Insgesamt 27 Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer in Greifenburg und Berg im Drautal sowie eine Agrargemeinschaft haben dem Projekt einer großen Umfahrung von Greifenburg entlang der Bahntrasse und über zahlreiche Felder bisher nicht zugestimmt.
Die Gegner dieser Variante sind – wie immer wieder betont wird – nicht gegen eine Umfahrung des verkehrsgeplagten Ortes, sondern wünschen sich eine kleinere Variante, die schon einmal geplant und auch genehmigt wurde, später aber einer größer dimensionierten Trasse weichen musste. Nun wurde allen betroffenen Grundbesitzern ein Gerichtsbeschluss über die Einleitung eines Enteignungsverfahrens zugestellt.
„In dieser Größenordnung stellen die Maßnahmen einen außergewöhnlichen Eingriff dar und lösen bei vielen Betroffenen grundlegende Fragen zur Planung, zu den Auswirkungen auf den Hochwasserschutz sowie zum Umgang mit Eigentum aus“, schreibt die Initiative Lebensraum Oberes Drautal in einer Aussendung. Man verweist auch auf die recht große Zahl direkt betroffener Menschen und eine mögliche Signalwirkung für zukünftige Infrastrukturprojekte, bei denen Enteignungen in ähnlicher Dimension durchgesetzt werden könnten.
„Vielleicht können Menschen, die von großen Infrastrukturprojekten wie einer 380-kV-Leitung betroffen sind, nachvollziehen, wie es sich anfühlt, wenn über ihre Köpfe hinweg eine Trasse festgelegt wird, anstatt gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Für viele geht es dabei um Eigentum und Existenzgrundlagen, also um das Fundament, mit dem ihre Familien leben und wirtschaften“, sagen die betroffenen Grundeigentümer Monika und Peter Brandner aus Greifenburg.
Am Grundtenor der Kritik an der Trassenführung ändert sich wenig, selbst der Landesrechnungshof äußerte sich 2024 kritisch und regte eine Überarbeitung an. Als besorgniserregend wird der Verlust von Hochwasser-Retentionsflächen gesehen, der hohe Flächenverbrauch wird kritisiert, ebenso ein überdimensionierter Kreisverkehr mit Kosten von rund 11 Millionen Euro, fehlende Schutzmaßnahmen sowie der Wegfall wichtiger Erschließungen wie der Abfahrt Radlach.
Auch die Forderungen sind unverändert: „Wir brauchen eine sparsamere Alternativtrasse, die Naturräume, Steuergeld und Lebensqualität schont, nicht vom Hochwasser bedroht ist und keinen zusätzlichen Transitverkehr anlockt“, sagt stellvertretend Grundeigentümer Walter Fritzer aus Berg. Die Initiative vermisst insgesamt eine transparente Information und die Bereitschaft zu einem echten Dialog mit den Grundeigentümern.
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