Da man im TVB Osttirol weder von ausgerollten Strategien etwas hält, noch an Statistik glaubt, oder vielleicht wegen folgender Zahlen seit Jahren erfolgreich nichts davon publiziert, möchte ich die Lobeshymnen von Kolumnisten und Getreuen (Osttirol sei irgendwo auf dem 3. Platz in Tirol) mit Eigenrecherche ins richtige Bild rücken (folgende Zahlen aus 2024, weil 2025 erst in einem Jahr verfügbar sein wird, was an der Einordnung aber nichts ändern wird):
Während Osttirol bei der Anzahl der Betten mit 18940 Betten noch an 4. Stelle aller TVB’s liegt, befindet es sich nach Anzahl der Nächtigungen nur noch auf Platz 7! Welcher Absturz das ist, zeigt die Bettenauslastung, bei der man dann nur noch 29. von 34 TVB’s ist, also auf dem sechstschlechtester Platz! Das heißt, mit 114 Vollbelegungstagen beeindruckt Osttirol wohl niemanden mehr. Zum Vergleich: Ötztal hat 145!
Wir müssen uns ja nicht mit den Besten messen, die 160 bis fast 190 Vollbelegstage haben, aber weit unter dem Schnitt von 129 Tagen darf einfach nicht sein! Dabei helfen uns klassische Skigebiete wie St. Anton sogar, die haben überhaupt nur 107. Alle zweisaisonalen TVBs überzeugen also mit weit höheren Auslastungen und sogar jene, die ihr Hauptgeschäft, wie Ötztal, im Winter machen, überragen Osttirol auch im Sommer mit Nächtigungen, die lediglich zur Ressourcenauslastung dienen.
Gänzlich sichtbar wird das Drama bei der Tourismusintensität, also den Nächtigungen je Einwohner: Osttirol hat 44 Gästenächtigungen je Einwohner gegenüber dem Ötztal mit 211!!! Das ist weniger als ein Viertel auch anderer großer Verbände, zu denen wir uns ja offenbar zählen.
Leider sind keine Daten je TVB-Mitglieder oder je Region oder gar Kategorie erhältlich, weder zu anderen Verbänden noch zum internen Vergleich innerhalb unseres Verbandsgebietes - das sind dann wohl geheime Zahlen, die niemand wissen darf – man hat ja seine eigenen Auslastungszahlen auf der Ortstaxeabrechnung – das muß reichen.
Die Quellen meiner Recherchen sind dermaßen verstreut und versteckt, dass nur guter investigativer Journalismus in der Lage wäre, die andauernden Jubelmeldungen über die Entwicklung des Osttiroler Tourismus richtig einzuordnen – ein Versuch eines Nicht-Journalisten und Tourismusunternehmers von der Front liegt hier vor.
Wenn sich der TVB mal dazu durchringen würde, seine Zahlen zu analysieren und vor allem öffentlich zu machen, dann kämen wir langsam auf den richtigen Weg, nämlich zu erkennen, dass wir mit der seit 30 Jahren gefahrenen Strategie nur immer wieder gleich schlechte Ergebnisse verbessern, und auch das nur dann, wenn eine Katastrophe wie Covid alles auf 0 zurücksetzt.
Anstatt endlich neue Ansätze zu verfolgen, werden Seilschaften aufrechterhalten und das Geld im wahrsten Sinne des Wortes konzeptlos verbraucht. Die Infrastruktur kann nur noch von privaten aufrecht erhalten werden und die Kennzahlen sind eh schon ganz unten – es könnte also nur noch bergauf gehen, wenn teure Strategiepapiere ernst genommen würden und die richtigen Fachleute nicht ständig auswärts ihr Glück suchen müssten.
Wolfgang Steiner, MAS
Gästehaus Steinerhof, Nikolsdorf
5 Postings
mir mus mal jemand erklären wenn die Gäste zu 90% über booking.com buchen wieso wir ein teures Buchungsprogramm haben und für was es so viele Mitarbeiter braucht … eine Frage ans Handy mittels KI was ich bei schlechtem Wetter alles tun kann … super Vorschläge … wir sind stehengeblieben
Das Volk auch Tourismusvolk muss dumm bleiben, dann kann man sehr lange regieren, das wussten schon die Römer!
Ein Punkt, der mir schon länger auffällt und vielleicht eine einfache Chance für den Verband wäre: die Sichtbarkeit unserer Orte im Internet. Viele Gäste suchen heute ganz konkret nach Begriffen wie „Urlaub Sillian“, „Urlaub Nikolsdorf“, „Unterkunft Schlaiten“ oder „Wandern Thurn“. Wenn es für diese Orte keine eigenen starken Seiten auf der Osttirol-Website gibt, landen solche Suchanfragen oft bei großen Buchungsplattformen oder anderen Regionen.
Man erkennt relativ leicht, welche Orte auf osttirol.com eine eigene Hauptseite haben: z. B. osttirol.com/lienz osttirol.com/matrei osttirol.com/kals osttirol.com/obertilliach
Alle anderen Orte im Verbandsgebiet – darunter auch größere wie Sillian oder Orte wie Nikolsdorf, Schlaiten, Thurn oder Ainet – liegen dagegen nur in einer Listenstruktur wie osttirol.com/orte-und-taeler/alle-orte/… Aus unserer Erfahrung in der Software- und Webentwicklung wissen wir, dass die Struktur einer Website für Suchmaschinen (SEO) entscheidend dafür ist, ob solche Orts-Suchanfragen überhaupt bei uns landen.
Dabei hat der Verband mit osttirol.com eigentlich eine sehr starke Domain, die solche Suchanfragen problemlos abdecken könnte. Schon einfache Ortsseiten mit Informationen zu Unterkünften, Wanderungen, Veranstaltungen und Bildern würden helfen, diese Gäste direkt zu uns zu holen. Der Vorteil: Das wäre im Vergleich zu vielen anderen Maßnahmen relativ kostengünstig, weil es hauptsächlich um Struktur und Inhalte auf der bestehenden Website geht – nicht um große neue Projekte. Gerade für kleinere Orte könnte das eine zusätzliche Chance sein, im Netz besser gefunden zu werden.
Ich kann den genannten Punkten wirklich nur zustimmen. Die Zahlen sprechen eh für sich, und genau deshalb wäre ein bisschen mehr Transparenz, eine ehrliche Analyse und endlich eine moderne, klare Strategie im Osttiroler Tourismus mehr als nötig. Dazu kommt, dass in Osttirol gefühlt jeder gegen jeden arbeitet, statt gemeinsam an einer Vision zu ziehen, von der am Ende wirklich jeder etwas hat. Was die Führung des TVB betrifft: So viel man Theurl auch zugutehalten muss, und ja, er hat über die Jahre wirklich einen tollen Job gemacht. Es gibt wahrscheinlich nur sehr wenige, die das besser hätten machen können. Trotzdem gehört er halt zur alten Riege und irgendwann ist einfach der Moment erreicht, an dem man ehrlich sagen muss, dass frischer Wind gut tun würde. Oft hat man das Gefühl, dass man sich lieber an Strukturen festhält, nur weil es sie schon immer gab, statt daran zu denken, was heute sinnvoll und zukunftsfähig wäre. Und das beste Beispiel, wie es endet, wenn Leute zu lange an ihren Posten kleben, sieht man ja in Matrei. Das führt nicht zu Fortschritt, sondern zu Stillstand. Ein bisschen mehr Erneuerung wäre daher nicht nur nett, sondern wahrscheinlich die einzige realistische Chance, dass es überhaupt wieder in die richtige Richtung geht.
Ja aus den richtigen zahlen wird immer ein Staatsgeheimnis gemacht damits eben super ausschaut.
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