Mit Oktober 2025 wurde die Richtlinie für die Infrastrukturförderung von Kleinst- und Kleinskigebieten sowie Sommerliften von der Tiroler Landesregierung geändert: Statt wie vorher jährlich können Betreiber kleiner Skigebiete seither nur mehr alle zwei Jahre um finanzielle Unterstützung ansuchen. Mit einem Dringlichkeitsantrag, der in den Februar-Landtag eingebracht wurde, will der Landtagsklub Fritz diese Änderung nun wieder rückgängig machen. Kommende Woche wird im Landtagsausschuss darüber beraten.

Angebot für Anfänger:innen
Als Argumente für die Notwendigkeit einer jährlichen Förderung führt Klubobmann Markus Sint an, dass in den kleinsten Skigebieten das Skifahren erlernt werde und dort der Nachwuchs heranwachse. Er selbst habe in einem Kleinstskigebiet, dem Dorfberglift in St. Oswald, das Skifahren und Snowboarden erlernt.
Kleine Lifte als regionaler Wirtschaftsfaktor
Darüber hinaus seien Kleinst- und Kleinskigebiete auch ein Wirtschaftsfaktor für viele Regionen, der für regionale Arbeitsplätze sorge und so den ländlichen Raum stärke. „Gerade Familien mit kleinen Kindern, Anfängerinnen und Anfänger sowie Wiedereinsteiger schätzen Kleinst- und Kleinskigebiete aufgrund ihrer Überschaubarkeit, Sicherheit und Leistbarkeit. Diese Gebiete werden in hohem Ausmaß auch von Touristinnen und Touristen genutzt und stellen damit einen wesentlichen Bestandteil des vielfältigen Tiroler Wintersportangebots dar. Sie ergänzen große Skigebiete sinnvoll und sorgen für einen ausgewogenen Mix an Angeboten, der Tirol als Ganzjahres- und Wintersportdestination attraktiv hält", heißt es in der Begründung des Dringlichkeitsantrags.
Die seit kurzem geltende Einschränkung der Förderung auf ein Ansuchen alle zwei Jahre stelle für viele Betreiber hingegen eine erhebliche Belastung dar. Angesichts von steigenden Kosten, technischen Anforderungen und witterungsbedingten Herausforderungen wird eine jährliche Förderung als „notwendig“ bezeichnet, „um den Betrieb nachhaltig sicherzustellen.“
Über die Förderaktion
Die Förderaktion des Landes Tirol soll Verbesserungsmaßnahmen in Kleinst- und Kleinskigebieten unterstützen. Außerdem werden Maßnahmen in Liftanlagen, die einen reinen Sommerbetrieb führen, gefördert.
Als Kleinstskigebiet gelten Liftanlagen, die pro Stunde maximal 5.000 Personen befördern können. Bei einer maximalen Beförderungskapazität von bis zu 10.000 Personen pro Stunde handelt es sich im Sinne der Richtlinie um ein Kleinskigebiet.
Förderbare Kosten
In Kleinstskigebieten gelten beispielsweise Liftanlagen, Gebäude, Beschneiungsanlagen samt Speicherteich, die Errichtung von Photovoltaikanlagen, elektronische Zutrittssysteme, Flutlichtanlagen sowie Pistenfahrzeuge als förderbare Kosten. Im Unterschied zu Kleinskigebieten können hier auch reine Erneuerungs- bzw. Ersatzinvestitionen gefördert werden.
Im Bereich der kleinen Skigebiete werden ingesamt weniger Posten als förderbar anerkannt. Auch umfasst von der Richtlinie sind aber etwa Liftanlagen, Gebäude, Bikeparks, Parkautomaten, Schrankenanlagen sowie die Schaffung von Aufstiegspuren für Skitourengeher.
2025: fast vier Millionen Euro Förderung ausgezahlt
Die Höhe der Förderung für Kleinstskigebiete liegt unter bestimmten Voraussetzungen bei maximal 50 Prozent der förderbaren Kosten, wobei diese mindestens 20.000 und maximal eine Million Euro betragen müssen.
Im Falle der Kleinskigebiete ist die Förderung für mittlere Unternehmen mit maximal zehn Prozent gedeckelt. Für kleine Unternehmen liegt die Obergrenze bei 20 Prozent der Kosten, die in Summe mindestens 200.000 und höchstens 2,5 Millionen Euro betragen müssen.
Laut Auskunft des Transparenzportals wurden im Jahr 2025 3.774.000 Euro an Förderungsempfänger ausbezahlt. Im Jahr zuvor war die Fördersumme mit 902.000 Euro deutlich geringer.
Fünf Skigebiete in Osttirol betroffen
Mit Stand 2022 gab es tirolweit 27 kleine und 18 kleinste Skigebiete, im Bezirk Lienz zählte man zwei kleine und drei kleinste Liftanlagen.
Ein Posting
Vielleicht könnte man mit dieser Förderung ein Miniskigebiet, wie in Sillian, im untersten Bereich am Hochstein errichten. Die Infrastruktur, Schneekanone, Pistengerät, Toiletten, Parkplatz etc ist vorhanden und könnte nicht besser sein. Was es braucht ist ein Zauberteppich und eine Betreuung. Ich könnte mir vorstellen dass viele Opas bereit dazu wären. Ist ja traurig genug dass viele Lienzer mit ihren kleinen Kindern nach Sillian, Kartitsch, St Jakob und sogar ins Mölltal fahren müssen.
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