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Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Hermann Gmeiner

„Falter“ berichtet über fünf weitere Fälle. SOS-Kinderdorf bestätigte die Vorwürfe gegen den Gründer.

Gegen den Gründer von SOS-Kinderdorf, Hermann Gmeiner, sind weitere Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden. Wie der „Falter“ in seiner aktuellen Ausgabe schreibt, sind fünf weitere Fälle aufgetaucht, vier in Österreich und einer in Deutschland. SOS-Kinderdorf bestätigte die Vorwürfe, in den betroffenen Fällen würden bereits Opferschutzverfahren laufen. „Darüber hinaus sind vier weitere Hinweise auf Fehlverhalten eingegangen“, hieß es seitens der Organisation.

„Darunter sind auch Meldungen von Personen, die nie bei SOS-Kinderdorf betreut wurden, sowie von Personen, die nicht selbst von gemeldetem Fehlverhalten betroffen waren“, so SOS-Kinderdorf in einer Stellungnahme. Mit sämtlichen Hinweisgeberinnen und Hinweisgebern steht SOS-Kinderdorf demnach im Austausch. Die Reformkommission sei über alle Inhalte - sowohl über die acht historischen Opferschutzfälle als auch über die fünf laufenden Verfahren und die vier weiteren Hinweise - informiert worden.

Vom „Kinderfreund“ zum Pädophilen – Hermann Gmeiners Denkmal ist gestürzt. Foto: APA

Bei SOS-Kinderdorf war man von den neuen Vorwürfen gegen Gmeiner nicht überrascht. Die ersten Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer veröffentlichte SOS-Kinderdorf Ende Oktober 2025 selbst: Demnach waren in den Jahren 2013 bis 2023 bei der Opferschutzkommission rund 200 Meldungen eingegangen, acht davon betrafen Gmeiner. Hier gaben Personen plausibel an, von Gmeiner sexuelle Gewalt erlitten zu haben und wurden seitens SOS-Kinderdorf mit bis zu 25.000 Euro und der Übernahme von Therapiestunden entschädigt.

Studie soll Klarheit bringen

Neben der Aufarbeitung von Meldungen und Vorwürfen aus der Vergangenheit an den österreichischen Standorten von SOS-Kinderdorf wird der Organisation zufolge eine historische Studie vorbereitet. Diese soll lange zurückliegende Vorwürfe im Zusammenhang mit Gründerpersonen untersuchen und dabei auch die Rolle Hermann Gmeiners und weiterer Gründerfiguren sowie die damit verbundenen Macht- und Organisationsstrukturen analysieren. „Die Ergebnisse werden transparent dokumentiert und veröffentlicht“, hieß es.

Ausgangspunkt dieser Studie sind bekanntgewordene Vorwürfe im Zusammenhang mit Gründerpersonen. Im Zuge der Aufarbeitung wurden acht historische und abgeschlossene Opferschutzfälle bekannt, die konkret Gmeiner als Täter betreffen. Auch gegen Gmeiners Nachfolger als Präsident von SOS-Kinderdorf, Helmut Kutin, liegen Verdachtsfälle im Zuge eines Missbrauchsfalls durch einen österreichischen Großspender vor.

6 Postings

lia
vor einem Monat

ich hatte das glück, niemals von verantwortlichen, schule oder nachher, in irgendeiner form belästigt worden zu sein. leider waren es peers, die da hineingepfuscht haben. dass unseren eltern dieses thema auch nicht in die wiege gelegt wurde, sei nur nebenbei bemerkt.

 
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Medan
vor einem Monat

Die Gefahr sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen besteht nicht nur in den oben erwähnten Einrichtungen, sondern auch innerhalb von Familien, auch in Osttirol, wie ich von Betroffenen weiß. Leider wird das oft, auch von manchen Müttern totgeschwiegen.

 
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    Annalies
    vor einem Monat

    Man hat in Osttirol die Möglichkeit, Kontakt mit dem Kinderschutzzentrum aufzunehmen, mit der Frage, wie man in der individuellen Situation vorgehen kann/ soll. Betroffene können auch bei 'Rat auf Draht' anrufen und sich beraten lassen .

     
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    senf
    vor einem Monat

    "... auch in Osttirol", dieser Bezirk ist bei und mit Gott nicht die Insel der Selingen. Das Patriarchat des Glaubens, "Die Frau ist/sei dem Manne untertan" passiert heute noch hinter den Türen so allerhand.

    Leider gehts noch tiefer, besagt die große WHO Studie über sexualverhalten, das leider von der offen zugänglichen Pornografie geprägt wird:

    https://www.tt.com/artikel/30848793/von-a-wie-alkohol-bis-s-wie-sexualverhalten-so-tickt-die-heutige-jugend

     
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Annalies
vor einem Monat

Da die Gefahr sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen nicht nur institutionelle Fremdbetreuungseinrichtungen wie das SOS Kinderdorf, Kinderheime und Einrichtungen der Kathol. Kirche betrifft sondern auch in vielen anderen Situationen (Kindergärten, Schulen, Pfadfindergruppen Sportvereine und Internet) stattfinden kann, drängen sich für mich verschiedene Fragen auf: Arbeiten alle der oben erwähnten Bereiche bereits mit verbindlichen Kinderschutzkonzepten? Wie machen wir unsere Kinder achtsamer und widerstandsfähiger gegenüber potientiellen Gefährdern? Auf welche Weise werden Eltern, Lehrer und auch andere Bezugspersonen bzgl. möglicher Verhaltensauffälligkeiten eventuell betroffener Kinder sensibilisiert? Gibt es, unabhängig vom Stafregisterauszug, eine Liste von Personen, gegen die es bereits einmal wegen sexuell grenzüberschreitendem Verhalten, betreffend Kindern und Jugendlichen, zu einer Anzeige gekommen ist ( einschl. Anfertigung, Besitz u. Verbreitung von Pornographie)? Da es nicht bei jeder Anzeige zur Beweisbarkeit/Strafrelevanz und damit zu einer Verurteilung kommt, entsteht kein Vermerk im Strafregister. Und eine für mich berechtigte Frage: Öffnet diese grenzenverlagernde Toleranz, Liberalität und sexuelle Orientierungsdiversität-losigkeit nicht auch eine Pforte in Richtung Pädophilie? Man beachte die Differenzierung: Pädophilie und Pädosexualität. (Dies ist keine Unterstellung, eher eine persönliche Befürchtung). Man denke an Männer, die angeben, sich als Frauen zu fühlen und in der Damenumkleide natürlich auch auf unbekleidete Mädchen treffen). Auf diese Frage erwarte ich mir vor allem eine Antwort der Expert/innen. Es wäre schön, wenn sie mich dahingegen beruhigen könnten.

 
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    Annalies
    vor einem Monat

    Korrektur: letzte Zeile: dahingehend

     
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