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Welcher Baumeister steckt denn hinter diesem Hügel?

Nicht immer ist es der Maulwurf. Auch die Wühl- oder die Ährenmaus kann für die Bauwerke verantwortlich sein.

Nicht immer sind Hügel in Gärten oder auf Feldern gerne gesehen, in der Regel sind sie für die Erde aber sehr gesund, da sie zur natürlichen Belüftung und zum besseren Ablauf von Wasser beitragen.

Doch nicht hinter jedem dieser Bauwerke steckt der Maulwurf, der den Ruf des bekanntesten Tunnelgräbers innehat. Stattdessen leben in Österreich zahlreiche Tierarten, die sich in weit verzweigten Gängen unter der Erde heimisch fühlen. Bei ihrem typischen Grabverhalten bilden sich dann diese charakteristischen Hügel, die für frische Luftzufuhr in den oft sehr langen Tunneln sorgen.

Maulwurfshügel: gleichmäßig geformt, feine Erde

Doch beginnen wir mit dem bekanntesten Hügelbaumeister, dem Maulwurf: Das Tier kommt in einer Vielzahl von Lebensräumen vor, unter anderem in Laub- und Mischwäldern, Wiesen, Magerrasen und Gärten. Er gehört zwar zu den Insektenfressern, besitzt darüber hinaus aber einen vielfältigen tierischen Speiseplan, auf dem Regenwürmer, Insektenlarven sowie die unliebsamen Larven von Maikäfern oder Gartenlaubkäfern stehen.

Die Hügel des Maulwurfs sind meist hoch, sehr gleichmäßig und bestehen aus feiner Erde. Sie sind rund bis kegelig geformt. Mit seinen kräftigen, schaufelartigen Vorderbeinen häuft der Maulwurf seine Hügel für gewöhnlich in relativ gleichmäßigen Abständen an und ordnet sie oftmals auch in einer Linie an. Manches Mal befinden sich an den Hügeln Teile von Insektenpanzern – Reste seiner Mahlzeiten. Maulwurfshügel findet man das ganze Jahr über. Im Winter prägen besonders große Haufen, die sogar über die Schneedecke ragen können, das Landschaftsbild.

Wühlmäuse als zurückhaltende Baumeister

Doch auch verschiedene Wühlmäuse, wie die Große Wühlmaus oder die Ostschermaus, erzeugen Erdhügel. Erstere lebt auf Wiesen, Weiden und in Gärten mit steinarmen Böden in tiefen Schichten, wohingegen man die Ostschermaus häufig entlang von Gewässern, wie Gräben, Bächen oder Flüssen, findet. Auf ihrem überwiegend pflanzlichen Speiseplan stehen Körner, Samen, Grünpflanzen und Früchte.

Die Hügel der Wühlmäuse unterscheiden sich deutlich von jenen des Maulwurfs: Sie sind meist flacher, länglicher und insgesamt unregelmäßiger geformt. Die mit ihren starken Nagezähnen in den Boden gegrabenen Gänge enden meist in nur wenigen größeren Hügeln. Daneben werden zahlreiche kleinere Haufen gebildet. Das Erdmaterial ist häufig mit Wurzelresten oder Grasteilen vermischt.

Charakteristisch sind zudem Spuren in der unmittelbaren Umgebung des Baus, vielfach findet man beispielsweise welke Pflanzen in nächster Nähe. Ebenso können neben den Haufen lückenhafte Vegetationsstellen oder abgefressene Pflanzenteile auftreten. Größere Erdhügel häufen Wühlmäuse meist zwischen Sommer und Herbst an, im Winter entstehen kaum neue Hügel.

Ährenmaus: seltener Winzling mit riesiger Gemeinschaftswohnung

Einen besonderen Baustil hat die Ährenmaus, eine eher seltene Mausart, die vor allem Hecken, Wegränder sowie extensiv genutzte Felder im Tiefland besiedelt. In Gärten ist die Pflanzenfresserin, die sich hauptsächlich von Samen, Körnern, Grünpflanzen und Früchten ernährt, daher ein seltener Gast.

Auffällig ist die Bauweise der Ährenmaus insofern, als mehrere Tiere gemeinsam an einem großen Hügel arbeiten, der gleichzeitig als Vorratslager und Winterquartier dient. Der Bau beginnt meist im Spätsommer – häufig ab August – und kann zwei bis drei Wochen dauern. Die Hügel bestehen zu einem großen Teil aus gesammelten Samen, Getreidekörnern und Fruchtständen aus der Umgebung. Darüber werden trockenes Gras, Laub und schließlich eine dicke Erdschicht gehäuft. Je mehr Tiere am Bau beteiligt sind, desto größer der Ährenmaushügel. Im Winter leben die Mäuse im Inneren dieses Bauwerks, während sie im Frühjahr und Sommer meist einfachere unterirdische Baue bewohnen.

Da Hügel einen naturnahen Garten noch fitter machen können, empfiehlt Naturschutzbund-Expertin Carolina Trcka-Rojas, im eigenen Garten einen Bereich zu definieren, an dem Hügel bestehen dürfen. „Besonders bieten sich dafür 'wilde Ecken' oder wenig gemähte Bereiche an", erklärt Trcka-Rojas.

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Wer war hier am Werk? Foto: Asta Fischer
Wer hat diesen Hügel gebaut?

Das Bild zeigt den Hügel einer Ährenmaus: Er besteht zu einem großen Teil aus gesammelten Samen, Getreidekörnern und Fruchtständen aus der Umgebung. Darüber werden trockenes Gras, Laub und schließlich eine dicke Erdschicht gehäuft. Im Winter leben die Mäuse im Inneren dieses Bauwerks.

Wer hatte hier seine Beinchen im Spiel? Foto: Pixabay
Wer hat diesen Hügel gebaut?

Auf dem Bild ist ein „klassischer“ Hügel eines Maulwurfs zu sehen: Seine Hügel sind hoch, sehr gleichmäßig und bestehen aus feiner Erde. Sie sind rund bis kegelig geformt.

Welcher Baumeister ist dafür verantwortlich? Foto: Luise Losert
Wer hat diesen Hügel gebaut?

Dieses Exemplar stammt von der Wühlmaus. Deren Hügel sind - vor allem im Vergleich mit jenen des Maulwurfs - flacher, länglicher und unregelmäßig geformt. Die in den Boden gegrabenen Gänge enden meist in wenigen größeren Hügeln, daneben werden zahlreiche kleinere Haufen gebildet.

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