 gibt es eine solche, ebenso wie eine Schenkungssteuer, in Österreich nicht mehr. Erbschaften gelten damit als steuerfrei, wenngleich es mit der Grunderwerbssteuer beim Erben von Immobilien und Liegenschaften dennoch zu einer steuerlichen Belastung kommt.

Besteuerung ab einer Million

Das Modell der Grünen sieht nun vor, dass Erbschaften ab einer Million Euro besteuert werden. Für selbst genutztes Wohneigentum ist ein Freibetrag von 1,5 Millionen Euro vorgesehen, für die Weiterführung kleiner Familienbetriebe und Bauernhöhe sind Ausnahmen angekündigt.

Berechnungen des gewerkschaftsnahen Momentum Instituts verdeutlichen, dass bei einer solchen Erbschaftssteuer die untersten 98 Prozent der österreichischen Haushalte nach Nettovermögen 0 Euro Erbschaftssteuer zu bezahlen hätten.

Betroffen wären hingegen nur sehr große Erbschaften, da die Freigrenze von einer Million nur die durchschnittlichen Erbschaften der reichsten zwei Prozent der Haushalte übersteigt. Selbst die zweitreichste Gruppe - die darauffolgenden acht Prozent der Haushalte - tangiere das Modell nicht, weil sie mit 472.000 Euro durchschnittlichem Erbvolumen weniger als die Hälfte des vorgeschlagenen Freibetrags erben.

Nur Anteil über Freibetrag wird versteuert

Aus Sicht des Momentum Instituts werde ein wichtiger Punkt in der Debatte oft übersehen: Denn selbst bei den reichsten Prozent, wo die Erbschaftssteuer anfällt, werde nicht das gesamte Erbe besteuert, sondern nur jener Anteil, der über dem Freibetrag liegt.

Das Modell der Grünen sieht diesbezüglich einen progressiven Tarif vor: Auf Erbschaften bis zu einer Millionen werden 0 Prozent fällig, danach 25 Prozent für Erbschaften zwischen einer und fünf Millionen Euro sowie 30 Prozent bei Erbschaften zwischen fünf und zehn Millionen Euro. Ab zehn Millionen Euro Erbvolumen wird ein Steuersatz von 35 Prozent vorgeschlagen.

Bei einer Erbschaft in der Höhe von 1,5 Millionen Euro Geldvermögen würden demnach 125.000 Euro an Steuern anfallen, wie die Denkfabrik erläutert. Die verbleibende Netto-Erbschaft in der Höhe von 1.375.000 Euro sei auch nach Steuern noch fünf Mal mehr, als jemand der oberen Mittelschicht vererbt bekommt.

Modell zielt auf „Erb-Dynastien“ ab

„Eben weil durch großzügige Freigrenzen nicht das ganze Erbe besteuert wird, sondern nur der Anteil darüber und das sogar stufenweise, ist das Modell zielgerichtet auf die Multimillionen- und Milliarden-Erbschaften von Erb-Dynastien, die Mittelschicht und Familienbetriebe bleiben geschützt“, führt Barbara Schuster, stellvertretende Chefökonomin des Momentum Instituts aus.

Als „leistungsfeindlich und nicht schlüssig“ bezeichnet das Institut hingegen den Umstand, dass Erwerbsarbeit in Österreich laufend besteuert werde, wohingegen „sehr große Erbschaften“ gar nicht besteuert werden.

21 Postings

LaraLektora
vor einem Monat

Tax the rich 🤑

 
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    Annalies
    vor einem Monat

    save us from the stupid ones....😀

     
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Annalies
vor einem Monat

Wenn wir uns anschauen: Wie arbeitet eine Schuldenberatung? Zwei Achsen: Zuerst Erfassen der Schuldensumme. Danach Analyse Einkommen-Ausgaben. Natürlich könnte man versuchen, das Einkommen zu erhöhen ( wie es der österr. Staat habituell macht), aber in erster Linie sollten die Ausgaben möglichst reduziert werden. Sicher ein Kraftakt für die derzeitige Regierung, die nicht den Mut für nötige Strukturreformen aufbringen kann. Reformen, die in vielen anderen Staaten bereits erfolgreich durchgeführt worden, weil sie vom 'Kollektiv' akzeptiert und mitgetragen wurden. Eine Erbschaftssteuer würde ca. 1-1,5 Mrd. einbringen. Jedoch birgt sie mögliche negative Konsequenzen wie Abwanderung, Pleiten von Klein- und Mittelbetrieben, ' Bestrafung von Menschen, die ihr ganzes Leben hart gearbeitet und 'zusammen getragen' haben um ihren Kindern etwas zu hinterlassen.

 
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    F_Z
    vor einem Monat

    Hm - da scheint ein Denkfehler vorzuliegen - Menschen die ihr ganzes Leben hart gearbeitet haben, werden durch eine Erbschaftssteuer nicht bestraft - oder willst du das posthum machen? Zudem tendiert die Anzahl der Menschen in Österreich die durch harte Arbeit Multimillionär werden, wohl eher gegen Null.

     
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      Annalies
      vor einem Monat

      F_Z Ihr Sarkasmus ist unangebracht. Eine Generation arbeitet und spart für die nächste. Sie hat Steuern bezahlt und zum Wiederaufbau des Staates beigetragen. Warum soll nach ihrem Tod das Erarbeitete und Ersparte nochmals besteuert werden? Wie wird derzeit der Faktor Arbeit belohnt? Mit einer minimalen Senkung der Lohnsteuer auf Überstunden. Man bezahlt für ein Drittel der Bevölkerung mit. Das reicht!

       
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      Annalies
      vor einem Monat

      F_Z Und sind Sie nicht der, welcher eine Auswanderung eines Betriebes für unmöglich hält, weil ein Betrieb nicht erbt. Eine Erbschaftssteuer betrifft nicht nur Multimillionäre sondern auch Menschen, die Klein- und/oder Mittelbetriebe von Angehörigen erben. Prof. Badelt kann sich eine 'milde' Erbschaftssteuer ausschl. zur Gegenfinanzierung einer Lohnnebenkostensenkung vorstellen.

       
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LeiLei
vor einem Monat

Und wieder neue Steuern. Wir haben kein Einnahmenproblem, wir haben ein Ausgabenproblem.

 
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    steuerzahler
    vor einem Monat

    Und wenn wir den Politikern unser gesamtes Geld geben, werden sie damit nicht auskommen.

     
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TW-WU
vor einem Monat

Also ab jetzt würds für mich auch passen: Mark Mateschitz für Erbschaftssteuer... Nachdem die letzten 35 Milliarden Euro völlig steuerfrei in meinen Besitz gewandert sind, spüre ich: Das Land braucht eine Erbschaftssteuer. Es ist Zeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Also nicht von mir, sondern von den anderen Geldsäcken dieser Republik... Das Argument, vererbtes Geld sei bereits versteuert worden, lässt der Erbe nicht gelten: „Diese Unterstellung weise ich zurück. Mein Papa hat die Markenrechte für sein Zuckerkracherl auf den Caymans und den britischen Jungferninseln registriert, und Tochterfirmen in Hongkong, Panama, Delaware, und Dubai. Also da wurde garantiert nix besteuert, schon gar nicht doppelt, haha..."

https://dietagespresse.com/also-ab-jetzt-wuerds-fuer-mich-auch-passen-mark-mateschitz-fuer-erbschaftssteuer/

https://www.dossier.at/dossiers/red-bull/rote-fahnen/

 
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Koal
vor einem Monat

Und wieder ein Antrag für die "Fisch" !!! Aufwand und Ertrag rechnen sich dabei nicht. - Zudem würden dann große Firmen in steurgemäßigtere Länder auswandern ... Arbeitsplätze weg, sonstiger Steuerentfall, usw. Und nebenbei: "Grün ist hauptverantwortlich für dieses geerbte Budgetloch !!!"

 
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    unholdenbank
    vor einem Monat

    Wann hört denn diese Märchengeschichte endlich auf. Große Firmen (XXXLutz, IKEA, Red Bull, Rosenbauer, Durst etc. Quelle u.A. https://offshoreleaks.icij.org/) sind eh schon lange ins steuerschonende Ausland abgewandert und zahlen in Österreich, verglichen mit ihrem Umsatz lächerlich wenig Steuer. Diesen Schmäh glaubt eh schon nur mehr die ÖVP. Die predigen immer wieder das Leistungsprinzip. Wo ist denn die Leistung eines Erben eines Millionenvermögens. Etwa beim Einloggen in die Bank des Vertrauens auf den Cayman Islands? Das ist natürlich schon schweißtreibend.

     
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    F_Z
    vor einem Monat

    Da stellt sich aber schon die Frage, wie eine Erbschaftssteuer eine Firma zum Auswandern bewegen soll. Ich habe noch nie gehört, dass eine Firma etwas erbt.

     
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      Annalies
      vor einem Monat

      Ich vermute, dass die Firma einen Besitzer hat. Reformen und ein Sparkurs, effektiv und nachhaltig. Was glauben Sie, wohin die Einnahmen einer Erbschaftssteuer fließen würden? Schauen Sie sich an, womit Fr. von der Leyen dzt. wieder beschäftigt ist? Unsere Bevölkerung wird gemolken.. sorry, ich finde keinen salonfähigen Ausdruck dafür......

       
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Shusha
vor einem Monat

Die Grünen verkaufen die Erbschaftssteuer als „gerecht“ – tatsächlich ist sie ein weiterer Griff in die Taschen der Menschen, die bereits ihr ganzes Leben lang Steuern bezahlt haben. Wer spart, aufbaut und Verantwortung übernimmt, soll am Ende noch einmal zur Kasse gebeten werden, nur weil Vermögen innerhalb einer Familie weitergegeben wird. Jetzt wird sie als „Millionärssteuer“ verpackt. Doch die Erfahrung zeigt: Neue Steuern bleiben nie bei den „Reichen“. Heute sind es angeblich nur große Erbschaften ab einer Million Euro, morgen sinken die Grenzen – und am Ende trifft es den Mittelstand, Familienbetriebe und jene, die sich ein Haus aufgebaut haben. Besonders irritierend ist die moralische Argumentation: Arbeit werde besteuert, Erben nicht. Doch Erben ist kein „leistungsloses Einkommen“, sondern das Ergebnis von Arbeit, Risiko und Verzicht einer Generation zuvor. Dieses Vermögen wurde bereits versteuert – oft mehrfach.

Der Staat hat kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Statt immer neue Steuern zu fordern, sollten politische Parteien endlich den Mut haben, ineffiziente Strukturen zu reformieren und mit vorhandenen Mitteln verantwortungsvoll umzugehen. Die Erbschaftssteuer ist daher kein Zeichen von Gerechtigkeit, sondern von Ideenlosigkeit. Wer ständig neue Steuern fordert, zeigt vor allem eines: fehlenden Respekt vor Lebensleistung, Eigentum und der Verantwortung von Familien für ihre Zukunft.

 
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NurMeineMeinung
vor einem Monat

Warum Vermögen nur einmal besteuern, wenn man es beim Vererben gleich nochmal melken kann? Steuern bis zum Tod – und darüber hinaus.

 
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    F_Z
    vor einem Monat

    erzähl mir doch bitte mal wo Vermögen in Österreich besteuert wird...

     
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      NurMeineMeinung
      vor einem Monat

      In Österreich wird Vermögen beim Entstehen (Einkommensteuer), beim Wachsen (KESt), beim Besitzen (Grundsteuer), beim Übertragen (GrESt/Gebühren), beim Ausgeben (MwSt) besteuert.

      Nennt man halt nicht „Vermögenssteuer“ – damit es freundlicher klingt, wenn man dich überall melkt.

       
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      unholdenbank
      vor einem Monat

      ====>NurMeineMeinung: Ja, aber nur dann, wenn das Einkommen und das Wachsen auch in Österreich ordnungsgemäß versteuert wird. Große Unternehmen haben trickreiche steuerschonende Konstrukte (bestes Beispiel XXXLutz - Firmensitz in Luxemburg !!!), durch die das Einkommen in Österreich auf ein Minimum reduziert wird. So fällt dann auch die KESt weg. Die Grundsteuer wird steuermindernd angegeben, dann bleibt nicht mehr so viel übrig. Gleichwohl nutzen diese Unternehem die Infrastruktur Österreichs aus, ohne den korrekten Steueranteil dafür zu zahlen. So funktioniert das "Reichwerden".

       
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steuerzahler
vor einem Monat

Schon wieder das Momentum Institut mir einem sinnlosen Vorschlag. Außerdem, wenn das erst mal eingeführt ist, braucht man auf Erweiterung nicht lange warten. Schlußendlich werden dann alle abkassiert. Und mit dem Geld können die Grünen dann ihren Luxus finanzieren und Ungelernte in fragwürdige, aber hochbezahlte Posten hieven.

 
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    Annalies
    vor einem Monat

    Gewessler hatte bereits während ihrer Amtszeit in der BR, die Bohrn Menas beauftragt, eine Studie über die Funktionen von Schafwolle zu erstellen. Wie nennt man das? Und was ist die Expertise des Momentum Institutes? Zu allen Themen und Fragen lautet die einzige Lösung: Vermögenssteuern. Wieviel würden diese dem Budget bringen? In dieser Frage liegen die Zahlen von Agenda Austria und Momentum Institut weit auseinander. Und Prof. Badelt kann sich, wenn überhaupt, nur eine Erbschaftssteuer in abgeschwächter, milder Ausprägung vorstellen.

     
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      Annalies
      vor einem Monat

      Die Diskussion ist zudem unnötig. Es wird keine Vermögungs-und/oder Erbschaftssteuern geben, sie sind nicht im Regierungsprogramm enthalten und der Kanzler hat sich in seiner Neujahrsrede dezitiert dagegen ausgesprochen. Fr.Gewessler sucht offensichtlich Themen. Die moralisch übergeordnete Kontrollpartei hat durch einige Aktionen an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Wenn man Wasser predigt, sollte man keinen Wein trinken.

       
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